Michelitsch, P.: Deviationsanalyse der Magnetkompasse usw.
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weiteren Grenzen zutreffen. In ähnlichem Maß günstige Verhältnisse liegen für
beide Funktionen in der gleichen Fahrtrichtung, da die Isodynamen und Isoklinen
einen ganz ähnlichen Verlauf zeigen. Die magnetische Karte wird im konkreten
Falle die Zulässigkeitsgrenze erkennen lassen. Genügt diese und bestimmt man
nach Vollendung des Kurswechsels um 45°, auf dem neuen Reisekurse angelangt,
die Deviation einmal nach dem Inkurssetzen und ein zweites Mal auf dem gleichen
Kurse frühestens nach 24h, spätestens bevor eine Änderung der Erdkraft am
Kompasse fühlbar werden kann [f, (0) =-f, (0) und @, (9) = ©, (0)], So ist die auf-
getretene Deviationsdifferenz 40" dem remanenten Magnetismus zur Last zu
Jegen.‘ Ist also:
Ad K£, so ist K£ sin (Z
ST &, so ist KZ sin (Z— 1) -
jener Teil der im Kompaßkardinalkurse Z beobachteten Deviation, der ihr als
remanenter Bestandteil anhaftet. Als Korrektiv — zur Reduktion der beobachteten
auf die ortskonstante Deviation — trägt KE sin (Z— C,) das positive oder nega-
tive Vorzeichen, je nachdem gelegentlich des Kurswechsels nach Steuerbord oder
Backbord gewendet worden war,
Beispiel: Es sei aus dem magnetischen Kurse 251° in den magnetischen
Kurs 304° gewendet und gelegentlich dieses Kurswechsels die Deviation im
Kompaßkurse West (= magn. 276°) mit + 6.3° bestimmt worden. Die laufende
Deviationskontrolle im neuen Reisekurse habe ergeben:
Im Anschlusse an den Kurswechsel: d, = + 5°, 30 Stunden später bei so
gut wie ungeänderter Erdkraft: ö, = + 7°. Von den Restkoeffizienten des Heimats-
hafens sei: A = + 0.8° E= — 1,2%
Es ist daher: 40°= 2°; AC= 53° 60°, und zwar nach Steuerbord;
(Z — E1) = 25° = 30°
Sucht man in Tafel «Kursbetr. d. Koeff.«, Spalte Seo ... 2° auf, so findet
man in gleicher Höhe in der Spalte Sg ....1.2°=K5$5 sin (Z—€E;) und in
Spalte »Koeffizient« . . .. 2.3 = KZ. Frei von remanentem Magnetismus ist daher:
Öy=+63412 = + 715°
nach obiger Tafel ist nun:
Öy=-—B—_E+A
+75=—4B+12 +08.
Resultat:
{i. Frei von remanentem Magnetismus war am Schiffsorte des Kurswechsels:
4B=—75+12 +08 = — 5,59
2. Die remanente Tendenz zeigte sich (am Schiffsorte), nachdem durch
x-Tage WSW-liche Kurse gesteuert worden waren, im Betrage von:
KE=2,30,
Bei Ausnutzung sich bietender Gelegenheiten liefert sonach eine sach-
gemäße Deviationskontrolle im Laufe der Reise alsbald eine Reihe von Werten
AB 4AB,...4B" und 4C, 4C,...4C.. Entsprechen diese Reihen dem’ Ver-
laufe der Funktion f, so ist auf geradem Kiele kein Einfluß der Vertikalinduktion
vorhanden. Es werden in diesem Falle dauernd die Gleichungen in Geltung
bleiben: 4AB=f(4Bo,) und 4C = f (4 Co).
Hierbei bedeuten AB und AC die jeweils aus einer Deviationsbeobachtung
während der Reise bestimmten, f (4 Bo) und £f (4 C,) die der f-Tafel entnommenen
Beträge der am Schiffsorte wirksamen Koeffizienten (mit den Argumenten:
H »Horizontalintensität des Schiffsortes« und x »Restkoeffizient des Heimats-
hafens«). N
Eine solche bleibende Übereinstimmung beobachteter und berechneter
Werte wird selbst am Mittschiffkompasse bestenfalls für AC, nicht aber für AB
zutreffen, da die Resultierende der Vertikalinduktion zumeist wohl in der Kiel-
linie, nicht aber geradezu in der Lotlinie des Rosenzentrums gelegen sein wird.
also: