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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Hasenkamp, H. v.: La Cours Untersuchungen über das sogenannte Quasinivellement, 491 
Der numerische Wert dieser Größen wird jedoch auf Grund der Schwere- 
korrektion des Quecksilberbarometers um ungefähr 20%, vermindert werden 
müssen, 
Der jährliche Gang des Wasserstandes ist ein wesentlich anderer, wenn 
er für ruhiges Wetter bestimmt wird, als wenn man ihn aus den Mitteln der bei 
den wirklich vorkommenden Windverhältnissen beobachteten Wasserstände ab- 
leitet. Nicht nur verkleinert die Reduktion auf stilles Wetter das Generalmittel, 
sondern auch die Amplitude des jährlichen Ganges ändert sich und das Eintreten 
der Extreme wird verschoben. Die Reduktion ist deshalb anscheinend von Be- 
deutung bei Arbeiten über .die jährliche Periode der Gezeiten, 
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhange, daß sich die Form der 
Kurve bei der Gradientreduktion einer Sinuslinie nähert, ein Verhalten, das von 
besonderem Interesse für die Theorie der jährlichen Wasserstandsänderungen zu 
sein scheint. Sofern die Windverhältnisse die einzige Ursache wären, die 
bewirkte, daß die Generalmittelwasserstandfläche nicht mit einer Geoidfläche 
zusammenfällt, wären die Differenzen zwischen den vier oben angeführten 
gradientreduzierten Generalmittelwasserständen hinreichende Reduktionen, um die 
Stationen auf eine einzige Geoidfläche zu beziehen. Diese Reduktionen werden 
jedoch bei den.bisher veröffentlichten Wasserstandsmitteln nur angenähert richtig 
sein, da diese ohne Berücksichtigung der Lücken im Material gebildet sind. 
Die Voraussetzung, daß der Wind die einzige Ursache ist, die den Unter- 
schied zwischen Meeresoberfläche und Geoidfläche hervorbringt, trifft indessen 
nicht zu. Die Größe der mittleren Abweichung der einzelnen gradientreduzierten 
Monatsmittel gibt eine Vorstellung von der Bedeutung etwa vorhandener anderer 
Ursachen, und man erkennt auf diese Weise, daß der Einfluß des (westlichen) 
Windes bei weitem der größte für die meisten Stationen ist. Es ist hierbei zu 
bemerken, daß der Verfasser den Begriff »Einfluß des Windes« in sehr weiter 
Bedeutung anwendet. Die gemessene und in den Rechnungen benutzte Größe ist 
an und für sich nur eine Luftdruckdifferenz, aber unter dem »Einflusse dieser 
Luftdruckdifferenz auf den Wasserstand« sind die Partialeinflüsse der einzelnen 
Ursachen, Begleiterscheinungen und Folgen dieser Luftdruckdifferenz einbegriffen. 
So sind z. B. Niederschlag, Schneeschmelzen, Temperatur der Luft und des 
Wassers abhängig von der Luftdruckdifferenz und hängen in ‚gewisser An- 
näherung linear mit ihr zusammen, und in der vorliegenden Untersuchung ist 
ihr Einfluß auf den Wasserstand unter dem Einfluß des Windes mit einbegriffen. 
_ Versuche, die in großer Zahl. angestellt wurden, einen Zusammenhang 
zwischen dem absoluten Luftdruck, der Wassertemperatur und dem Salzgehalt 
auf der einen und den gradientreduzierten Wasserständen auf der anderen Seite 
zu finden, haben zu keinem Ergebnis geführt; doch vermutet der Verfasser, 
daß der Zusammenhang zwischen Lufttemperatur und Wasserstand von einer 
Änderung der Reibung herrührt. 
Der lineare Zusammenhang zwischen Luftdruckdifferenz und Wasserstand 
Jäßt sich so ausdrücken, daß bei einer bestimmten Station in einem bestimmten 
Monat immer eine bestimmte Vergrößerung der Luftdruckdifferenz einer be- 
stimmten Vergrößerung des Wasserstandes entspricht, Diese Vergrößerung ist 
größer bei Esbjerg als bei Hirtshals und bei der letzteren Station: wieder größer 
als bei Frederikshavn, Aarhus und Hornbaek. Der Grund dafür kann entweder 
sein, daß der Grad der Aufstauung lokaler Natur ist, bestimmt durch die Tiefe 
des Gewässers usw. oder, was auch der Fall sein kann, daß die Landstriche an 
der Nordsee etwas bei Verstärkung des Bodendruckes in diesem Meere nieder- 
gedrückt werden, Einige Pegel an der Westküste Jütlands außer Esbjerg und 
Hirtshals werden vermutlich weitere Aufschlüsse über diese Frage geben. 
Als eine Komplikation, die sich bei den inneren Stationen der dänischen 
Gewässer stark geltend macht, erwähnt der Verfasser die Reservoirwirkung der 
Ostsee. So fand er, daß in der Ostsee ein größerer Zusammenhang zwischen der 
Luftdruckdifferenz in einem bestimmten Monat und dem Wasserstand der 
folgenden besteht, als zwischen den gleichseitigen Mittelwerten. Zu diesen Unter- 
suchungen wurden auch schwedische und deutsche Wasserstandsmessungen benutzt:
	        
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