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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1914.
La Cours Untersuchungen über das sogenannte Quasinivellement.
Von Prof. Dr. H, v. Hasenkamp.
Im vorigen Jahre hat das Dänische Meteorologische Institut eine neue
Reihe von Veröffentlichungen begonnen, die unter dem Titel »Meddelelser«
zwanglos erscheinen sollen. Es kommen hierfür teils Abhandlungen in Betracht,
die in den Jahrbüchern des Instituts nicht am rechten Platze zu sein scheinen,
teils solche, deren schnellere Veröffentlichung, als in den Jahrbüchern möglich
ist, gewünscht wird,
Die erste dieser Arbeiten führt den Titel: Quasinivellement. Nogle
orienterende Undersogelser vedrerende de danske Vandstandsmaalinger und hat
zum Verfasser den Abteilungsvorstand D. la Cour. Sie berichtet über Unter-
suchungen der Wasserstandsverhältnisse in den dänischen Gewässern und ist
nach mehrfacher Richtung als eine vorläufige Mitteilung anzusehen. Teils er-
scheint sie als Bericht über Arbeiten, die den Verfasser lange Zeit in Anspruch
genommen haben, teils soll sie die Grundlage geben für Dispositionen zu einer
fortgesetzten und weiter ausgeführten Untersuchung.
Der Hauptzweck der dänischen Wasserstandsmessungen!) ist die Be-
schaffung des nötigen Beobachtungsmaterials für die Bestimmung des mittleren
Meeresniveaus an den dänischen Küsten, um darauf die Festlegung des Ausgangs-
punktes für alle absoluten Höhenmessungen des Landes zu stützen, des »Dänischen
Normalnull«, Einen Bericht hierüber hat die Dänische Gradmessung gegeben?)
und darin die von dem Meteorologischen Institut mitgeteilten Monatsmittel des
Wasserstandes an den verschiedenen Stationen veröffentlicht, sowie die von ihr
selbst ausgeführten Kontrollnivellements an den Wasserstandsstationen.
Das große vorliegende, sehr umfassende Material ist bis jetzt noch nicht
zur Veröffentlichung bearbeitet, sondern liegt auf dem Institut in Kurven
vor, und daneben auch als stündliche Werte registriert (ungefähr zwei Millionen
Wasserstandsmessungen) und in Monatstabellen summiert. Der Verfasser hat
von einer Veröffentlichung dieses Materials sowie der Einzelheiten seiner Unter-
suchungen vorläufig abgesehen, sondern sich darauf beschränkt zu zeigen, in
welcher Weise man weiter vorgehen kann, und die Berechtigung der Auffassungen
darzulegen, zu denen er gelangt ist.
Wie der Titel der Abhandlung andeutet, sicht der Verfasser als das wich-
tigste Ergebnis seiner Untersuchungen den Nachweis an, daß nivellements-
ähnliche Arbeiten mit Hilfe von Wasserstandsmessungen ausgeführt werden
können,
Veranlassung der ganzen Untersuchung war eine Anfrage des Direktors
der Dänischen Gradmessung, des Generals V.H. 0. Madsen, ob es möglich sei,
den Generalmittelwasserstand der dänischen Wasserstandsstationen zu bestimmen,
wenn der Einfluß des Windes, des Luftdruckes, des Stromes, des Salzgehalts und
der Temperatur eliminiert werde. Die Aufgabe ist also die Bestimmung der
idealen Meeresniveaufläche,
Der Verfasser suchte zunächst vergebens die ideale Niveaufläche zu be-
stimmen, indem er aus dem vorliegenden Beobachtungsmaterial eine Reihe von
Fällen untersuchte, in denen Strom oder Wind bei den dänischen Feuerschiffen
ganz oder nahezu Null war. Später änderte er die Arbeit zu einer Art Inter-
polation um, indem er aus dem ganzen Material einen Zusammenhang zwischen
Wasserstands- und Windverhältnissen zu finden suchte, um aus einer eventuellen
empirischen Relation zwischen Wasserstand und Wind die Wasserstandsverhält-
nisse abzuleiten, die ruhigem Wetter entsprechen.
An Stelle direkter Windbeobachtungen wurden horizontale Luftdruck-
gradienten benutzt, die mit großer Annäherung als Maß der Windstärke auf-
gefaßt werden können und als solches in verschiedenen Richtungen Vorzüge vor
direkten Windbeobachtungen haben; namentlich verschwinden auf diese Weise
1) Nautisk-Meteorologisk Aarbog. 1906, S. XXV—XLIV.
2) Den Danske Gradmaaling. Ny Raekke. Hefte 9. Forste og Andet Afsnit.