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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Die Witterung an der deutschen Küste im Juni 1914

Die Witterung an der deutschen Küste im Juni
(Amtlich)

1914.

18

Bei nahezu normalem mittleren Barometerstande zeigten die mittleren Monatstemperaturen
 nur geringe Abweichungen von dem langjährigen Monatsmittel; nur
der äußerste Osten war etwas zu warm. Mit Ausnahme‘ von Borkum und Keitum
waren alle Normalbeobachtungsstationen niederschlagsarm. Die registrierten Windgeschwindigkeiten
 blieben etwas hinter den normalen zurück, und stürmische Winde
stellten sich nur ganz vereinzelt ein, am verbreitetsten am 8. und 9. an der nördlichen
 Nordsee- und westlichen Ostseeküste; sie wehten aus östlichen Richtungen.
Sonst war die vorherrschende Windrichtung die nordwestliche bis westliche, teilweise
 auch die nordöstliche. Gewitter traten in größerer Verbreitung am 9, bis
11. sowie vom 21. bis 24, auf. Nebel wurde nur äußerst selten beobachtet. Bemerkenswert
 ist noch eine vom 12. bis zum 16. anhaltende Periode 'heiteren
Wetters an der ganzen Küste. Auch der 10. und 19. sowie der 26. bis 30. waren
vielfach, der 5. bis 10. im äußersten Osten heiter, ;
Bis zum 9. lag die deutsche Küste im Bereich von Tiefdruckgebieten oder
Ausläufern von solchen, während sich im Nordwesten von Europa ein: Hochdruckgebiet
 befand, das sich allmählich südwärts verlagerte. Unter dem Einfluß
bis zum 6. vorherrschend nordwestlicher Winde war die Witterung meist trüb,
vielfach regnerisch und ziemlich. kühl; zeitweise frischten vereinzelt die Winde
bis zur Stärke 7 nach der Beaufort-Skala auf. Am 7. bis 8, Juni verlagerte sich
eine Depression von Island bis zum westlichen Kontinent, so daß die Winde zunächst
 nach Südwest, später nach Ost herumgingen, ohne daß sich der Witterungscharakter
 bis zum. 9. wesentlich änderte. Am 8. und 9. frischten die Winde an
der nördlichen Nordsee- und westlichen Ostseeküste vielfach zu Stärke 7 und 8
auf, und am 9. stellten sich fast an der ganzen Küste Gewitter ein, die teilweise
auch noch am 10. und 11. beobachtet wurden. Die kontinentale flache Depression
verharrte, im wesentlichen unverändert, bis zum 15. über dem Kontinent; aber
das Wetter blieb bei den östlichen Winden heiter, warm und trocken,
Hierauf. trat eine Verschlechterung der Wetterlage ein, indem die deutsche
Küste bis zum 25, vorwiegend unter dem Einflusse meist ziemlich flacher. Depressionen
 stand, die vielfach Regen bei größtenteils leichten Winden aus
wechselnden Richtungen mit sich brachten. Am 21. stellten sich an der Nordseeküste,
 am 22. und 23. fast an der ganzen Küste und am 24. an der östlichen
Ostseeküste verbreitete Gewitter ein. Auch trat am 21. und 22, in Borkum,
Hamburg, Kiel und Memel das Monatsmaximum der Temperatur mit 24 bis 29° ein.

Mittel, Summen und Extreme
aus den meteorologischen Aufzeichnungen der Normal-Beobachtungsstationen der
Seewarte an der deutschen Küste.

Stations-Name
und Seehöhe
des Barometers

Borkum ..... 77m
Wilhelmshaven . 8.5
Keitum ..... 84
Hamburg .... 26.0
Kiel ........ 472
Wustrow .... 7.0
Swinemünde. .. 10.0
Rügenwaldermünde6.9
Neufahrwasser . 14.5
Memel...... 96

Luftdruck, 700mm + nn
— Mittel | Monats-Extreme
Se Abw. ! red. auf MN u. 45° Br.
hd „301, Max.| Dat. | Min. | Dat.

32,3
32.0
14
51.5
Ä1L7
51.4
61.2

72,9
72,3
71.5
21.1

26.
26.
26.
Dß

51.9
32.0
d3.2 |
52.0

8.
a

Q

a

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€
a

53.3
51.8
51.4
51.0 |-4-0.3| 70.1 | 27. | 49.9| 5.
61.2 1-4 0.7| 70.1 | 27. | 49.5 >]
61.4!-L. 1.4! 68.6] 27. | 49.7 | - 5.

1 Zahl der
Lufttemperatur, °C, . &
“n ©
Tan | ] ] a SE
8b V |2bN 8b N |Mittel ol (Min. |(Max,
‘Hitte) <0°)| <0°)

14.2
15.2
14.3 |
14.8

15.7
17.0
16.9
18.4

13.7
14.2
14.5
16.1

14.1} —0.5
15.1| —0.1
14.51 4-0.1
15.51 —0.7

A

0

+)
‘)

14,0
14.6
16.6
15.2
16.4
17.5

17.5
17.2
18.0

144
15.4
16.1

14.4| 0.01
15.2 0.0]
16.3! +1.0
14.7/ 4-1.0| 0 | ©
15,7| 40.6 0| 0
17.0 L2.1| 0! 0

16.6] 14.9
17.5| 15.6
20.7! 168
            
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