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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1914. 
Ü 
| | L— 
D un x | FD 400 | 
L 
N. oo) L—D 
x | 
L—D 
—— 100 
m DH 
100, 95 
150 142 
200 196 
400 382 
% m m n 
5 10 5 600 559 41 33 : 
8 | 20 5 800 752 48 35 6 
104 29 12 1000 929 ° 71 39 | 7 
“18 , 25 , 4% | 1500 1401 99 ! 33 | 6% 
Bei den geringen Tiefen 100 m bis 200 m ist zu berücksichtigen, daß hier 
der mögliche Beobachtungsfehler */,,° = 4 m stark ins Gewicht fällt; die größeren 
Tiefen zeigen eine stetige Zunahme der Größe L—D, dagegen bleibt das pro- 
zentuale Verhältnis von 600 m bis 1500 m ziemlich konstant, 
Den größten Drahtwinkel — 41° — und die größte prozentuale Differenz 
zwischen ausgegebener Drahtlänge und erreichter Tiefe -— 231/,° — erhielten 
wir bei der 400 m-Tiefe der Serie 25, hier betrug die erreichte Tiefe 306 m statt 
400 m. Die Station fand in 5° N-Br. statt und bot erhebliche Schwierigkeiten, da 
anscheinend starke Unterströmungen die Schöpfer achteraus führten, so daß das 
Schiff schließlich meist über den Achtersteven manövrierte. Ich wiederholte so- 
dann die 400 m-Tiefe und erhielt einen besseren Drahtwinkel — 26° — und 
eine Tiefendifferenz von 37 m oder 9%, der ausgegebenen Drahtlänge. 
In der Gesamtheit ergeben die Beobachtungen, daß in den meisten Fällen 
der Tiefenfehler 5%, nicht überschreitet, daß bei Drahtwinkeln über 25° mit 
einem Fehler von 5 bis 10%, zu rechnen ist, der aber in ungünstigen Fällen 
10%, noch übersteigen kann. Wenn die früheren Versuche mit einem registrie- 
renden Tiefenmanometer etwas geringere Abweichungen ergaben, so ist dies wohl 
auf das große Gewicht des Manometers — etwa 40 kg! — zurückzuführen, 
das die unteren Längen der Drahtlitze annähernd lotrecht hielt, selbst wenn oben 
infolge Abtreibens des Schiffes ein größerer Drahtwinkel gemessen wurde, 
Die Meereskunde geht neuerdings dazu über, die Änderungen der Tem- 
peratur in den Tiefen der großen Ozeane zu untersuchen. Einerseits werden 
die Schwankungen kürzerer Dauer — die internen Wellen — studiert, ander- 
seits Vergleiche gezogen zwischen den Ergebnissen verschiedener Expeditionen 
in angenähert gleicher Position, Das Bestreben geht dahin, die bislang auf die 
nord-europäischen Meere beschränkte internationale Meeresforschung auf den 
Nordatlantischen Ozean auszudehnen und sowohl die jahreszeitlichen Anderungen 
der Oberflächen- und Tiefentemperaturen wie auch die Schwankungen von Jahr 
zu Jahr zu untersuchen. 
Bei diesen Untersuchungen erscheint es mir unumgänglich notwendig, eine 
Kontrolle der wirklich erreichten Tiefen einzuführen, indem bei jeder Messung 
ein geschütztes und ein ungeschütztes Thermometer versenkt wird. Nur dann 
wird eine Vergleichbarkeit der erhaltenen Resultate wirklich vorhanden sein, 
während es mir andernfalls nicht ausgeschlossen erscheint, daß z. B. eine Tem- 
peraturzunahme in der obersten 1000 m-Schicht, die in gleichen Monaten ver- 
schiedener Jahre festgestellt worden ist, ihre Ursache in einem größeren Draht- 
winkel haben kann, der z. B. durch schlechte Witterung oder weniger sorg- 
fältiges Manövrieren des Schiffes veranlaßt sein kann. Will man nicht auf eine 
Kontrolle der Umkehr-Thermometer unter sich verzichten, so ist, wenn beispiels- 
weise zwei Schöpfer gleichzeitig versenkt werden, der eine Schöpfer mit zwei 
geschützten Umkehr-Thermometern, der andere mit einem geschützten und einem 
ungeschützten Thermometer auszurüsten,
	        
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