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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1914. 
entwickelten Methode der Zeitübermittlung über See wohl eine seltene Not- 
wendigkeit; und in solchen Fällen kann man mit der Genauigkeit von 45 zu- 
frieden sein. 
Da wiederum @ und 6 vertauschbar sind, wird man zur Erhöhung der 
Genauigkeit der Zeitbestimmung als Eingang für das Horizontalargument die 
kleinere der Größen g und ö wählen, was sich mit der entsprechenden Wahl in 
der A-Tafel deckt. 
Ich möchte diese Ausführung nicht schließen, ohne noch darauf hingewiesen 
zu haben, daß die Benutzung solcher oder ähnlicher Tafeln die Rechenarbeit des 
Schiffsführers ganz bedeutend entlastet. Daß ein Bedürfnis vorliegt, erkennt 
man aus dem wiederholten Ruf nach praktischen Höhentafeln für die Brücke. 
Gibt es nun solche Tafeln, welche die Rechenarbeit auf ein Minimum reduzieren 
und trotzdem alles bieten, was die andern Methoden vermögen, so kann schon der 
Unterricht in den Navigationsschulen ganz andere Bahnen wandeln. Ein 
junger Navigateur, der mit solchen Tafeln umzugehen lernt, braucht schon auf 
der Schule sich nicht mehr in dem Maße zu plagen mit der Erlernung loga- 
rithmischer Rechnungen, der verschiedenen trigonometrischen Formeln und ihrer 
Umwandlung, ein großer Teil ermüdender Rechenarbeit wird von ihm fern- 
gehalten und es bleibt in der kurzen Zeit seiner Ausbildung Raum genug, seinen 
Geist auf andere für ihn wichtige Dinge hinzulenken, die ihn, dem Zeitgeist ent- 
sprechend, mehr aufs technische Gebiet führen sollen, 
Zusammenfassung, Es wird untersucht, inwiefern vierstellige Loga- 
rithmentafeln der trigonometrischen Funktionen für nautische Rechnungen noch 
die nötige Sicherheit des Resultats bis auf 1’ gewährleisten und gefunden, daß 
vierstellige Briggsche Logarithmen für diesen Zweck praktisch nicht ausreichen, 
daß dagegen vierstellige Werte der Funktionen selbst genügen. Darauf wird die 
Einrichtung von Tafeln besprochen, welche alle nautischen Rechnungen ermög- 
lichen und den gewünschten Sicherheitsgrad in allen praktischen Fällen garantieren. 
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Über eine Änderung des Gyroskops von Foucault. 
Mit der goldenen Medaille gekrönte Lösung einer im September 1911 von der Abteilung der 
Allgemeinen Wissenschaften der Technischen Hochschule in Delft ausgeschriebenen und in 
„De ingenieur“ Nr. 3/1914 veröffentlichten Preisirage durch J. R. G. Isbrücker. 
Aufgabe. 
Es ist zu untersuchen, ob ein Gyroskop von Foucault derart geändert 
und aufgestellt werden kann, daß seine Bewegung in bezug auf die bewegende 
Erde in Formeln mit ausschließlich algebraischen oder goniometrischen Funktionen 
ausgedrückt werden kann, zugleich für diesen Fall oder für die Fälle die 
Formeln abzuleiten. 
Der Bewegungszustand Zu Anfang ist ganz willkürlich. Die Erde ist bei 
dieser Untersuchung als ein Körper zu betrachten, der aus konzentrischen, 
kugelförmigen, homogenen Schichten besteht, 
Es dürfen keine anderen Größen als: Luftwiderstand, Reibung der Achsen 
in den Zapfen und die Masse jeder der beiden Ringe unberücksichtigt werden. 
$ 1. Einleitung. 
Die gestellte Preisfrage verlangt die Untersuchung der Bewegung eines 
Körpers oder einer Gruppe von Körpern, im vorliegenden Fall des unter dem 
Namen »Gyroskop von Foucault« bekannten Systems in bezug auf die bewegende 
Erde d, h. Gleichungen abzuleiten, die die Koordinaten des Systems als Funktionen 
der Zeit ausdrücken, wenn diese Koordinaten den Stand des Systems in bezug 
auf ein festes, mit der Erde verbundenes Achsensystem bestimmen, 
Wie sich später zeigt, gibt die Art des bewegenden Systems Anlaß, 
für diese Koordinaten die drei Winkel von Euler zu wählen, die sich besonders
	        
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