accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

I

v1» +

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1914,

Die Kurven sind der Reihe nach Mittelwerte aus den 12 bis 13 synodischen
Monaten der Doppelwinterhalbjahre 1877/79, 1884/86, 1891/93, 1898/1900 und
1905/07 für Karlsruhe. Die 7jährigen Abstände sind gewählt, um die Verschiebung
 durch den Zeitraum von 35 Jahren, d. h. von fast zwei Mondzirkeln
in fünf Kurven, ersichtlich zu machen,
Tatsächlich verläuft hier, wie bei den Jahres-Untermitteln, diese Verschiebung
 im synodischen Monat erst in 2 X 18.6 = 37.2 Jahren. Infolgedessen
eliminierte sich dieselbe beim Abschluß meiner Rechenarbeit mit dem Jahre 1907
— Ohne daß ich mir dessen damals klar gewesen wäre — fast vollständig, weshalb
auch in Figur 3, deren mittlere Kurve das Hauptmittel aller 35 Jahre zeigt,
während die Kurven darüber und darunter die Mittel der Winter- bzw. Sommerhalbjahre
 ersehen lassen, die Hauptminima mit den Hauptmondwechseln übereinstimmen,

Figur 2 ist mithin ein Beispiel für die Interferenz des synodischen Monats
mit der 18.6jährigen Mondperiode und mit Figur 3 zusammen ein Beweis dafür,
daß im synodischen Monat eine halbmonatliche Periodizität im Luftdruck herrscht.
Die Kennzeichen dieser Doppelperiodizität, die Hauptminima zu den Zeiten
des Neu- und des Vollmondes, waren übrigens auch schon vor 100 Jahren bekannt.
 Nach Schübler ergab sich die mittlere Barometerhöhe zur Zeit der
Syzygien tiefer als zur Zeit der Quadraturen:
aus Herzbergs 25jährigen Beobachtungen um 0.970 mm,
Flaugergues 20 « « « 0.455 « und
Bouvards 12 < « « 0.701 «
Bouvard teilte das Nähere über diese Beobachtungen im 7. Band der
Memoires de VAcademie Royale des Sciences de France, S. 316 bis 321 mit.
Nach meinen Zahlen ist dieser Unterschied etwas geringer, 0.4 bis 0.5 mm,
was zum Teil von meiner längeren Untersuchungsreihe herkommt.
Daß bei früheren Untersuchungen die wahre Bedeutung der Luftdruckkurven
 aus dem synodischen Monat nicht erkannt wurde, mag wohl etwas der
geringen Zahl von Kurvenpunkten beim Oktantenverfahren zuzuschreiben sein,
in der Hauptsache aber dem Umstande, daß man die erhaltenen geringen Wellenhöhen
 für absolute Werte nahm.
Wer auf diesem Gebiete arbeitet, weiß, daß die Amplituden um so niederer
ausfallen, aus je längeren Reihen sie erhoben sind. Sie sind mithin relative
Werte, mit-der Perspektive im Sehen vergleichbar, Das Wesentliche an Kurven
aus langen Reihen ist, daß sich mit der Zeit die Interferenzwirkungen andersperiodischer
 Wellensysteme eliminieren, so daß der Verlauf der Kurven regelmäßiger,
 die Tendenz des betreffenden Gesetzes sicherer zeigend wird,
Schließlich ist noch hervorzuheben, daß wenn auch im synodischen Monat
die Amplituden der Luftdruckschwankung vom Sommer nach dem Winter hin
wachsen, wie Fig. 3 zeigt, doch der Sinn der Kurven derselbe bleibt, so daß hier,
im Gegensatz zum tropisch-drakonitischen Monat, von einem Normalbarometergang
gesprochen werden kann. Es kommen eben beim synodischen Monat zu allen
Jahreszeiten nur die Stellungen der Sonne und des Mondes zur Erde entscheidend
in Frage.

2. Die Änderung des Luftdruckes im anomalistischen Monat.
In diesem Monat liegt von vornherein für die Untersuchung klar, daß wenn
der Mond eine Attraktionswirkung auf die Erde ausübt, solche in Erdnähe, bei
nur 363000 km Entfernung eine andere sein muß als bei Erdferne in 406000 km
Abstand. Aus diesem Umlauf ist mithin eine einphasige Luftdruckwelle zu
erwarten.
Diese Welle ist jedoch, wie gezeigt werden wird, hinter Interferenzeinflüssen
so versteckt, daß sie erst nach Beseitigung jener Einflüsse in die Erscheinung
tritt. So konnte sie bisher durch Rechnung allein nie ermittelt werden.
Bei meiner Untersuchung über den Einfluß des anomalistischen Monats auf
den Luftdruck, welche parallel mit der Untersuchung über den Einfluß des
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.