Durch die Straße Le Maire und die Umsegelung von Staaten-Eiland. 421
gestellt, Der um 8% 30min N ermittelte und von dem vorherigen weit abweichende
Schiffsort wurde durch verschiedene Peilungen mehrfach kontrolliert und als
richtig befunden, mithin scheint der Strom doch starke Abweichungen nach Osten
oder Westen zu haben und nicht immer in der Richtung der Straße zu setzen.
Um 9% 40min N passierten wir die Linie Kap Bartholomew—Kap Good
Success in 8 Sm Abstand vom letzteren. Die Straße wurde also in zwei Stunden
gegen den Strom durchsegelt. Nördlich und südlich von der Straße war die See
mäßig bewegt, Dünung wurde nicht bemerkt. Der Wind blieb während der Nacht
NW, anfangs frisch, später flau, doch brachte er das Schiff bis 8b V des nächsten
Tages in die Nähe Kap Horns.«
Nach dem Bericht von Kapt. D. Dinkela, Schiff »Werner Vinnen«, auf
der Reise von Hamburg nach Santa Rosalia, gebrauchte dieses Schiff sechs Stunden
zur Durchsegelung der Straße. Am Mittag des 17. September 1912 stand » Werner
Vinnen« auf 54° 24’ N-Br. und 65° 23’ W-Lg., somit etwa 19 Sm mw. NW!AN
vom Kap San Diego. Der bis mittags wehende Weststurm hatte abgenommen;
bei frischen nordwestlichen Winden wurde die Straße Le Maire angesteuert. Um
6b N kam die Ansiedelung von Thetis-Bucht in Sicht, Vor dieser Bucht stand
heftige Stromkabbelung. Um 7% wurde Kap San Diego mw. SO, etwa 4 Sm Ab-
stand gepeilt. Von hier ab wurde das Schiff mit großer Geschwindigkeit an
dem Kap vorbeigesetzt. Es herrschte gleichzeitig wilde durcheinander laufende
See. Etwa 20 Minuten lang wurde das Schiff steuerlos und mit 6.5 Kn Ge-
schwindigkeit quer nach Staaten-Eiland versetzt, dann gehorchte es wieder dem
Ruder, wenn auch nur ziemlich schwerfällig. Um 8: N wurde das Wasser wieder
rühig, und das Schiff war gut auf dem Kurse zu halten, jedoch kam es wenig
oder gar nicht voraus. Von 10% an wurde etwas Fortgang erzielt, so daß
»Werner Vinnen« um 1% V des 18. September am Ausgange der. Straße stand,
Es gelang dann, bei mäßigen bis frischen WNW-Winden um 12% desselben Tages
Kap Horn zu passieren,
Während der Durchfahrt stand das Barometer beständig auf 750 mm.«
Kapt. J. Marcus, Schiff »Marie«, auf der Reise von Hamburg nach Taltal,
berichtet über die Ansteuerung der Straße Le Maire: »Am: Mittag des 8, No-
vember 1912 standen wir in 50° 30’ S-Br. und 64° 20’ W-Lg. .Der Wind war
WNW, Stärke 4 bis 5, bei einem Barometerstande von 748 mm. Wir steuerten
einen gut westlichen Kurs, um genügend Luv für die Straße zu gewinnen. Am
folgenden Tage, am 9. November, befanden wir uns mittags in 52° 43’ S-Br. und
66° 58’ W-Lg. Der WNW-Wind, der allmählich bis Stärke 7 angewachsen war,
nahm im Laufe des Nachmittags mehr zu und wehte um 8% N schon als voller
Sturm mit sehr heftigen Böen. Das Barometer war bis 738 mm gefallen. Um
9b leyten ‚wir das Schiff auf B-B.-Halsen bei. Dieser Weststurm hielt bis zum
Mittag des 10. November an, zu welcher Zeit wir uns in 53° 18’ S-Br. und 65°
27’ W-Lg. befanden, Da der Wind etwas abnahm, hielten wir wieder ab, setzten
Segel und nahmen den Kurs auf die Straße wieder auf, Aber je südlicher wir
kamen, desto mehr nahm der Wind zu; das Barometer fiel wieder schnell. Der
Wind war WzN und erreichte Stärke 10 bei 7832 mm Barometerstand, Wir
mußten um 12b nachts wieder beidrehen und legten das Schiff auf St-B.-Halsen
bei, Am 11. November war unser Mittagsort 54° 18’ S-Br. und 65° 05’ W-Lg.
Um 2h N nahm der Wind, der bis jetzt. aus WzN mit Stärke 10 bis 11 bei 780 mm
Barometerstand geweht hatte, wieder ab, so daß wir wieder abhalten und Kurs
auf die Straße steuern konnten, Um 3e N sichteten wir Staaten-Eiland und die
Hamburger Viermastbark »Ponape« auf B-B.-Halsen vor Untermarssegeln. Eine
Stunde später, um 4%, holte der Wind SW; wir drehten etwa 15 Sm rw. N von
Kap San Diego bei und legten das Schiff unter kleinen Segeln auf B-B.-Halsen,
Beim Beidrehen geriet das Schiff in kurze, hohe See aus WNW. Starke Strom-
kabbelung machte das Schiff steuerlos und drehte es zeitweise im Kreise herum.
Um 8h N peilten Kap San Diego mw. S!/,W in etwa 10 Sm Entfernung. Während
der Nacht hatte der Wind bis auf Stärke 6 nachgelassen und nordwestliche
Richtung angenommen. Morgens am 12. war vom Lande nichts mehr zu sehen,
und auch unser Mitsegler war aus Sicht. Wir hatten starke Versetzung nach