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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1914.
Baraka liegt an der Innenseite des Burton-Golfes im Schutz der Halbinsel
Ubwari, doch ist der durch die Halbinsel gewährte Schutz nur gering, weil die
Südwinde doch ziemlich unbehindert in die Bucht wehen können. Nach Ver-
legung des Sitzes des Sektionschefs von hier nach Uvira hat dieser Platz an
Bedeutung verloren.
Uvira, Sitz des Chefs der Sektion, hat einen wenig geschützten Hafen, aber
eine große Bedeutung für den Handel, weil hier die Karawanenstraßen aus dem
Kongogebiet münden. Seine Nähe zu Usumbura macht den Platz auch zu einem
Hauptausgangspunkt des stark entwickelten Schmuggelverkehrs nach dem deut-
schen Ufer hinüber,
Mtoa-Albertville. Das große Fallen des Seespiegels seit 1879 hat die bei
der Gründung von Mitoa-Albertville in den 70er Jahren bestandene geschützte
Baie de Nganza zum größten Teil trockenfallen lassen, so daß die jetzt ziem-
lich gerade verlaufende Küstenlinie Schiffen nicht den geringsten Schutz mehr
bietet. Die Verlegung der Regierungsstation von hier nach der Lukuga-Mündung
ist anscheinend bereits in die Wege geleitet oder bereits erfolgt, denn nördlich
der Lukuga-Mündung konnte man bereits auf einer Anhöhe mehrere fertige Neu-
bauten sehen,
Matamba-Insel. Die nierenförmig gestaltete Matamba-Insel, etwa eine halbe
Stunde nordöstlich von Mtoa gelegen, bietet in einer kleinen Bucht vorzüglichen
Schutz gegen alle Winde. Hier ist auch der Liegeplatz des belgischen Dampfers
»Alexandre Delcommune«,
Die Lukuga-Mündung hat bis jetzt noch keinen Hafen oder geschützten
Landungsplatz. Es war für uns wegen Seegang und Brandung leider voll-
kommen ausgeschlossen, dort zu landen. Daß hier die Bahn enden wird, scheint
festzustehen.
Nona, ebenfalls Sitz eines Sektionschefs, liegt an einer kleinen, sehr tiefen
und gut geschützten Bucht. Der belgische Dampfer liegt hier gewöhnlich an
einer Brücke festgemacht, dicht unter Land.
Moliro ist die Grenzstation nach dem englischen Gebiet hin; der Ort liegt
an einer nach Norden offenen kleinen Bucht, die während der meisten Zeit des
Jahres Schiffen genügenden Schutz bietet,
Außer diesen genannten Häfen sind wir noch an einer Menge kleiner
Buchten vorbeigekommen, die als Schutzhäfen aber nur zu ganz windstillen
Zeiten benutzbar sind, weil man der großen Wassertiefen wegen — die Berge
fallen auf der belgischen Seite steil in den See — ganz dicht unter Land und
noch dazu auf felsigem Grunde ankern muß. So hatten wir in der Uhui-Bucht
200 m von Land noch 680 m Wasser!
. Für Befeuerung und Betonnung machen die einfachen navigatorischen
Verhältnisse auf dem See vorläufig nur wenig Vorkehrungen notwendig, und
auch dies nur unter der Voraussetzung, daß die Dampfer auch nachts unterwegs
sind. Ein gefährliches Schiffahrtshindernis, auch bei Tage, bilden die Wampämbe-
Klippen, die deshalb Seezeichen erhalten sollten. Hinderlich ist ferner die Mla-
garassi-Mündung, wo der Fluß bis etwa 4 Sm weit in den See hinein Sand und
Schlamm geschwemmt hat, so daß die Schiffe die Mündung in weitem Bogen um-
fahren müssen,
Von den Hafenplätzen und deren Einfahrten sollten zunächst Kigoma als
Haupthafen befeuert werden, dann auch Usumbura, Ebenfalls Kirando, wo die
Einsteuerung bei Nacht nicht ungefährlich ist, Sie wird am besten erfolgen
zwischen den Inseln Mwuna und Lupito, wofür Leitfeuer am Seeufer aufgestellt
werden müßten. Diese Einfahrt wird auch bei Tage von den von Süden kom-
menden Schiffen gewählt werden, während von Norden kommende den Eingang
zwischen der Insel Muila und dem Festland wählen werden. Nachts werden die
von Norden kommenden Dampfer zweckmäßig auch die andere befeuerte Ein-
fahrt benutzen,
Der Schwerpunkt des Handels wird solange, bis die Kongobahn an den
See herangekommen sein wird, also bis Mitte 1915, jedenfalls im Norden des
Tanganika-Sees liegen. Der Verkehr der europäischen Reisenden und Großwild-