a (1
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1914
Kap North Cove,
eine seichte. Bucht, erstreckt sich an der Südseite des westlichen Teiles von Kap
North 4 Kblg weit nach Osten. Ein Inselchen mit einem Haus darauf liegt
21/„, Kblg innerhalb der Einfahrt und füllt die Bucht beinahe aus. Eine 0.6 m
(2’) hohe Klippe liegt 21/, Kblg südsüdöstlich von der nördlichen Einfahrtshuk,
und eine Untiefe mit 2.7 m (9') Wassertiefe liegt 1 Kblg südwestlich von der
Klippe.
Kleine Schiffe kommen in die Bucht und ankern auf 9.1 m (5 Fad.)
Wasser, sie laufen beim Einsteuern nahe unter der Nordseite der Bucht entlang.
Black Island Harbour
heißt die schmale Bucht beim Nordende von Black-Eiland auf etwa 53° 471 N-Br.
und 56° 22’ W-Lg. Sie bietet guten Schutz für Fischerfahrzeuge; beim Einlaufen
fahre man nahe unter der Südseite der Bucht entlang. (Fortsetzung folgt.)
Durch die Straße Le Maire und die Umsegelung von Staaten-Eiland.
(Nach Kapitänsberichten und meteorologischen Tagebüchern.)
(Amtlich,)
Sowohl im deutschen »Segelhandbuch für.den Atlantischen Ozean«, dritte
Auflage, wie auch im Englischen Segelhandbuch »South America Pilot«, Part II,
sind ausführliche Anweisungen über die Durchsegelung der Straße Le Maire
gegeben. Diese Werke enthalten viele beachtenswerte Angaben und auch Be-
richte von Kapitänen, wie es den einzelnen Schiffen bei der Durchsegelung dieser
Straße ergangen ist. Mit Rücksicht auf diesen Teil der Reise rund Kap Horn
vom Osten nach Westen, ob der Weg durch die Straße Le Maire oder um
Staaten-Eiland zu nehmen sei, herrschen unter den Schiffsführern dennoch große
Meinungsverschiedenheiten, obwohl das Für und Wider dieser Frage in den oben
angeführten Werken genügend behandelt und dem kaum etwas Neues hinzu-
zufügen ist.
Zur weiteren Beleuchtung der Verhältnisse in der Straße Le Maire und
in deren Umgebung folgen hier dennoch einige der in den letzten Jahren der
Deutschen Seewarte eingelieferten Berichte von Kapitänen deutscher Segelschiffe
über die Durchsegelung und die Ansteuerung dieser Straße.
Kapt. D. Ballehr, Schulschiff »Herzogin Sophie Charlotte«, auf der Reise
von Nordenham nach Valparaiso, berichtet: »Am 30. August 1911 befanden wir
uns mittags auf 53° 48’ S-Br. und 65° 41’ W-Lg. Bei einem Barometerstand von
773.5 mm hatten wir frischen Wind aus NW bis Nord. Das Barometer fiel lang-
sam. Der Kurs wurde auf Kap San Diego gesetzt. Vor dem Dunkelwerden
konnten wir zur Ortsbestimmung gute Kreuzpeilungen erhalten, Da allem An-
schein nach Wind und Wetter während der Nacht günstig bleiben würden, ent-
schloß ich mich, die Straße Le Maire zu durchsegeln, zumal auch nach meiner
Schätzung der Strom ab 9 Uhr abends südlich setzen mußte. Es war zur Zeit
klares, sehr sichtiges Wetter bei Mondschein, der Himmel war leicht bewölkt.
Die Berge Feuerlands traten scharf hervor. Über Staaten-Eiland lagen dichte,
böig aussehende Wolkenmassen, jedoch waren die unteren Landspitzen gut zu
sehen. Das Feuer von New Year-Eiland wurde nicht gesichtet. Um 7k 38min N
peilte Kap San Diego rw. West, 5 Sm entfernt. Die für Kreuzpeilungen nötigen
Landmarken Three Brothers, Kap San Diego, Kap Good Success und Kap Bar-
tholomew hoben sich scharf vom Horizont ab, und da immer gleichzeitig drei
Landmarken gepeilt wurden, konnte der Schiffsort ziemlich genau bestimmt
werden. Der Wind war in der Straße NW, 6. Die See war leicht bewegt. Strom-
kabbelung wurde nicht bemerkt. Es wurde genau auf Kurs und Fahrt des
Schiffes durchs Wasser geachtet, letztere durch Patent- und Handlogge mit
10.0 Kn ermittelt, dazu wurde der Schiffsort pünktlich durch Peilungen fest-