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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Wallis, W.: Das Nautische Institut d. Kgl. Niederl. Paketfahrt-Gesellsch, zu Tandjong Priok usw. 407 
Das Personal 
dem 
besteht aus: 
Vorstand . . . . . Herrn $. Mars 
1. Offizier der K.P.M. « J. Schrick 
Sekretär. ...... + F.W. Buensing 
indischen Assistenten . « Mas Seno 
und einem Diener. 
Untersuchung der Kompaßrosen. Nach dem Muster des von Herrn 
van Hasselt — Stifter und Direktor der Amsterdamer Filialeinrichtung — ent- 
worfenen Apparats, wurde von der Firma Kipp zu Delft ein Apparat zur 
Prüfung der Reibung von Pinne und Hütchen angefertigt. Dieser Apparat dient 
auch gleichzeitig zur Untersuchung der Konstruktion der Kompaßrosen und zur 
Bestimmung der Schwingungsdauer. 
Er besteht aus einem Triebwerk und einem Pinnengehäuse, das zur Auf- 
nahme der zu untersuchenden Pinne dient. Nachdem die Kompaßrose aufgesetzt 
ist, wird die Pinne durch das Treibwerk um ihre eigene Achse gedreht. Gewöhn- 
lich dauert eine Runddrehung zwei Minuten. Ist eine Reibung zwischen Pinne 
und Hütchen vorhanden, so weicht die Rose von dem magnetischen Meridian ab. 
Stellt M das magnetische Moment dar, H die Horizontalintensität des Erdmagne- 
tismus, ö den Ablenkungswinkel, dann wird die Kraft R, die die abgelenkte 
Kompaßnadel in die Lage zu bringen strebt, die sie vollständig freibeweglich 
einnehmen würde, dargestellt durch die Formel 
R! —= MH sin 0. ; 
Bei einer dauernden Abweichung ö, die durch die runddrehende Bewegung 
der Kompaßpinne verursacht wird, wird diese Kraft gleich der Reibung von 
Hütchen und Pinne F. Da die Reibung dem Gewicht der Rose proportional 
gesetzt werden kann, so wird, wenn p dieses Gewicht bezeichnet, an Stelle des 
magnetischen Moments der Nadel der Quozient in die Gleichung gesetzt werden 
müssen. Sir Wm. Thonnoe hat zuerst eingesehen, daß leichte Rosen den schweren 
vorzuziehen sind, 
Da H veränderlich ist, so ändert sich auch F, da F mit H proportional 
gesetzt werden kann. In Indien, wo H ungefähr zwei- bis dreimal größer ist 
als in der Nordsee, wird bei gleichen Kompaßverhältnissen der Einfluß der 
Reibung von Hütchen und Pinne kleiner sein, Für gute Pinnen und Hütchen 
wird in Tandjong Priok mit dem oben genannten Apparat eine Abweichung von 
0.2° bis 0.3° gefunden, wogegen in Holland, wo H halb so groß ist, 0.5° und an 
Orten, wo H ein Viertel der Größe wie in Indien ist,. {- 1°, Dieses ist daher 
auch mit die Ursache, daß die Kompaßrosen auf hohen Breiten, wo die Hori- 
zontalintensität klein ist, unruhiger sind als in der Nähe des Äquators. 
Schwingungsdauer der Kompaßrose. Kommt die Kompaßrose durch Rollen 
oder Stampfen des Schiffes und durch Erschütterungen der Schraube, verbunden 
mit der Reibung von Pinne und Hütchen ins Schlingern, d.h. macht sie eine 
azimutale Bewegung um die Nord—Südlinie, so werden die Schlingerbewegungen 
der Rose am größten sein, wenn die Schwingungszeiten von Rose und Schiff 
gleich sind. Die Kompaßrosen von Sir Wm. Thomsen bieten den Vorteil, daß 
sie bei einem großen Verhältnis = eine große Schwingungsdauer haben. 
Nennt man St die Schwingungsdauer des Schiffes und Kt die der Kompaß- 
rose, so wird = 2 ein günstiges Verhältnis sein, da dann die Schlinger- 
bewegungen der Rose durch die Schwingungsdauer des Schiffes verkleinert 
werden. . 
Die Schlingerperiode einer Kompaßrose kann dargestellt werden durch 
die Formel: 
VIr m 
T=zx ar 
worin Tr m das Trägheitsmoment der Rose bedeutet. Die Schwingungsdauer der 
von Harrie in Amsterdam angefertigten Kompaßrosen beträgt in Amsterdam
	        
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