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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1914.
also ausgezeichnet dadurch, daß es im Sommer etwa 1°, niedrigeren
Salzgehalt und 5° bis 6° niedrigere Temperaturen, als das benach-
barte Wasser des Arabischen Meeres besitzt. Dies spricht beides dafür,
wenigstens für den Sommer durch den SW-Monsun bewirkten Auftrieb anzu-
nehmen, der das zu beobachtende fremdartige Wasser aus der Tiefe an die Ober-
fläche schafft 3).
Die Beobachtungen der Wasserfarbe ergaben sowohl im November als
auch im April blaugrünes Wasser mit 2 bis 4%, Gelb. Tiefblaues Wasser (0%,
Gelb) wurde nicht ein einziges Mal beobachtet. Hier dürfte also die Darstellung
im Valdivia-Werk zu ändern sein; auf dieser ist nämlich für den mittleren Teil
des Arabischen Meeres 0°%,, für die Östlich und westlich benachbarten Gebiete
0 bis 2% Gelb verzeichnet”).
Für den Persischen Golf wurden zuerst 1907 verläßliche Oberflächen-
salzgehaltsangaben ‚gewonnen, als in den Monaten Februar und Mai—J Juni von
Offizieren der Hamburg-Amerika Linie Wasserproben zur titrimetrischen Be-
stimmung des Salzgehaltes gesammelt wurden®). Diese Beobachtungen werden
durch die jetzt vorliegenden aus den Jahren 1910 und 1911 wertvoll ergänzt, da
von den 25 Wasserproben 3 im Mai, 3 im Oktober, alle übrigen im September
entnommen wurden. Die Septemberbeobachtungen sind einigermaßen regelmäßig
über das Gebiet verstreut, so daß sich über die Verteilung des Salzgehaltes in
diesem Monat ein Bild gewinnen läßt (vgl. Fig. 1).
Wie im Februar und Mai-—Juni nimmt der Salzgehalt von Osten nach
Westen im September zu, und durch die Isohaline von 39.5°%0, die etwa von
Ras Rekkan, dem nördlichsten Punkte der arabischen Halbinsel El Katr, bis zum
persischen Orte Kangun verläuft, läßt sich der Persische Golf in eine salzärmere
östliche und in eine etwas salzreichere westliche Hälfte teilen. Nach Osten
nimmt der Salzgehalt ab bis zu Werten zwischen 38.22 und 37.43°% in der
Straße von Ormuz. Westlich der 39.5 °% g-Isohaline dagegen steigt der Salzgehalt
weiter bis auf 40.99°%,g bei Buschehr. Noch zwei weitere Werte über 40°. zeigen,
daß die persische Küste von etwa 52° O-Lg. bis zum Schatt el Arab von einem
Streifen Wassers mit über 40%.) Salzgehalt begleitet ist. Dies ist auch im
Februar und Mai-—dJuni der Fall, so daß offenbar das ganze Jahr hindurch im
Nordosten der höchste Salzgehalt mit über 40%, zu suchen ist.
Bei Betrachtung der absoluten Salzgehaltswerte für September fallen be-
merkenswerte Unterschiede von denen für Februar und Mai—J Juni auf. Es tritt
die allgemein geltende Erscheinung hervor, daß der Salzgehalt im September
höher ist als im Juni, dagegen niedriger als im Februar, der September dem-
nach zur Übergangszeit zwischen den Extremmonaten gehört. Dies zeigen die
folgenden an ungefähr gleichem Orte angestellten Beobachtungen aus dem Februar,
Juni 1907 und September 1911:
N-Br.
O-Le.
duni 1907
' September 1911 Februar 1907
Bemerkungen
26° 32
26° 29
269° 987
51° 26
50° 52’
51° 28
38.74
30 58
Etwa 16 Sm nördlich
von Ras Rekkan
40.01
26° 18 55° 18
26° 18’ 55° 13’
26° 20 55° 22’
1
Auch die 39,5%) -Isohalinen, die für Februar und Juni nach den Salz-
gehaltsbeobachtungen aus dem Jahre 1907 gezeichnet und mit der für den Sep-
tember zusammen auf obiger Karte eingetragen sind, lassen die Übergangs-
stellung des September erkennen. Im Februar, dem salzreichsten Monat, verläuft
N Val. Deutsche Seewarte, Atlas des Indischen Ozeans, Hamburg 1891. Tafel 8, »Ann. d.
Hydr. usw.« 1908, S. 296.
2) @. Schott, Wissenschaftliche Ergebnisse der deutschen Tiefsee-Expedition auf dem Dampfer
»Valdivia« 1898—1899, Bd. I. Ozeanographie u. maritime Meteorologie. Atlas. Jena1902, Tafel XXXWVI.
3) G. Schott, Der Salzgehalt des Persischen Golfes und der angrenzenden Gewässer, »Ann.
d., Hydr. usw.« 1908. 8. 296 ff.
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