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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Schulz, B.: Beiträge zur Kenntnis der Oberflächenverhältnisse der Ozeane usw. 397 
38.1 %oo dagegen von August bis November, also Ende Sommer und Herbst, der 
höhere Mittelwert von 38.8 °/,g auftritt. Ähnliche Unterschiede ergeben sich beim 
Vergleich der folgenden Zahlen von einem nördlicheren Orte. 
Beobachter 
Schott!) . . . Ü 
Mecking. . . .. 
Luksch3 . .'. . 
Schwendie 3 . 1. 
Datum 
10. IV. 1899 
3. V. 1912 
1. XIL 1895 
2. XI. 1908 
U N-Br. 
23° 0 
220 32’ 
220 47 
D90 45’ 
] 
O-Le. | Salzgehalt 
Don 
36° 52’ 
370 7 
37° 8 
36° 54 
39.21 
39.00 
40.09 
40.07 
| 
- April — Mai. 
November — De- 
f zember, 
Jahreszeitliche Unterschiede des Salzgehalts sind demnach ganz 
offenbar vorhanden und auch erklärlich bei Betrachtung der Wind- und Strom- 
verhältnisse. Im nördlichen Roten Meere überwiegen nordwestliche Winde das ganze 
Jahr hindurch*%), in den Monaten Juni, Juli, August gewinnen sie aber auch im 
südlichen Teil bis zur Straße von Bab el Mandeb die Vorherrschaft, Die Folge 
ist, daß dann das salzhaltigere Wasser aus dem Norden weit nach Süden gelangt 
und dort im Sommer und Herbst. höheren Salzgehalt verursacht. Von Oktober 
bis April—Mai überwiegen dagegen bis 18° N-Br. SO-Winde‘l); die weniger salz- 
haltiges Wasser, das letzten Endes, wenigstens teilweise, aus dem Indischen Ozean 
stammt, nach Norden bewegen. 
Über die Oberflächentemperatur des Wassers im Roten Meere ergibt 
sich nach den Beobachtungen von L. Mecking im Mai und November, daß von 
Norden aus eine allmähliche Wärmezunahme bis zu einem Maximum in 17 bis 
20° N-Br. vorhanden ist. Im November 1911 wurde in 25° 22’ N-Br, 24,9° ge- 
funden, bis 19° 4’ N-Br. erreichte die Temperatur des Wassers 29.9°, dagegen 
wurde in der Nähe der Straße von Bab el Mandeb in 13° 50’ N-Br. nur 27,1° 
gemessen. Ähnliches Verhalten zeigte der Temperaturverlauf auf der Rückreise. 
Am Südausgange des Roten Meeres fand sich 28.2°, in 17° 56’ N-Br. die höchste 
Temperatur mit 29,5°, weiter nach Norden zu erfolgte Abnahme bis auf 23.8° in 
279° 14’ N-Br. Diese Temperaturänderung von Nord nach Süd stimmt mit der 
von Luksch®) gefundenen überein sowie mit den in dem Kartenwerk »Meteoro- 
logical Charts of the Red Sea 1895« gegebenen Zahlen®). Danach verschiebt 
sich die Zone der höchsten Oberflächentemperatur im Laufe des Jahres, Im 
Winter, wenn nordwestliche Winde nur im nördlichen Teil des Roten Meeres bis 
etwa 20° N-Br. überwiegen, im Süden dagegen südliche Winde vorherrschen, 
reicht der abkühlende Einfluß des Indischen Ozeans am weitesten nach Norden, 
das Temperaturmaximum liegt in etwa 19° N-Br. Im Sommer dagegen dehnt 
sich der Bereich der nördlichen Winde bis zur Straße von Bab el Mandeb aus, 
und das Gebiet des wärmsten Oberflächenwassers rückt bis 14° N-Br. nach Süden. 
Die vorliegenden Beobachtungen aus dem November deuten auf die Lage des 
Temperaturmaximums in etwa 19° N-Br., für den Mai ergibt sich eine südlichere 
Lage, genau läßt sich die Breitenlage nicht feststellen, da dafür die Beobachtungen 
nicht zahlreich genug sind. Deutlicher zeigen die Verschiebung des Temperatur- 
maximums im Sommer nach Süden die »Ekbatana«-Beobachtungen aus dem Juni 
1911. Im Golf von Aden wurde 29.7° festgestellt, im Roten Meere in 14° 48’ N-Br. 
30.4°, in 18° 18’ N-Br. bereits Abnahme auf 29.,0°. 
Ha. a. 0. 
2) Denkschriften der kaiserlichen Akademie der: Wissenschaften in Wien. LXV. Band. 
Wien 1898, S. 370. . 
3) »Ann. d. Hydr, usw.« 1909, 8. 352. . 
4) Reichs-Marine-Amt, Segelhandbuch für das Rote Meer und den Golf von Aden. Berlin 
1906, S. 23f. "Tafel II. j 
G. Schott, Das Rote Meer. Die für die Schiffahrt wichtigen meteorologischen und hydro- 
graphischen Verhältnisse. »Ann. d. Hydr. usw.« 1896, S, 28 ff, 
5) Denkschriften der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien. LXIX. Band. 
Wien 1901, S. 390. 
6) Ebenda. S. 391, sowie G. Sehott. a. a. O0... S5.36£
	        
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