Thorade, H.: Die Geschwindigkeit von Triftströmungen und die Ekmansche Theorie. 389
man alle beobachteten Triftströme zugrunde, so ergibt sich unter der Annahme,
daß der Triftstrom der Windgeschwindigkeit proportional ist: ;
Windgeschwindigkeit. ..... +++ .0-2 2-4 >4
Triftstrom auf 1 Windgeschwindigkeit . . 0.95 0.78 0.94 Sm im Etmal,
eine hinlängliche Übereinstimmung, um den Ansatz— = Const. zu rechtfertigen
(Genauer Ss = cv!%% aa. 0.8. 382) Diese Konstante, die wir oben A nannten,
erhält einen etwas verschiedenen Wert, je nachdem, welche Beobachtungsperioden
man zur Bildung des Mittels verwendet, Nansen legt sich dann die Frage vor, ob
diese Ergebnisse auf andere Meeresteile anzuwenden sind; er berücksichtigt da-
bei einmal den Einfluß des Treibeises und zweitens den der geographischen
Breite, Infolge der Unebenheiten der Eisfläche ist wahrscheinlich die Wirkung
des Windes größer als über einer Wasserfläche; man denke an Gegenstände, die
aus dem Wasser hervorragen und im Winde treiben. Andererseits meint er, daß
das Eis der Bewegung mehr Widerstand entgegensetzt, so daß möglicherweise
beide Wirkungen sich aufheben. Endlich setzt er mit Ekman die Trifistrom-
geschwindigkeit umgekehrt proportional zur Wurzel aus dem Sinus der Breite,
Wählen wir das Mittel aus den genannten drei Werten, so erhalten wir
A4=1:91, und mit = 83° in Nansens Sinne 4 Ysin g = 1.90.
Diese Zahl hat Ekman unter Berücksichtigung der Tiefenströme reduziert).
Er denkt sich eine unendlich lange gerade Küste und einen tiefen unendlichen
Ozean gegeben, darüber einen konstanten Wind. Er berechnet die Geschwindig-
keit des entstehenden Tiefenstroms im Verhältnis zu der einstweilen willkürlich
angenommenen des zu kompensierenden Triftstroms und konstruiert den resul-
tierenden Oberflächenstrom. Dies Verfahren wird auf alle Windrichtungen an-
gewendet (da auch Nansen alle berücksichtigte) und das Mittel genommen, Es
stellt sich heraus, daß dann theoretisch die aus Trift- und Tiefenstrom resul-
tierende Oberflächenströmung
S= 1.6658
im Mittel ist, wo s wieder den reinen Triftstrom bezeichnet. Da die Küsten des
Nordmeeres nicht unendlich lang sind und der Tiefenstrom sich infolgedessen
nicht voll entwickeln kann, ist die Zahl 1.66 etwas zu erniedrigen. Ekman, der
nur eine rohe Abschätzung beabsichtigt, setzt
S = 1.58; also s= A,
. 1.5
Wir erhalten damit nach Nansen
AYVYsing=1.90: 15 = 1.27.
4. R. Witting verwertet 5693 Beobachtungen finnischer Feuerschiffe‘).
Um den Einfluß der Küstenform auszuschalten, teilt er seine Beobachtungen in
eine erste Gruppe (nahe der Küste) und eine zweite (im freien Meere); doch
zeigen sich, ganz entsprechend den Dinklageschen Untersuchungen, keine
nennenswerten Unterschiede zwischen den Gruppen, Er versucht die Ansätze
5s=—x%YyYv und s= iv und erhält folgende Tabelle; wir fügen die nach Köppen
ausgerechneten Werte hinzu:
Beaufort
T
u m | Ivy)
v
N
I
Ivy | v
cm Lu «=
Strom een? Gruppe HH...
Nach Köppen:
a cm I....] 42
Strom =, Gruppe 11 | 42
3
51
3.4
5.2
+3
55
6.1
54
3.7
3.6
3.1
30
2,9 25
98 | 95
2.0 17 1 17
1.9 1.7 1.7
1‘) V. W. Ekman, On the influence usw., Arkiv för Mat, ete., K. Svensk, Vet. Ak,.,
Stockholm 1905. bis 1906, Bd. 2, Nr. 11, S. 42; s. auch »Ann. d. Hydr. usw.« 1906. S. 539. Auch, die
S, 379 gen. Abh. d. Verf., S. 53.
2) R. Witting, Zur Kenntnis des v, Winde erz. Oberflstre., »Ann, d, Hydr. usw.« 1909, S. 193 ff,