accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

4 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1914. 
schnell, und die Resultierende fällt in die Windrichtung. 
Bezeichnet r in Fig. 3 die beobachtete Versetzung, x den 
Tiefen-, y den Triftstrom, so ist 
V=T + cos 459, 
Y=3V2. 
in einem streifenförmigen Windgebiet liegt der Fall 
ähnlich. Damit würde sich ergeben 
As=4149.5 23 = 309. 
ein Wert, der von unserem beim Somalistrom gefundenen 
A=3.18 nicht sehr weit abweicht. Übrigens hat auch 
Galle!) für Mohns Gebiet bedeutend kleinere Wind- 
faktoren mittels eines reichen Materials berechnet. Seine Werte für 4 liegen 
zwischen 2.84 und 3.07. Wählen wir 5° N-Br. als mittlere Breite, was dem rohen 
Mittel entspricht, so wird nach Mohn 2 Y'sin g = 1.08. 
2. Fast gleichzeitig mit Mohn hat Dinklage?) den Windfaktor berechnet. 
Er gibt nach 194 Beobachtungen des Feuerschiffs »Adlergrund« folgende Tabelle: 
Windstärke Bft. . . . . .Obis2 2,5bis3 3.5bis4 4.5 bis5 5,5bis6 6.5bis7 7.5 bis 8 8.5 bis 9 
Strom km in 24h, rund ,. 3 5 7 10 13 15 18 21 
Das gibt, nach der Koeppenschen Skala umgerechnet: 
Ve 17 44 262 83 104 124 
Sec 
5 = 85 58 81 116 150 174 208 243 
SEC 
S=@1) 13 13 14 1.4 14 1.4 1.4 
Fie, 3. 
Sehen wir von dem ersten, offenbar unsicheren Werte ab, so ist also der Wind- 
faktor 4 = 1.4. 
Dieser Wert hat keine Reduktion nötig. Die Theorie weist nach?), daß in 
einem geschlossenen flachen Meere der Tiefenstrom infolge der allseitigen Stau- 
wirkung fast völlig unterdrückt wird; wir dürfen daher die benutzten Strö- 
mungen annähernd als reine Triftströme ansehen. Auch der Verlauf der Küsten 
beeinflußte die Strömungen nicht merklich, wie Dinklage feststellen konnte. 
Rechnen wir mit /= 1.4 und wählen als Breite 55° (genau 54° 50’), so wird 
nach Dinklage 4 Ysing = 1,27, 
3. Einer Sonderung in Trift- und andere Ströme begegnen wir bei 
Nansen*). Er untersucht die Trift der »Fram« 1893 bis 1896 und unterscheidet 
genau die jeweilige Windtrift (»winddrift«) von einem dauernden Oberflächen- 
strom (»permanent surface current«). Den Betrag des letzteren findet er, indem 
er die Trift der »Fram« in Zeiträume einteilt, während deren die Resultante 
sämtlicher Winde = 0 ist; da auch hier der Triftstrom rasch dem Winde folgt 
(a. a. O. S. 358), so muß dann auch die Resultante der Triftströmungen = 0 sein. 
Nansen untersucht die Fehlerquellen dieser Methode und findet sie unwesentlich. 
Der dauernde Oberflächenstrom, der sich so ergibt, nimmt von O nach W zu 
und steigt von 0.52 Sm bis auf 1.00 Sm im Etmal; seine Richtung ist fast immer 
dieselbe und kaum vom Winde beeinflußt, zugleich eine gewisse Gewähr für die 
Richtigkeit der angewandten Methode. Zieht man diesen dauernden Strom von 
dem jeweils beobachteten Gesamtstrom ab, so erhält man den Triftstrom. Legt 
% P. H. Galle, Zur Kenntnis der Meeresströmungen, Utrecht 1910. In: Meded. en Verh. 
Kon. Ned. Med, Inst., S. 22, 
?) Dinklage: Die Oberflächenströmungen im südw. Tle, d. Ostsee, »Ann. d. Hydr. usw.« 
188S, 8. 14. 
3) Ekman in »Ann, d. Hydr, usw.« 1906« 8. 532, Krümmel, a. a. O0. 8. 532. 
1) Nansen, a. a. 0. S. 357 ff.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.