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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1914.
Strömung, die mit der Küste den Winkel ß bilde, während die Windrichtung
mit der Küste den Winkel « einschließt. Dann wird A C = y den Triftstrom und
AD = x den Tiefenstrom nach Richtung und Größe darstellen, wenn BC|AD
und BD ;|AC gezogen ist. Wir haben im \ ABC
x = 8 sin (45° + @ — ß)
sin (45° -- «)
_— e-sinß
Yin (45° + a)
Durch dies Verfahren sind die Küstenströmungen geeignet, Aufschluß über
Triftströmungen zu geben; während bei den großen ozeanischen Strömungen die
Richtung des Tiefenstroms nicht sicher genug ist, um die obige Betrachtung
darauf zu gründen. Die vertikalen Strömungen an den Küsten, die man im
kalten Auftriebwasser wirksam gefunden hat, werden in einigem Abstand von
der Küste nicht stark genug sein, das Strombild wesentlich zu verändern,
Zur Untersuchung der aufgestellten Frage nach dieser Methode wurden
die Strömungen an der Westküste Nordamerikas zwischen 40° und 50° N-Br.,
an der Westküste Afrikas zwischen 10° und 30° N-Br. und an der Ostküste
Afrikas von 6° bis 121/,° N-Br. gewählt. Für alle drei Strömungen konnte das
im Archiv der Deutschen Seewarte vorhandene reiche Material benutzt
werden.
Am besten wäre es gewesen, jede benutzte Stromversetzung, nach der obigen
Methode in Tiefenstrom und Triftstrom zu zerlegen, Im vorliegenden Falle
mußten jedoch die Versetzungen in kleinen Gruppen zu Mittelwerten zusammengefaßt
werden; nicht etwa, um zu stationären Zuständen zu gelangen; Ekman
weist nach, daß ein Tiefenstrom sich allerdings langsam entwickelt, dann aber
für eine Jahreszeit wesentlich konstant bleibt; daß dagegen eine Triftströmung
fast gleichzeitig mit dem treibenden Wind erlischt und in einigen Stunden einem
neu einsetzenden Winde folgt, von der unmittelbaren Umgebung des Äquators
abgesehen; eine Tatsache, die schon L. Dinklagel) in den Aufzeichnungen des
Feuerschiffs »Adlergrund« auffiel, und die neuerdings von Brennecke?) auf der
Eisdrift der »Deutschland« regelmäßig beobachtet werden konnte. Es erschien
danach ohne großen Fehler als möglich, die Stromversetzungen als voll entwickelte
Strömungen anzusehen. Doch mußte zu Mittelwerten gegriffen werden, um
Beobachtungsfehler möglichst auszugleichen, Da es auf eine Beschreibung der
Stromverhältnisse nicht ankam, wurde das Mittel durch Berechnung der
mechanischen Resultierenden gebildet.
In gleicher Weise wurde mit dem Winde verfahren; hier wurden die
Beaufortgrade in m/sec umgerechnet mit Hilfe der Köppenschen Werte®). Dadurch
wird das Ergebnis unserer Untersuchung von der Richtigkeit der Köppenschen
Skala abhängig. Von dieser Voraussetzung können wir uns jedoch befreien,
wenn wir die Köppenschen Werte zurückverwandeln nach der Formel
[= nen],
wo v die Windgeschwindigkeit in m/sec, n die Grade der Bft.-Skala bedeutet,
Die für unsere Zwecke ausreichende Genauigkeit der Formel erhellt aus folgender
Tabelle:
Beaufort a a:
Köppen: -
PPeN: Se
vy=143n-+0062n?, .. - |
L.7
4.5 |
31! 48 67 88 10.7
21 | 49! 67 | 87 1 108
12.9
| 13.1 |
15.4 / 18.0 | (21.0)
154 | 179 | 210
‘) Dinklage, Die Oberflächenströmungen usw., »Ann. d. Hydr, usw.« 1888, 8. 16.
?) Brennecke, Ozeanogr. Arbeiten usw., »Ann, d. Hydr, usw.« 1913, S. 144. — Siche auch
Nansen, The oceanogr. of the North Polar Basin. "Che Norw. North Polar Exp. 1893 — 18596,
Scient. Res,, Bd, III, S. 358.
3) Köppen, Neuere Bestimmungen usw., »A. d. Arch, d. Deutschen Seewarte« 1898, Nr. 5 8. 16.
Siehe auch Krümmel. Hdb. d. Oz... IL. Aufl. 1911. &. 70