360
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1914.
von Hayasaki Seto kreuzen sollen, nicht gesichtet worden waren, so wurde die
Einsteuerung in den Golf von Shimabara ohne Lotsen fortgesetzt,
Einsteuerung. Von einem Punkte querab vom Kuchinotsu - Leuchtturm
steuerten wir zunächst 7 Sm weit rw. 72° (mw. ONO83/,0), welcher Kurs 1 Sm
südlich frei von allen Untiefen und °/, Sm nördlich frei von der Insel Yu Shima
führte; diese war auch in der Dunkelheit auf mehrere Seemeilen deutlich aus-
zumachen. Querab von Yu Shima änderten wir den Kurs auf rw. 48° (mw.
NO5/0), passierten damit das Leuchtfeuer von Misumi No Seto, das zu Abstands-
bestimmungen benutzt wurde, und steuerten dann diesen Kurs noch weiter, im
yanzen etwa 8 Sm rw. 48°, bis das Leuchtfeuer von Misumi No Seto rw. 180°
(mw. S3/,W) peilte. Von hier aus steuerten wir, das Leuchtfeuer von Misumi
No Seto recht achteraus haltend, rw. 0° (mw. N2/,O) 4!/, Sm weit, bis das gut
auszumachende Leuchtfeuer von Shimabara in 3 Sm Abstand querab peilte,
Dann liefen wir mit rw. 339° (mw. NzW!/„W)-Kurs in den weißen Sektor des
Leuchtfeuers auf dem Kopfe des nördlichen Wellenbrechers von Miike kö, bis
dieses Feuer auf dem Kurse rw. 5° (mw. N°/,O) gut an St-B. freigehalten
werden konnte,
Im weißen Sektor des Leuchtfeuers auf dem Wellenbrecher aufsteuernd,
ankerten wir um 9% 24” N in etwa 1'!/, Sm Abstand davon auf 20 m (11 Fad.)
Wasser, wo wir nach dem Leuchtfeuer und dem trotz dunkler Nacht sich deutlich
abhebenden Berge Shodai San gute Ankerpeilungen nehmen konnten,
Beim Einlaufen war Flutstrom, der, im allgemeinen dem Verlauf des Golfes
von Shimabara folgend, in der Richtung des Fahrwassers setzte und im südlichen
Teil des Golfes stärker, bis zu 3 Sm, im nördlichen Teil schwächer war.
Bei dem mäßigen nördlichen Wind und dem schönen klaren Wetter waren
die Landmarken und Leuchtfeuer gut auszumachen, Die hellen elektrischen Lichter
der Miike kö-Hafenanlagen waren schon vor Insichtkommen des Leuchtfeuers auf
dem Wellenbrecher weithin sichtbar.
Der ganze Golf, besonders der Teil bei Shimabara, war recht belebt von
kleinen Fischersampans, die bei der Annäherung weiße Lichter zeigten, und von
kleineren Segelfahrzeugen,
Gegen 8b nachts überbrachte ein Angestellter der Mitsui Mining Co. die
telegraphisch von Kuchinotsu übermittelte Aufforderung der Hafenbehörden von
Kuchinotsu, nach diesem Hafen zurückzukehren und die Quarantäne-
{ormalitäten zu erledigen. Man teilte uns auch mit, daß diese Formalitäten
in Miike kö nicht erledigt werden könnten.
Um 3b 45min lichteten wir Anker und dampften bei hellem Mondschein
durch den Golf von Shimabara nach Kuchinotsu zurück, wobei dieselben Land-
marken und Leuchtfeuer benutzt und die beim Einlaufen gesteuerten Kurse in
umgekehrter Richtung verfolgt wurden.
Diese Fahrt fand bei Ebbstrom und Stillwasser statt, Der Tidenhub be-
trägt 4.3 bis 4.9 m (14’ bis 16’) bei Springtide, 2.4 m (8’) bei Nipptide.
Mit Sonnenaufgang ankerten wir in der Kuchinotsu-Bucht unweit des
Leuchtturmes auf 24 m (13 Fad.) Wassertiefe,
Bald darauf kamen in einem Sampan aus dem Innenhafen die gerade
ihren Dienst beginnenden Hafenbehörden, denen später zu schnellerem Anbord-
kommen ein kleiner Dampfer der Mitsui Co. behilflich war. Nach eingehender
Musterung der Mannschaft wurde das Schiff abgefertigt. Eine Deklaration, zu
der das Formular geliefert wurde, mußte ausgefüllt werden, eine Mannschaftsliste
wurde verlangt.
Wenn die ungefähre Ankunft des Schiffes vor Kuchinotsu den Hafen-
behörden vorher telegraphisch mitgeteilt wird, so fertigen diese die Schiffe, die
Miike kö nur zum Bunkern anlaufen, auch während der Nacht ab.
Unaufgefordert bot auch gleichzeitig ein Lotse (Japaner), der in einem
schwarz gemalten Motorboot japanischer Bauart mit der Aufschrift »Licensed
Pilot Boat« längsseits kam, seine Dienste an. Er wurde jedoch nur später zum
Einlaufen in den Einsteuerungskanal zum Miike kö-Außenhafen, zum Ausmachen
der Einlaufsignale im Innenhafen und Ähnlichem in Anspruch genommen und