;rennecke, W.: Einige Ergebnisse von Scotts Südpolarexpedition,
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sind wohl Stürme), die die westliche Hälfte der Barriere heimsuchten und der
Schlittenreise Scotts so verhängnisvoll geworden sind; im Durchschnitt des
Monats wurden 200 Sturmstunden verzeichnet, , Wenn auch erst eine ausführliche
Bearbeitung die Ursachen der Häufigkeit der Stürme und ihre lokale Beüingtheit
auf der Westseite der Barriere feststellen wird, so kann man doch mit Simpson
annehmen, daß die nach Norden von der Barriere abfließenden Luftmassen durch
die Kraft der Erdrotation nach Westen abgelenkt und hier durch die hohe
Gebirgskette gehemmt werden; die Druckverteilung wird daher ungleichmäßig,
und die Luft stürzt entlang den Westbergen durch den Mac Murdo-Sund nach
Norden. Die Stürme brechen meist sehr plötzlich aus, die starken Winde bei
Cap Adare sind ganz anderer Natur wie diejenigen im Mac Murdo-Sund, auch
beobachtete man bei Adare nur leichten südlichen Wind, wenn im Mac Murdo-
Sund ein Sturm tobte. ‚,
Nach dieser Beschreibung sind ‚die Stürme ähnlicher Natur, wie die
Deutsche Antarktische Expedition sie in der Vahsel-Bucht am Inlandeisrand er-
lebte. Barkow!) äußert hierüber: »Stürme waren dort recht häufig, sie brachen
meist plötzlich herein, wehten aber meist nur kurze Zeit. Vielfach blieb auch
während des Sturmes der Himmel wolkenfrei, Ein Zusammenhang mit dem
Luftdruck konnte nicht einwandfrei festgestellt werden. . Bald stürmte es bei
steigendem, bald bei fallendem Barometer.«
Von den Mitteilungen zur Eiskunde von Wright sei folgendes er-
wähnt. Das Meereis erreichte eine Dicke von 2'/, bis 3 m; der Zuwachs von
oben infolge des Schneefalles war gering. Gegen Ende Februar wird das Roß-
Meer verhältnismäßig frei von Packeis und bietet dann der Schiffahrt kein
Hindernis mehr. Die Zahl der Gletscher längs der Küste von Kap Adare bis
zum Beardmore- Gletscher beträgt mehrere hundert, ihre Breite geht bis zu
55 km. Sie entwässern das 3000 m hohe Eisplateau, einige wie der Nordenskjöld-
und Drygalski-Gletscher erstrecken ihre Zungen bis 55 Km weit in die See hin-
ein. Die geringste Gletscherbewegung, die festgestellt wurde, betrug 9m im
Jahre, eine andere Angabe findet sich für den Mackay-Gletscher, für den 90 cm
pro Tag festgestellt wurden.
Die Roßbarriere ist 740 km lang und. 550 km breit, der jährliche Nieder-
schlag wird von Scott auf 10 cm komprimierten Schnee angegeben. Die jähr-
liche Bewegung in nordöstlicher Richtung beträgt 450 m. Nach den Beobachtungen
von Roß und Scott lag der Rand der Barriere 1902 28 bis 37 km südlicher
als 1840 (im Maximum 83 km), seit 1902 ist der Rand stationär. In der Wal-
fischbucht, wo Amundsen überwinterte, ruht die Eisplatte auf einer festen Unter-
lage, die wahrscheinlich aus kleinen Inseln oder Untiefen besteht. Im übrigen
ist aber anzunehmen, daß die Eistafel schwimmt, da an ihrem Rand meist mehr
als 500 m Tiefe gelotet wurden. Die Bewegung der Barriere wird unterhalten
durch den Schneefall, es findet ein fortgesetztes Vordringen nach Norden, eine
nach außen quellende Bewegung statt, gleichzeitig aber auch eine stetige Ab-
nahme durch Schmelzprozesse an der Unterseite der Eismasse,
Sehr wesentlich. sind schließlich die Fortschritte, welche die glazialgeolo-
gische und die topographische Forschung gemacht hat. In ‚sechsmonatiger
Schlittenreise hat die Westabteilung 200 km der Küste und des Hinterlandes
kartographisch aufgenommen, und die Einzelaufnahmen erstreckten sich 50 km
landeinwärts. Die Nordabteilung hat zwei Überwinterungen, eine bei Kap Adare
und eine in der »Terra Nova«-Bucht, ausgeführt, hierbei neben der Durchführung
regelmäßiger meteorologischer Beobachtungen geologisch gearbeitet, so daß die
Schlußfolgerungen, die von Taylor und Debenham gezogen werden, auf regional
ausgedehnten Studien beruhen. Ein Eingehen auf die geologische Geschichte
von Viktoria-Land würde hier zu weit führen, erwähnt sei nur noch, daß die
Topographie der einzelnen Gebiete die verschiedensten Stadien glazialer Erosion
verkörpert.
\ Veröff. des Kgl. Pr. Met. Instituts Nr. 265 Abh, Bd, IV, Nr. 11, 1913.