2939
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1914.
gekommen, der erstgenannte 1912 in »The Ocean waters, an introduction to
physical oceanography«!), wo er eine gegenüber der ersten Ekmanschen etwas
umfassendere Diagrammtafel zur Reduktion der adiabatischen Temperaturen in
situ auf potentielle Temperaturen (1 Atmosphäre Druck, Meeresoberfläche)
gibt, der zweitgenannte in einem trefflichen besonderen Abschnitt seiner Hydro-
graphy der »Thor«-Beobachtungen“), wobei auch die Folgerungen der Wärme-
zunahme auf die Dichte der untersten Wassermassen in Betrachtung gezogen
werden, ein Punkt, den übrigens schon F. Nansen 1904 auch erörterte,
Den Beschluß in dieser geschichtlichen Übersicht bildet das neue Material
von S. M. S, »Planet« aus den Jahren 1907 bis 1913, gesammelt im tropischen
Teil des westlichen Stillen Ozeans.
Was nun die Theorie der Erscheinung selbst betrifft, so wolle man
am besten an dieser Stelle die neuen, für den vorliegenden Zweck von V. Walfrid
Ekman verfaßten Darlegungen »Über den adiabatischen Temperaturgradient im
Meere«®3) lesen; in ihnen sind die neuen von Ekman 1906/7 ausgeführten Kom-
pressibilitätsmessungen verwertet, und die Tabellen des Ekmanschen Aufsatzes
liefern somit die besten Werte, die die Theorie fordert. Wir haben sie auf der
Seewarte nach zwei Richtungen noch ergänzen zu können geglaubt. Ekman
geht in seiner Formel von der adiabatischen Temperaturdifferenz pro cm aus
und gibt in der Tabelle den 105fachen Wert dieser Größe; .so erklären sich
schon für 0m Tiefe die berechneten Größen. Anderseits kann man, wenn man
die Mittelwerte der Ekmanschen Zahlen zwischen zwei Niveaus (z. B. bei — 2°
Temperatur zwischen 0 m 0.016 und 1000 m 0.036 = 0.026) berechnet, die zunächst
für die mittlere Tiefe (hier 500 m) gültig sind, ohne Fehler diese Mittelwerte
benutzen als adiabatischen Temperaturgradient für die gesamte Wassersäule von
0 bis 1000 m; wenn man diese Werte wieder von 1000 m-Schicht zu 1000 m-Schicht
addiert, so erhält man ohne weitere Interpolationsrechnungen in genügender
Genauigkeit den Gesamtbetrag, um den eine homogene Wassermenge bei auf-
wärts oder abwärts gerichteter Bewegung adiabatisch sich abkühlt bzw, erwärmt.
Dies ist in Tabelle VI für Ozeanwasser (09 = 28.00) und in Tabelle VII für
Mittelmeerwasser (0, = 31.00) und für Wasser des Roten Meeres (09 = 32.00)
Tabelle VI. Adiabatische Temperaturänderung mit der Tiefe.
dog = 28.
Tiefen-
intervall
in m
I
) | DS
0°
A920
6
8°
9.
b
4
D
A
4
b
a | b
0—1000
L000—2000
2000—3000
3000— 4000
1000—5000
5000—6000
5000—7000
7000—8000
3000 — 9000
3000—10 000
0.026 | 0.026
046, 072
066! 138
084, 222
102 | ‚824
118| .442
0.044
064
082 ı
1100 |
116°
132
148
162
1176|
88
0.044
‚108
‚190
‚290 |
‚406
‚538
‚686
‚848
1.024
T 919
0.062
080 |
„098 |
114
‘1830|
144
158
172 |
A184:
"196°
0.062 0.078: 0.078
142 1.096 0.174
2240| 1412| 286
3354| 128! ‚414
‚484 | 142 656
628 | 156 712
‚786 169 881
‚958 181‘ 1.062
1.142 193 1,255
1338 29204 1.459
0.095 0.095 0.110| 0.710
110, .205 .125| .235
158! ve 5450| ‚374
1140| ‚4711 „152! ‚626
Tiefen-
intervall
in m
10°
12°
14°
16
18°
a
GG
b
a
b
h
a
h
fr
bh
a . b
0—1000 \ 0.125, 0.125 0.140 | 0.240 | 0.154 0.154 0.168 0.768, 0.182 0.182
1000—2000 139! .264| 152 ‚2092| 166 320) 178 3406| 191, 973
2000—3000 2132| 210| 165 1457| 178 498 |
3000—4000 | 1165| 5817| 176 6332| 188 686
0.194 0.194
203 397
1 |
Ebenda, Hydrograph. Supplemente. I. Serie, 2, Heft, 8. 51 ff.
Vgl. Fußnote Nr. 1, oben S. 325. %
Vgl. den nachfolgenden Aufsatz in dieser Zeitschrift, 1914, S, 340 bis 344.
} a == adiabatische Temperaturänderung für je 1000 m.
5 b = adiabatische Temperaturänderung von der betreffenden Tiefe bis zur Oberfläche.