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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1914.
Fig. 17.
ZN 3h 4b 5h 6h 7 Rh gb 10h 21h 12% MV
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9. bis 10. September 1913, Windrichtung.
Die verhängnisvolle Böe war gänzlich auf die Helgoländer Bucht, die Jade,
Unterweser und Elbmündung beschränkt. An der schleswig-holsteinischen Küste
ist nach den Aufzeichnungen des Anemometers in Keitum, sowie nach denen der
Beobachter an den Sturmwarnungsstellen, überhaupt kein starker Wind an diesem
Tage vorgekommen. Auf der anderen Seite wehte zu Borkum, Groningen und
Helder der Wind an diesem Nachmittag nach seinem Umgehen nach NNW zwar
recht frisch, aber durch mehrere Stunden ziemlich gleichmäßig, ohne einen ausgeprägten
Windstoß. Nur in Leeuwarden, wo ebenso‘ wie in Wilhelmshaven ein
Dines’sches Saugrohr-Anemometer aufgestellt ist, wurde ein kurzer Stoß bis
12 m p. Sek. von 7% 8win bis 7b 12min aufgezeichnet, der mit dieser Böe zusammenhängen
dürfte. Sonst ist in den Niederlanden an diesem Tage nach der gefälligen
Mitteilung des Direktors des Kgl. Niederländ. Meteorologischen Instituts
beim Vorübergange der flachen Teildepression zwar eine böenartige Windänderung,
aber nichts vorgekommen, was den Namen einer eigentlichen Böe verdient.
„Diese enge räumliche Beschränkung des untersuchten Phänomens tritt aus
den Änderungen der Windrichtung fast noch klarer hervor als aus jenen der
Windstärke. Bezeichnen wir mit K = Krimpen — die Drehung des Windes im
Sinne N—W—8S, mit, A = Ausschießen — die entgegengesetzte, So erhalten wir
folgendes Bild der Änderungen des Windes am 9. September an den Anemographen;
die Zahlen bedeuten die Tagesstunden, die mit der Böe zusammenhängende
Drehung ist unterstrichen,
Keitum (Sylt) 9-12 A(WSW-WNW) 4-5 A (WNW-NNO)
Wilhelmshaven 9 A (SW-W) 12 A (W-NW) 1-4 K (NW-8) 6-8 A (S-N) 11-12 K(N-NW)
Bremen 9-12 A (S-W) 2 A(W-NW) 61, KON W-SW) 9-11 A(SW-N) 1 K(N-NW)
Hamburg 9-12 A (SO-WSW) 3-5 A (WSW-NNW) 9-101%, K(N-SW) 11-12 A(SW-NXNW)
Borkum 3-4 A(SW-NW) 6-7 A (NW-N
Auf Borkum fand also ebenso wie auf Sylt nur ein einfaches einmaliges
Ausschießen des Windes statt, und ebenso weiter im SW, auf den niederländischen
Stationen: hier ging der Wind am Helder zwischen 2b und 5% N, bei Groningen
und Utrecht zwischen 4% und 7 von W nach NNW um.
Auf dem Meere zwischen Borkum und Sylt und südostwärts fortschreitend
bis nach Hamburg hin spielte sich dagegen ein viel komplizierterer Vorgang
ab: nach dem ersten Ausschießen des Windes bis nach NW setzte ein langsames
oder schnelles Krimpen desselben bis SW oder S ein, worauf erst das zweite
Ausschießen nach N stattfand, das den Küstenorten, aber nicht mehr Hamburg,
den schweren Windstoß brachte.
Die übrigen meteorologischen Elemente bieten an diesem Tage nicht viel
Bemerkenswertes, Die Temperatur zeigt in Hamburg einen stetigen Abstieg
von 3ER N bis 51/,k V, in Bremen einen verstärkten Fall von 5 bis 6'/„® N, dann
Gleichbleiben bis 9b und darauf wieder Fall bis 21/,®* nachts, also wohl einen
Zusammenhang mit den Drehungen des Windes, aber nicht mit der Böe. Regen
ist weder in Bremen noch in Wilhelmshaven während der Böe gefallen, in Bremen
hat in ihr sogar interessanterweise die Luftfeuchtigkeit von 94°%, um 11 auf
80%, um 11'/% abgenommen, um dann erst gegen 21,» wieder auf 95%, zu
steigen. Starken Regen hat es in Wilhelmshaven nur um 3*/, bis 5'/,% N (31/,mm)
und um 1% V (1! mm) gegeben.
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