Köppen, W.: Über Böen, insbesondere die Böe vom 9. September 1913, 309
Figur 10 gibt den Anblick der herannahenden Böe von vorne. Unter
einem tiefhängenden Wolkenwulst zeigt sich ein gleichförmiges (»schmieriges«)
graues Segment, das je nach der Beleuchtung dunkler oder heller!) als der Wulst
ist, der den Regen als »Wolkenkragen« oder »Gewitterkragen« vorn und seitlich
umgibt. Zwei gute photographische Aufnahmen eines solchen findet man auf
Tafel IX von A. Wegeners Thermodynamik der Atmosphäre (Leipzig 1911).
Fig. 10,
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Die Stellung dieses Wolkenwulstes zum Regen und zur Luftbewegung ist
in Fig. 11 in einem idealen Schnitte in der Richtung des Fortschreitens der Böe
angedeutet. Die schattierten Säulen stellen drei kurze Regenschauer dar,
die einander folgen; b [und eventuell (b)] sind die Wolkenwülste an deren
Vorderrande, b’ und b” die Projektion etwaiger seitlich den Regen begrenzenden
Teile des vorderen Wulstes oder Kragens. Bedeutet an der Skala rechts jeder
Teilstrich 190 m, so ist die Höhe‘ des Wulstes etwa 500 m; soll dieselbe Skala
auch für die horizontalen Maße gelten und die Böe mit 500 m pro Minute fortschreiten,
so dauert der erste Schauer nur drei Minuten; gewöhnlich sind also
Fig, 11.
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die horizontalen Ausmaße viel größer und die Darstellung in Fig. 10, was den
Regen betrifft, »überhöht«, Sie stammt aus dem Jahre 1882?) und war die erste
dieser Art; in späteren zahlreichen Wiederholungen ist diese Überhöhung viel
weiter getrieben, so daß sie ein irreführendes, trombenartiges Bild darbieten; so
auch in der Aeronautischen Meteorologie von Linke (II, 83, nach Angot). In
allen, auch in unserer Figur, ist zudem die Höhe des Regens auch im Vergleich
zur Mächtigkeit der darüber liegenden Wolke, nach den neueren zahlreichen
Aufnahmen, zu groß angegeben.
!) Da der Regen durchsichtiger ist als die Wolke, ist er im durchfallenden Lichte heller, im
auffallenden dunkler als diese, Da nun die Gewitter bei uns, meist aus West und nachmittags aufziehen,
ist der Regen gewöhnlich der hellere Teil.
2) »Ann, d. Hydr. usw.« 1882, S. 731,