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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

302 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1914.

Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage)

Mittl. Windstärke
 (Beaufort)

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Die Wetterlage war mit ganz kurzen Unterbrechungen die zyklonale, entsprechend
 dem sehr tiefen Monatsmittel des Luftdrucks an der ganzen Küste,
Bis zum 11. März lag das deutsche Küstengebiet am Südrande eines Nordeuropa
 bedeckenden Tiefdruckgebiets, das bei vorwiegend westlichen Winden
mildes Wetter mit Niederschlägen im Gefolge hatte. Am 5. entwickelten sich an
der Ostseeküste steife Winde aus West, die am 6. bei-dem Vorübergang eines
vom Nordmeer stammenden Teilminimums zu Stärke 8 und 9 anschwollen und
sich hoch über die ganze Küste erstreckten. Sie hielten mit unverminderter
Kraft auch noch am 7. an, wo das Teilminimum bis zur Ostsee vorgedrungen
war. Einzelne Stellen der östlichen Ostseeküste hatten auch noch am 8. steifen
und stürmischen Wind aus Nordwest. Am 9, stellte sich ein neues Teilminimum
ein, jedoch so, daß die Küste an ihrem Nordrande lag. Hierbei entwickelten sich
am 10. an der Nordsee- und westlichen Ostseeküste vielfach steife und stürmische
Winde aus nördlichen Richtungen, auf die nach seinem Abzug am 11. eine
schwache Luftbewegung folgte. Am 12. wurde Skandinavien von einem Hochdruckgebiet
 bedeckt, das an Höhe stark zunahm und sich bis zum 14, nach Südosteuropa
 verlagerte, Es brachte der östlichen Ostseeküste trockenes und zeitweise
 heiteres Wetter sowie mit 2 bis 5 Grad unter dem Gefrierpunkt die tiefsten
Monatstemperaturen, Die Winde wehten hier aus östlichen bis südlichen Richtungen
 zu einem vom Westen her vordringenden Tiefdruckgebiet und frischten
teilweise zu Stärke 7 und 8 auf. Am 16. war das Tiefdruckgebiet weiter Ostwärts
 vorgedrungen; an seinem Südrande entwickelten sich namentlich an der
Nordseeküste steife und stürmische südwestliche Winde. Ein von den britischen
Inseln über die deutsche Küste ostwärts ziehendes Teilminimum brachte am 16,
der Nordseeküste erneut Winde von Stärke 9 und 10, die sich am 17. unter
Drehen nach Nordwest fast über die ganze Küste ausbreiteten. Nachdem am 18.,
19. und 20. ein dem Minimum folgender Hochdruckkeil der östlichen Ostseeküste
vorübergehend trockenes und teilweise heiteres Wetter gebracht hatte, drang vom
Ozean eine neue Depression ostwärts vor und hatte am 20. an der Nordseeküste
stürmische südöstliche Winde im Gefolge. Nun blieb die Küste bis zum 28. im
Bereiche von Depressionen. Ein Rücken hohen Druckes bewegte sich von den
britischen Inseln ostwärts und brachte am 29. bis 30. zuerst der Nordsee-, dann
der Ostseeküste heiteres Wetter, das aber am letzten Monatstage durch zyklonales
 Wetter abgelöst wurde.

Druck und Verlag von E. S. Mittler & Sohn, Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei
Berlin SW, Kochstraße 68—71.
            
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