Kleinere Mitteilungen.
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Regel ist September derjenige Monat, in dem die Jenissei-Mündung erreicht wird;
Mitte Oktober beginnt hier in der Regel die Jungeisbildung. .
Sibirisches Eismeer, Im August gelang es den russischen Schiffen
»Taimyr« und »Waigatsch« unter Wilkizki bis Kap Tscheljuskin von der Bering-Straße
aus vorzudringen; bei einem Versuch, im Westen lagerndes schweres Eis
nach Norden zu umgehen, wurde Nord von Kap Tscheljuskin eine große Insel
entdeckt. Bei der Rückfahrt wurden im September günstige Eisverhältnisse bei
den Neusibirischen Inseln angetroffen und die Bennett-Insel angelaufen.
Spitzbergen. Günstige Eisverhältnisse, Die Westküste war völlig eisfrei
von Juli bis September und auch an der Ostküste und im Storfjord war viel
offenes Wasser, so daß ein Segler König-Karl-Insel umfahren konnte. Die Nordküste
war frei bis zum Nordkap, nur bei Nordost-Land. blieb das Eis stationär.
Der Eisfjord fror schon Anfang Oktober 1912 zu, war aber Ende Dezember
wieder bis zur Advent-Bai eisfrei, 1913 wurde Green Harbour am 17, Juni: zugänglich,
Kap Nord wurde schon im Mai von Lerner erreicht.
Ostgrönland. Nur wenige Nachrichten liegen vor, Bei Angmagsalik lag
von November 1912 bis September 1913 das Packeis vor der Küste, auch im
Oktober, als der Dampfer »Godthaab« anlief, war die Küste noch nicht eisfrei,
so daß die Verhältnisse als ungünstige bezeichnet werden müssen... Auch zwischen
75° und 80° N-Br. wurde die Eisgrenze im Juni und Juli weit östlich getroffen,
Island. Zwar gelangte das Eis nicht bis an die Küste von Island, aber
in einer Entfernung von 10 bis 20 Sm von der Küste wurde in mehreren Monaten
Eis getroffen, so daß der Eisgürtel nicht weit entfernt angenommen werden darf,
Davis-Straße und Baffin-Bai.. Ein außergewöhnlich milder Herbst und
Winter in Westgrönland veranlaßte, daß längs der Westküste und selbst in Nordgrönland
fast den ganzen Winter. offenes Wasser war, Am 25, Januar erschien
das erste Packeis von der Ostküste bei Kap Farewell; da es bei Angmagsalik
am 11. November erschienen. war, so ist die durchschnittliche Geschwindigkeit
der Trift auf 6 Sm pro Etmal anzusetzen. (Im Vorjahr wurde die Geschwindigkeit
auf 9 Sm pro Etmal angenommen.) An der Südwestküste war fast den ganzen
Sommer mehr oder weniger Eis, noch im Monat Oktober erschien eine neue Eismasse
bei. Kap Farewell, auch eine größere Anzahl Eisberge wurden aus der
Davis-Straße gemeldet, Von der Baffin-Bai liegen wenig Nachrichten vor, die
Hudson-Bai war von August bis Oktober offen.
Nordatlantischer Ozean, Bei den Neufundland-Bänken gelangte das
Eis nicht so weit südlich wie gewöhnlich, die Hauptmasse erreichte nur 43° N-Br.
Der Mai war der eisreichste Monat, in dem etwa 500 Berge gegenüber 1100 im Mai
des vorigen Jahres gemeldet wurden. In der Belle-Isle-Straße wurden von Mai bis
September viele Eisberge getroffen, auch vertrieben viele Berge hier weit nach Osten,
Bering-Straße und Beaufort-See. Die Nachrichten aus diesem Gebiet
sind sehr spärlich, da die hier fahrenden Schiffe keine Beobachtungen einsenden.
Der Winter war hier sehr mild, im August waren Bering-See und -Straße eisfrei,
an der Nordküste von Alaska waren: aber die Eisverhältnisse ungünstig und
hinderten die Schiffahrt.
Es sei darauf. aufmerksam gemacht, daß im gleichen Jahrbuch nachträglich
ein Bericht über die Eisverhältnisse der Jahre 1893 und 1894 im Ostgrönländischen
Meer und in der Davis-Straße gegeben wird, so daß jetzt eine geschlossene
Reihe von Berichten für die Jahre 1877 bis 1913 vorliegt. Die wesentlichsten
Daten für 1893 und 1894 führe ich kurz an: -
1893. Kara-See: Eisverhältnisse so günstig, wie sie seit 1878 nicht gewesen
sind. Barents-See: Normal. Ostküste von Grönland: Günstig.
Davis-Straße: Das Packeis blockierte die Südwestküste von Mai bis September,
im Norden normale Verhältnisse,
1894. Kara-See: Keine Nachrichten. Barents-See: Ziemlich ungünstige
Verhältnisse. Ostgrönland: Wenig Eis. Island: Im Januar und Juni etwas
Eis bei Kap Nord. Davis-Straße: Viel Eis im östlichen Teil der Straße, das
sich ausbreitete und ziemlich weit nach Norden ging. Dr. W.Brenneecke.