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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1914.
Turnavik-Inseln.
An der Südwestseite von Nord-Turnavik befindet sich ein Hafen, in dem
etwa 50 Schiffe nebeneinander vermuren können. Die Dampfer laufen jedoch
den Hafen von West-Turnavik an. Dieses Eiland hat an der Südostseite eine
fast ganz von Land eingeschlossene kleine Bucht mit ziemlicher Wassertiefe, in
der aber Schiffe von mehr als 30 m (100) Länge nur mit Hilfe von Verhol-
leinen drehen können. Fischer suchen den Hafen auf, um ihre Fänge zu sammeln
und einzusalzen.
Die Einfahrt nach der Bucht ist leicht aufzufinden; ein paar weiße Hütten
sind auffällig, wenn man vom Süden oder Westen kommt. Ortsunkundige dürften
jedoch das Eiland selbst schwer erkennen, wenn sie aus einer anderen Richtung
als von Süden oder Westen kommen,
Eine gewöhnlich durch Brandung kenntliche Klippe liegt etwa !/, Kblg
vor der nordöstlichen Einfahrt, aber gut frei von dem in die Bucht führenden
Fahrwasser, Eine andere Untiefe liegt etwa 1 Kblg südlich von der südwest-
lichen Einfahrtshuk.,
Das Fahrwasser zwischen Kap Aillik und dem Eiland ist rein, sollte aber
nur bei Tage befahren werden, da sich an beiden Seiten gefährliche Untiefen
befinden. Diese sind gewöhnlich bei sehr stillem Wetter zu sehen.
Beträchtlicher Tidenstrom setzt in nordöstlicher und südwestlicher Richtung
an dem Eiland entlang.
Schuner können an einer Ladebrücke aus Balken anlegen.
Guten Ankerplatz auf etwa 27 m (15 Fad.) Wasser findet man auch eben
vor der Einfahrt in einer hufeisenförmigen Bucht, die durch eine Anzahl von
Inselchen und Riffen gebildet wird und nach See zu offen ist.
Ein Dampfer von Neufundland kommt im Sommer alle 14 Tage nach
dem Hafen. (Fortsetzung folgt.)
Kleinere Mitteilungen.
1. Die Eisverhältnisse der nordpolaren Meere im Jahre 1913°). Mit
großer Pünktlichkeit ist wieder der Bericht des dänischen Meteorologischen
Instituts über die Eisverhältnisse der nordpolaren Meere erschienen, bearbeitet
von Commander C.J. H. Speerschneider. Aus dem ausführlichen, mit Karten
für die Lage des Eises in den Monaten April bis August ausgestatteten Bericht
werden wie in früheren Jahren hier die Hauptangaben über die Eisverhältnisse
zusammengestellt, Es sei auch wieder darauf aufmerksam gemacht, daß das
dänische Institut alle Kapitäne, die in den arktischen Meeren fahren, um Ein-
sendung von Nachrichten über angetroffenes Eis bittet und bereit ist, Mitteilungen
über die Eisverhältnisse in früheren Jahren wie auch Karten und Formulare für
Beobachtungen zur Verfügung zu stellen.
Barents-See. Ebenso wie im Jahre 1912 waren die Eisverhältnisse hier
ungünstig, indem die Eisgrenze zu Beginn des Sommers südlicher lag wie in
normalen Jahren; anderseits war das Eis nicht dicht gepackt, so daß schon im
Juni die Matoschkin-Straße erreicht wurde. Bei der Bären-Insel lag das Eis
bis Juli und erstreckte sich namentlich im Mai und Juni südlicher wie seit vielen
Jahren; es verschwand endgültig erst Ende August. Archangel wurde eisfrei
am 3. Mai, und im Laufe des Monats wurde das Weiße Meer ebenfalls eisfrei,
Kara-See. Die Eisverhältnisse in der Kara-See können günstig genannt
werden. Wenn im Juli auch bei der Waigatsch-Insel noch schweres Eis ge-
troffen wurde, so war im August der südliche Teil der Kara-See eisfrei, und der
Dampfer »Correct« konnte bis zur Jenissei-Mündung durch die Kara-Straße vor-
dringen, ebenso ein russischer Dampfer durch die Matoschkin-Straße. In der
1) Nach Isforholdene i de arktiske Have 1913. 5S,-A. aus: Danske meteorologiske Instituts
nautisk-meteorologisk Aarbog 1913.