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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Defant, A.: Zur Theorie der Gezeiten im. Adriatischen Meere. ; 279 
Reduzierte Amplitude a’. 
Quer- 
schnitt 
Stationen 
Mittel | 
aus- 
geglichen 
Werte für. ! 
x=0a2"= 1 
theoretische 
Werte 
Malamocco, Chioggia 
Grado . . + 
Pirano,. Triest . . . 
Parenzo, Porto Corsini. 
Rovigno0, . . u +. 
Fiume, Rabaz, Pola. . 
Porer. 0.0.0.0. 
Veglia, Cherso .. . 
Zengg, Unie . . . . + 
Lussinpiccolo, Arbe. . . . 
Permuda, Novaglia, Ancona. . . 
Punte bianche. ...... 0... 
Sestrice, Zara vecchia, S. Benedetto . . 
Zuri, Sestrice, Zara vecchia, S. Benedetto 
Zuri, Sebenico, Ortona, Rogoznica . . 
S. Andrea, Spalato, Ortona ... . . 
Lesina, Tremiti . ... 0. 2. +. 
Pelagosa, Vallegrande, Macarsa, Vieste, 
Manfredonia . . 0. 0.000000000 
Trstenik, Vieste, Manfredonia . , 
A 
Ragusa, Barl . +. - . 0. «4 
Budua . 00.0.0004. 
Brindisi oo. 0.0.0000. 40 
y. Die Amphidromie der halbtägigen Gezeiten, Die Hafenzeiten, 
aber auch die Ergebnisse der harmonischen Analyse ergeben für die halbtägigen 
Gezeiten, wie bereits aus früheren Abhandlungen bekannt ist, eine Amphidromie. 
R. v. Sterneck sen. hat sich schon diese Amphidromie aus der Überlagerung 
zweier zueinander senkrecht stehender Wellen entstanden gedacht. W. v. Kesslitz 
hat diesen einfachen Erklärungsversuch, meiner Ansicht ohne recht zwingenden 
Grund, wieder fallen gelassen und die Erklärung dafür in einer die nördliche 
Adria umkreisenden, fortschreitenden Welle gesucht, wofür jedoch keine plausiblen 
physikalischen Gründe angegeben werden können, 
_ Das Auftreten der stehenden Längsschwingung um eine Knotenlinie in 
258 km Entfernung vom Nordende dürfte jetzt wohl nicht mehr bezweifelt werden; 
ihre Annahme bedingt aber gleichzeitig auch die Annahme einer 
Querschwingung, die durch die Erdrotation bedingt ist. Der Wasser- 
transport, der durch die Längsschwingung erfolgt, steht unter dem Einflusse der 
ablenkenden Kraft der Erdrotation. Ist eine Flut in der nördlichen Adria in 
Entwicklung begriffen, so befindet sich das. Wasser in der Adria in einer Be- 
wegung von Südosten nach Nordwesten; die ablenkende Kraft der Erdrotation 
drängt das Wasser nach rechts ab und erzeugt das Maximum der Flut in der 
Nordostecke, das Minimum in der Südwestecke.. Ahnlich verhält es sich, wenn 
im südlichen Teile eine Flut eintritt; das nach Südosten strömende Wasser wird 
nach rechts, d.i. nach Westen hin, abgelenkt. Das Maximum der Flut entsteht 
nicht im Südosten, sondern westlich davon, 
Der Effekt der ablenkenden Kraft der Erdrotation besteht also darin, daß 
zur Längsschwingung noch eine Querschwingung gleicher Periode hinzutritt, die 
beide zusammen die beobachtete Amphidromie ergeben. ‘ 
Schon die Tatsache, daß fast ausschließlich. alle Amphidromien auf der 
Nordhemisphäre entgegengesetzt dem Sinne ‚des Uhrzeigers, auf der Süd- 
hemisphäre dagegen in der Richtung des Uhrzeigers verlaufen, deutet auf eine 
allgemeine Ursache dieser Erscheinung hin, die in der ablenkenden Kraft der 
Erdrotation ihre einfachste Erklärung findet. I 
Im folgenden wollen wir zeigen, daß tatsächlich durch Überlagerung zweier 
aufeinander senkrecht stehender Schwingungen, einer Längs- und ’'einer Quer- 
Ann. d Hvar. usw. 1914. Heft V. 
x 
„ 
75 
64 
55 
7 
98 
4.83 
71 
0.61 
52 
47 
40 
‚33 
28 
).20 
d.13 
0.01 
0.00 
— 0.15 
— 0.26 
—0.33 
— 0,37 
— 0.39 
1.00
	        
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