‚.Defant, A.: Zur Theorie der Gezeiten im Adriatischen Meere.
Theoretische und beobachtete Amplituden der ganztägigen Gezeiten,
377
PA
Entfernung vom Nordende in
km) 20.0
Beobachtete Amplituden cm .
Amplituden reduz, auf f beob,
A=1 für y=0 . \theor,
a
*) Nach. Querschnitten.
Triest
43
0.05
17.4 |
9.99
2.98
0.01
Pola
129
0.15
15.6 |
0,89
5.82
‚0.07 |
Fiume
129.
0.15
14.0
0.80
0.82
0.02,
Zara
301
0.35
13.2.
0.76
0.62
2.14
Sebe-
nicO
387
0.45 |
9,3 |
0.53
0.53
0.00 |
Comisa
Ragusa | Meljine
430 | 624. 665
0.5 0.73. 0.77
7.8 5.1 5.0
0.45 0.29 0.28
0.40 0.30 0.26
-10.05| 0.01! — 0.02
Die Übereinstimmung ist also eine nahezu vollkommene,
Die Theorie ergibt also für die ganztägigen Gezeiten in voll-
kommener Übereinstimmung mit den. Beobachtungstatsachen eine
stehende Welle mit einer uneigentlichen Knotenlinie an der Straße
von Otranto und. mit Amplituden, die angenähert linear nach Norden
hin zunehmen. Ä
8. Die halbtägigen Gezeiten, Die in Betracht kommenden Gezeiten-
wellen sind M,, S,, N; die Perioden ihrer erzeugenden Kräfte sind der Reihe nach
12.42, 12.00, 12.66 Stunden, im Durchschnitte können wir rund 12 Stunden nehmen;
es ist also T= 12. Dagegen ist T;== 8,39 Stunden, und der Parameter wird
v = 0.7. Die Gleichung der Gezeitenbewegung der halbtägigen Wellen ist sodann
r J, (4.4 Vz) ;
12 =C 70:49 © (2t-+ 8).
An der Mündung y=1 ist Jy (4 - 4) = —0.3423, am Nordende y = 0, da-
gegen J, (0) =1. Zwischen Mündung und Nordende muß also Jy, wenigstens
einmal gleich Null werden; hier liegt eine Knotenlinie der halbtägigen Gezeiten;
die Knotenlinien müssen die Gleichung Jy(4-4YVy)=0 erfüllen. Die einzige
Lösung dieser Gleichung ist y=— 0.2988; es ist also bloß eine Knotenlinie vor-
handen, Die halbtägigen Gezeiten besitzen also eine Knotenlinie in der
Entfernung xp = 0.2988 a vom Nordende; für a = 860 km wird x; = 258 km. In
Wirklichkeit findet man die. Knotenlinie der halbtägigen Gezeiten in der Adria
nach R. v. Sterneck in erster Annäherung bei Querschnitt Nr,6, d. i. in einer
Entfernung von 258 km vom Nordende, Auch hier ist also die Übereinstimmung
eine vollkommene, . Die Knotenlinie geht nahe beim Ort Punte Bianche vorbei;
im Gegensatze zur Knotenlinie, die v. Keßlitz angenommen hat und die um fast
43 km südlicher bei . Sestrice—S, Benedeto: di-Tronto liegt. Der Unterschied
dürfte durch die Querschwingungen, die senkrecht zu den.Längsschwingungen
erfolgen, hervorgerufen sein, . . ;
Die Amplituden der halbtägigen stehenden Welle sind proportional Jy (4 - 4 Yy)
und für die einzelnen Punkte in folgender Tabelle gegeben: ‘
y=00 0.05.01 02 03 04 05 - 06 “07” '08 09 10
Jo(4:4 Vy)=1.0 0.77 0,57 0.25 0.0. — 0.18 *—0.30 —0.36 — 0.40 — 0.40 —0.38 — 0.34,
Diese Werte sind in Fig. 3 dargestellt. /- Die Amplitude nimmt von.der Straße
von Otranto gegen Norden zuerst etwas zu, jedoch nur wenig, man kann fast
sagen: im südlichen Drittel der Adria bleibt die Amplitude der Welle konstant,
dann erfolgt eine rasche Abnahme bis zur Knotenlinie und sodann eine kräftige
Zunahme gegen das Nordende!), Wir können auch hier die theoretischen Am-
plituden mit den tatsächlich beobachteten, aus der harmonischen Analyse sich
ergebenden vergleichen, wenn wir vorderhand von der vorhandenen Amphidromie
der halbtägigen Gezeiten absehen wollen.
1) Das negative Vorzeichen südlich der Knotenlinie bedeutet, daß hier die Phase der Welle
verade entgegengesetzt ist jener im Teile nördlich derselben.