Pettersson, O.: Studien in der Geophysik und der kosmischen Physik. 269
mehr als acht Jahre (gewöhnlich nur fünf oder sechs) gelten. Angenommen, daß in
einem Jahr, wie z. B. in 1881, die Apside beim Perihel eine vollkommen symmetrische
Stellung einnahm (= 360°), so fällt dieselbe nach fünf Jahren auf die
Grenzwerte (= 202°) und nach. acht Jahren auf 325°, also asymmetrisch. Die
einzelnen Glieder der 8jährigen Periode‘ von. warmen Wintern Woeikofifs,
welche ich in der Tabelle mit Punkten bezeichnet habe, fallen nicht in die
Reihen der paaren und unpaaren Winter, sondern in die Zwischenperioden, wo
zwei, drei oder mehrere warme Winter aufeinander folgen. Woeikoff äußert:
‚Also ':kommt jedes achte Jahr in Stockholm ein sehr warmer Winter,« Er
könnte ebensogut gesagt haben: »Ein Paar von sehr warmen Wintern.« Denn
diese warmen Winter kommen in der: Tat in kleinen Gruppen vor.
m In Begleitung von u In Begleitung von
1826 (4+1°.4) 1824 + 49,3); 1825 (+ 1°.9) 1872 (-+1°.8); 1873 (+ 29.6)
1834 (4 1°.4) 1832 (4-2°.1); 1833 (4-1°.8) 1883 (A-0°,9); 1884 (+ 29.0)
1842 & 39,3) 1843 (420,8) 1889 ---09,9); 1891 (+ 0°.8)
1858 (420,6) 1859 (4- 2°.0) 1897 10.5)
1866 (+3°.1) 1863 (+ 3°.3); 1864 (+ 1°.2); 1904 i_— 19,6); 1905 (+ 1°.1)
1865 (— 09.8) f 1913 (+2°.8). ;
Das ist die 2jährige und die 8jährige Periode Woeikoffs, .
Die 2jährige Periode von Woeikoff gibt — recht verstanden — einen
sehr prägnanten Ausdruck für den Charakter des Klimas der Gegenwart!). Es
drückt sich darin die unverkennbare Tendenz zur Abwechslung von warmen und
kalten, trocknen und nassen Jahren aus. Die astronomische Interpretation, welche
ich hier als Arbeitshypothese angewandt habe, erklärt, warum dieser Wechsel
nicht ein regelmäßiger werden kann. “© * "
‚Nachtrag. ;
Es wurde früher (Seite 266) erwähnt, daß Dr. A. Wällen die Existenz der
»zweijährigen« Periode in dem Wasserstand des Wänersees nachgewiesen hat. In
einer neuen Abhandlung vom Schluß des vorigen Jahres (Meddel, Nr. 4. von dem
Hydrographischen Bureau) zeigt Wallen nach einer gründlichen, alles vorhandene
Beobachtungsmaterial umfassenden Untersuchung über die Temperaturänderungen
in den folgenden Städten, daß die Länge der sogenannten zweijährigen Periode
die folgende ist:
Nach der Maxima: Nach der Minima:
Stockholm .. . . . . 25.9 Monate, 26.2 Monate,
St. Petersburg . .'. 269 « 26.4 «
Moskwa . .°. 2... 265° 26.3
Thorshavn . . : . . 266 25.8
ITromsö . .. . . . 269 ‚26.7 ’
Die Amplitude dieser Periode ist beträchtlich: für Stockholm ist sie
W 29,80 C.
Die Länge: derselben ist im Mittel für die 5 oben ‚genannten Städte
26.4 Monate,
Hierzu möchte ich bemerken, daß diese Periode sehr nahe mit der‘ oben
besprochenen Apsidenperiode a.
. z = 2.214 Jahre = 26'/, Monat
übereinstimmt. Wenn wir von einer Symmetrielage der Mondbahn und der Erdbahn
ausgehen, wird die Mondapside nach -£- == 1.107 Jahren eine asymmetrische
und nach 2.214 Jahren eine annähernd symmetrische Lage einnehmen. Hier
4
1) Die Durchmusterung der Wintertemperaturen von Stockholm in den letzten 150 Jahren hat
nämlich nicht nur ein lokales Interesse. Woeikoff änßert: ‘ ;
»Da namentlich im Winter sich gleichsinnige Abweichungen vom Mittel auf große Entfernungen
erstrecken, sind diese Erscheinungen jedenfalls in einem. großen Teile.Europas zu finden. Für
Petersburg habe ich sie schon früher konstatiert.«