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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1914.
Perioden. auf Mauritius mit Perioden von entgegengesetzter Witterung in Süd-
australien, usw. korrespondieren. Gewöhnlich sind es die Ost- und Westküsten
der Ozeane, welche meteorologisch in »Opposition« zueinander stehen, bisweilen
auch ozeanische Inselgruppen in südlichen und nördlichen Breiten, wie z, B. die
Azoren und Island,
Wenn man annimmt, daß die symmetrische und asymmetrische Stellung
der Mondbahnapside sowohl auf die Verlagerungen von kälteren und wärmeren
Wasserschichten im Meer als auf den Charakter unserer Winter einwirkt, so
kommt man zu der Schlußfolgerung, daß die Tendenz zu solchen Alternationen
wie .der Wechsel von paaren und unpaaren Wintern nach einer gewissen Zeit
aufhören muß, weil die Apsidperiode, welche 2.21 Jahre umfaßt, nicht mit einer
Jahresperiode von zwei Jahren in der Länge übereinstimmt, wie es aus den
beiden folgenden Beispielen hervorgeht.
Der Winter 1814 war ein typischer kalter Winter (Anomalie = —5°) der
Periode 1797 bis 1823. Er gehörte einem Jahr mit asymmetrischer Stellung der
Mondapside (Winkel beim Perihel 1814.0 — 154°). Darauf folgte eine Reihe von
abwechselnd warmen und kalten Wintern, nämlich:
Winkel zwis Spitze der .
Mond bahnen nd de Fehr anside Temperaturanomalie
154° asymmetrisch
195° symmetrisch
235° 1symmetrisch
276° symmetrisch
317° Aasymmetrisch
357° symmetrisch
37° asymmetrisch
78° symmetrisch
Nach der Regel der Alternation sollte man in 1822 einen kalten Winter
gehabt haben, korrespondierend mit dem kalten Winter von 1820. Der Winter
von 1822 war aber einer der wärmsten, die man kennt (Anomalie = + 4°.3 ©).
Ganz dieselbe positive Anomalie (+ 4°.3) zeigte auch der zweite darauf folgende
Winter von 1824. Der dazwischen fallende Winter von 1828 war kälter (= — 0°.1).
Hier hatte ‚also ein Umschlag stattgefunden: die »paaren Jahre« hatten die
wärmeren Winter. Man findet die Erklärung in den Apsidenwinkeln dieser Jahre:
Jahr Apsidenwinkel Temperaturanomalie
1822 119° Grenzwert + 4°,3
1823 160° symmetrisch — 0°.]
1824 201° Grenzwert +4°3
welche sämtlich auf der Grenze zwischen den symmetrischen und asymmetrischen
Stellungen fallen.
Als ein zweites Beispiel nehme ich die paaren und unpaaren Winter der
Reihe 1877 bis 1886, welche früher von Woeikoff, mir und Meinhardus dis-
kutiert worden ist.
Jahr Apsidenwinkel —Temperaturanomalie Apsidenwinkel Temperaturanomalie
1878 238° asymmetrisch +29°5 122° asymmetrisch +2°,0
1879 278° symmetrisch —1°.7 162° symmetrisch -+0°,9
1880 319° asymmetrisch + 09,9 202° (Grenzwert) -+0°.,9
1881 360° symmetrisch — 392 | 243° asymmetrisch +29,3
1882 40° asymmetrisch —+3°.6 ! 284° symmetrisch —1°.1
1883 81° symmetrisch —+0°.6 325° asymmetrisch +0°,9
Zum Vergleich verweise ich auf das früher von mir aufgestellte Diagramm
der Meeres- und Lufttemperaturen dieser Jahre (siehe Fig. 4, 5, 6).
Es sind hier die asymmetrischen Apsidjahre, welche die »paaren« und
warmen Winter haben, bis mit der Mitte der 80erJahre der Umschlag kommt, welcher
plötzlich ein Paar warme Winter in die regelmäßig alternierende Serie einschaltet,
Die Regel von den paaren und unpaaren Wintern kann ohne Unterbrechung nicht
*) 1889.7 fällt die Knotenapside annähernd symmetrisch (Knotenapsidenwinkel = + 5°).
Damit tritt Periodenwechsel ein, sowohl in der Sonnenfleckenfrequenz als in den klimatischen Ver-
hältnissen.