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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1914.
Fig. 6.
1874 76 78 80 82 54 86 88 90 92 M 96 98 1900
DL nr
+10
Mittel 0 A-—
„pi NZ
f
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de 5
A
Ä
{+ 2°
0 Ozean -+4°,5
— 10
—,*>
Meerestemperatur an der norwegischen Küste im Februar.
Charakter der Eissaison bei Neufundland (nach Meinardus),
ı 1° sehr eisreich, 0 normal, — 1° sehr eisarm.
Man bemerkt, daß in allen diesen Gruppen von Phänomenen ein Bruch in
der Kontinuität des parallelen Ganges um die Zeit der Periode %jz (1889 u. f.)
eintrat.
Die wichtigste von diesen Alternationen, wenigstens für Europa, ist die-
jenige, welche im Meere selbst, nämlich zwischen dem westlichen und dem Ööst-
lichen Gebiet des Atlantischen Ozeans, zwischen dem Labradorstrom und dem
Golfstrom stattfindet.
Schon der erste Blick auf das Diagramm zeigt, daß ein naher Zusammen-
hang zwischen den beiden Phänomenen existiert; es tritt aber bisweilen eine Aus-
nahme hervor, welche einen Wechsel in der primär wirkenden Ursache ahnen
läßt, und es ist bedeutungsvoll, daß eine solche Abweichung von der regel-
mäßigen Alternation eben mit dem Jahr 1889 eintrat, welches sowohl in den
Mondbahnkonstellationen als in der Sonnenfleckenperiodizität und in dem Klima
Epoche (%ı) bildet. Noch bedeutsamer wird dies, wenn man sich erinnert, daß
eben von diesem Jahr an die großen Eistriften im antarktischen Meer anfangen.
Neulich hat A. Wallen die Existenz der zweijährigen Periode in dem
Wasserstand des Wänersees nachgewiesen. Die Ursache dieser Periodizität, welche
immer wieder auftaucht und verschwindet, blieb jedoch unbekannt und Woeikoff
hat erklärt, daß er nicht geneigt sei irgendeine kosmische Wirkung anzunehmen
in den von ihm behandelten Perioden!). Ich bin in der Lage zu zeigen, daß
wahrscheinlich die primäre Ursache aller dieser Perioden eine kosmische ist,
nämlich die schnell wechselnde Lage der Mondbahnapside. Ebenso wie die Lage
der Knotenapside langperiodische Schwankungen von 9, 92, 183, 1800jähriger
Periodizität des Klimas mitführt, so
verursacht die Rotation der Apside eine
Tendenz zu kürzeren klimatischen Pe-
rioden, Man braucht sich nur zu er-
innern, daß die Apside im Mittel um
40°6 jährlich rotiert und also, wenn
man von einer symmetrischen Stellung
am Perihel, z. B. parallel der Erdbahn-
achse, ausgeht, im folgenden Jahr eine
asymmetrische und in dem nächst-
folgenden eine nahezu symmetrische
(transversale) Lage relativ zur Erdbahn-
achse einnimmt. Wegen dieser rapiden
Rotation der Apside muß man den Be-
griff von Symmetrie und Asymmetrie
in einem weiteren Sinn auffassen als
bei der Diskussion der Knotenapsiden-
bewegung. Der Kreis ist in Oktanten
eingeteilt. (Fig. 7).
Wenn in einem gewissen Jahr beim Perihel der Erde die Apsidachse der
Mondbahn innerhalb der weißen Oktanten fällt, bezeichne ich eine solche Stellung
als eine symmetrische, Falls unser Winterklima völlig unabhängig wäre von
der Lage der Mondbahn relativ zur Erdbahn, ist die Wahrscheinlichkeit, wenn
man eine so lange Jahresreihe wie 150 Jahre in Betrachtung zieht, dafür, daß
*) Am allerwenigsten will Woeikoff wissen von einem Zusammenhang mit den Sonnen-
flecken und den Brücknerschen Perioden »weil über beide so viel geschrieben ist«.