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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1914,
nötig. Ich habe die Jahresserie der Wintertemperatur-Anomalien!) in der vorstehenden
Tabelle in vertikale 9 Jahresperioden geordnet, die kalten Winter
sind bezeichnet mit —, die warmen mit +... Oberhalb der ersten, dritten und
sechsten Reihe habe ich die Zeichen der a1, @ynı und avı-Knotenapsiden gesetzt,
welche in die darunterstehenden Jahre (in Oktober oder September) hineinfielen.
Betrachten wir zuerst die Symmetrieperiode 1797 bis 1823, welche einen
scharf markierten klimatischen Charakter zeigt, so findet man
1. Astronomische Data.
Die mittlere x; -Knotenapside bildete 1796.8 einen Winkel von nur + 5°
mit der Richtung der Erdbahnapside, 9 Jahre danach, 1805.79, einen Winkel von
— 1° und 1814.78 von — 7° usw. Die wohl ausgeprägte 9 Jahresperiode in der
Sonnenfleckenfrequenz, welche von 1760 an ausschließlich herrschte, ging mit
1797 über in die 13jährige Periode von minimaler Sonnenaktivität und lang andauernden
Epochen von absolutem oder nahezu absolutem Fleckenminimum wie
1797 bis 1799; 1810 bis 1811; 18283. Ruheperiode in der Sonnenwirksamkeit.
2. Meteorologische Verhältnisse,
Die Periode hat zwei verschiedene Phasen, eine regenreiche von 1797 bis
1809?) und eine trockene von 1809 bis 1815, Da eine nasse und eine trockene
Periode in so kurzer Zeit aufeinander folgen, wird es erklärlich, daß die ganze
Epoche durch extreme klimatische Schwankungen sich auszeichnete, was daraus
erheilt, daß drei von den absolut kältesten Wintern nach ‘den meteorologischen
Berichten in die ersten Dezennien des 19. Jahrhunderts fielen, nämlich
der Winter 1804 bis 1805 mit der Temperatur-Anomalie —4°.0
« 1808 « 1809 « « « « —6°,4
<< 1813 « 1814 «© « « < ——5°0
Dagegen zeigten die Frühlinge und Sommer eine höhere Temperatur als
die gewöhnliche, und die Sommer der trockenen Periode 1810, 1812, 1814 waren
fast regenlos, was ein Fehlschlagen der Ernten und darauf folgende Hunger- und
Notjahre, z. B. in Norwegen, verursachte. Ans Ende der Symmetrieepoche fielen
ein Paar sehr heiße Sommer, 1818 und 1819, in denen die mittlere Julitemperatur
20°.8 und 20°.2%) betrug. Die mittlere Jahrestemperatur erreichte im Jahre 1822
ihr absolutes Maximum mit 8°.33.
Fragt man, wie diese klimatischen Schwankungen sich auf die Neunjahrsperiode
der Mondbahnkonstellationen verteilen, so ersieht man von der Tabelle,
daß die kalten Winter auf die ar und @vı Knotenapsidjahre und unmittelbar nach
den a1 Knotenapsidjahren fielen (die Reihen 0 — 4 — 6 der Tabelle). Die
Symmetrieperiode der Mondbahnkonstellationen, in der die ar Knotenapside aus
dem Sonnenquadrant heraustrat, bildet einen Wendepunkt in dem Winterklima
von Schweden, wie ein Blick auf die 0-Reihe in der Tabelle lehrt. Diese Reihe
enthält alle a&y Knotenapsidjahre der 150jährigen Periode. Vor der Zwischenperiode
hatten sämtliche 0-Jahre warme Winter. Nach 1823 haben nicht die
0-Jahre, sondern die darauf folgenden Jahre der Kolumne 1, d.h. die nach dem
%ı Knotenapsidjahr fallenden Jahre warme Winter mit einer einzigen Ausnahme,
nämlich 1860. Dieses Jahr gehört jedoch einer neuen Symmetrieperiode, nämlich
derjenigen zwischen 1850 und 1860, wo die avı Knotenapside symmetrisch (aber
transversal) gegen die Erdbahnachse fiel. Das ist die Neunjahrsperiode Woeikoffs,
Neben der 9jährigen hatte Woeikoff Anzeichen von einer 2jährigen und
einer 8jährigen Periode in den Wintertemperaturen gefunden.
1) Die Anomalie der Wintertemperatur ist nach Woeikoff folgendermaßen zu definieren:
Die Abweichung des Mittels von den Monatsmitteln der Temperatur der drei Monate Dezember,
Januar und Februar von dem 150jährigen Mittel, welches für Stockholm = —3.25° C ist. Der
Dezember wird zu dem Jahre des nachfolgenden Januar gezählt, also z. B. Dezember 1905 zum
Winter 1906.
2) Ein kürzerer Rückfall fand statt um 1805,
3) Das 150 jährige Mittel der Temperatur vom Juli in Stockholm ist 179.23.