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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

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Köppen, W.: Die Beziehungen zwischen Druck, Temperatur, Luftströmung u. Depressionsbahn, 255 
doch manche. unserer größten Sturmwirbel ersteren Ursprungs, während im Süd- 
ostquadrant meist nur kurzlebige Gewitterböen entstehen; jene. reichen eben 
durch die ganze Troposphäre, diese nur bis 1 oder 2 km Höhe. 
Würde die Temperatur der Atmosphäre unveränderlich sein, aber‘ deren 
Druck aus irgendwelchen Ursachen‘ Schwankungen unterliegen, so würden diese 
oben und unten annähernd dem Luftdruck proportional sein, also überall in einer 
vertikalen Säule ein gleiches Promille von diesem betragen.. In Wirklichkeit sind 
aber die Schwankungen in den ‚obersten Teilen der Troposphäre relativ viel 
größer, in der Tat absolut nicht viel kleiner als am Erdboden, und sind sie in 
der Höhe weit mehr durch die. wechselnde Temperatur der Luftsäulen in 1 bis 
10 km Höhe, als durch die Schwankungen des Drucks am Erdboden ‚bedingt. 
Die Vergrößerung der Druckschwankungen nach der Tiefe zu wird zum größten 
Teile dadurch aufgehoben, daß zwischen etwa 1 und 10 km Höhe, wie wir gesehen 
haben, niedriger Druck mit niedriger Temperatur verbunden ist, die Druck- 
zunahme nach unten in Gebieten mit niederem Druck in der Höhe daher ver- 
hältnismäßig rasch ist, Tatsächlich ändert sich die absolute Temperatur in diesen 
Schichten dem Drucke. bei dessen Schwankungen ungefähr proportional, so daß 
die Luftdichte — also auch die Druckzunahme nach unten — in Zyklonen und 
Antizyklonen ungefähr dieselbe ist. . Nur in der untersten Schicht verstärkt die 
dort meist entgegengesetzte Temperaturverteilung. das Wachstum der Druck- 
unterschiede nach unten. . 
Oberhalb 10 km Höhe nehmen, wie Fig. 3 es andeutet, die Druckunter- 
schiede mit der Erhebung in die Stratosphäre schnell ab. Sie sind also im Ver- 
hältnis zum Drucke selbst in der Nähe der oberen Inversion — in der Substrato- 
sphäre — am größten. Es liegt nahe anzunehmen, daß diese Schicht auch in 
den Vorgängen der Atmosphäre die aktivste sel. 
Von der eben erst begonnenen Untersuchung der Druck- und Temperatur- 
Schwankungen in den hohen Schichten der freien Atmosphäre dürfen wir daher 
die wichtigsten Aufschlüsse über die Natur der noch so viel Rätselhaftes bietenden 
wandernden, entstehenden und vergehenden Zyklonen und Antizyklonen und 
damit unserer .Wetterveränderungen überhaupt erwarten. 
Studien in der Geophysik und der kosmischen Physik. 
Von 0. Pettersson. 
(Hierzu Tafeln 12 und 13.) 
(Schluß,) 
C. Das Klima. 
Die Entdeckung, daß die Veränderungen in der Deklination und der Erd- 
nähe des Mondes Einfluß ausüben auf die Bewegung der tieferen Wasserschichten 
und auf die Fischwanderungen, veranlaßte mich zu untersuchen, ob die sekulären 
Variationen in der flutbildenden Kraft mit der ozeanischen Zirkulation und mit 
den Klimaschwankungen in Verbindung stehen. Die Zeit des absoluten Maximums 
dieser Kraft in dem 14, und 15. Jahrhundert war bekanntlich ausgezeichnet durch 
große und verhängnisvolle Naturkatastrophen wie Sturmfluten, Überschwemmungen 
und Ausbrüche von Polareis aus‘ dem Aarktischen Meer. Alle Küstenländer 
Europas wurden von solchen Verheerungen heimgesucht, Island. und Grönland 
aber am allermeisten. 
Island und Grönland im Mittelalter. 
Von 1261 an, wovon wir die erste geschichtliche Überlieferung von Eis- 
blockaden um Island herum haben, .wurden die Verhältnisse immer schwieriger 
für die Schiffahrt, und von der Mitte des 15. Jahrhunderts hörte jede Verbindung
	        
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