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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1914. 
Auf der Figur 5 bedeuten: der große grade Pfeil die Fortpflanzungs- 
richtung der Depression, die gestrichelten Pfeile den Cirruszug, die ausgezogenen 
Pfeile den Unterwind, die krummen Linien Isobaren und die Schattierung die 
Bewölkung. Der leichte Cirrusschleier der Vorderseite geht bei der Annäherung 
des Zentrums in schwere untere Wolken mit Regen über. Hinter dieser Wolken- 
scheibe findet beim Vorbeizug des Wirbels ein rascher Wetterwechsel statt; die 
Wolkendecke zerreißt, blauer Himmel wechselt mit Cumuluswolken ab und statt 
des Landregens treten einzelne Schauer auf. Hauptsächlich rechts von der Bahn 
pflegt diese Anderung ausgeprägt und häufig mit einer stärkeren Böe verbunden 
zu sein. 
> Unterwind 
a 
Fır 
5 
—_ 
m m Obere Wolken 
Wie die Verteilung des Luftdrucks und die der Lufttemperatur, d. h. der 
Dichte, einander aufheben können, zeigt am besten der Fall, wo eine Depression 
in Europa direkt südlich von einem Hochdruckgebiet liegt; dieser Fall wird von 
Cl. Ley (Aids, S. 24) als Hauptausnahme aus dem Gesetz der Umkreisung der 
Antizyklonen durch die Zyklonen angeführt, denn in diesem Fall pflegt die 
Zyklone liegen zu bleiben oder unregelmäßige Bewegungen zu machen; solche 
Antizyklonen im Norden sind aber kalt und reichen deshalb nieht in große Höhen. 
Die Auffassung, daß die Zyklonen rotierende Luftmassen sind, die von 
einer allgemeinen Luftströmung, in die sie eingebettet sind, fortgetragen werden, 
ist recht alt und stimmt in einigen Hauptpunkten gut mit der Erfahrung überein, 
Allein (1) die Richtung und Geschwindigkeit der Luftbewegung in der Zyklone 
und der Fortpflanzung der letzteren selbst zeigen, daß unzweifelhaft fortdauernd 
Luftmassen in den Wirbel hereingezogen werden und aus ihm austreten, und (2) 
man darf bei wandernden Zyklonen nicht, wie es noch Ferrel tat, deren Iso 
baren als konzentrische Kreise annehmen, sondern muß den der allgemeinen 
Luftströmung entsprechenden Gradienten graphisch zu dem radialen Gradienten 
der Zyklone addieren. Depressionen, die nach allen Seiten gleiche Verteilung 
des Luftdrucks und der Temperatur haben, besitzen keine ausgesprochene Fort- 
bewegung; je ungleichseitiger ihre Ausbildung ist, desto schneller verändern sie 
ihren Ort. Deshalb wandern Randgebilde (Satelliten, Teilminima) schneller und 
regelmäßiger als die Zentren großer Gebiete niederen Druckes.
	        
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