accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

248 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1914, 
mit der Tiefe ist in ersterer schnell, in letzterer langsam; unten wird sich eine 
Bewegung von der kalten zur warmen, oben eine solche von der warmen zur 
kalten Säule einstellen, die gleiche Mengen Flüssigkeit nach beiden Richtungen 
befördern; die Flächen gleichen Drucks, die auf halber: Höhe sich ungefähr 
horizontal einstellen, fallen unten nach der warmen, oben nach der kalten Seite 
Fig. 1. ab, wie die schrägen Linien in Fig, 1 es andeuten. Sehr anschaulich 
sind bekanntlich diese Verhältnisse an einer nur wenig geöffneten Tür 
zwischen einem warmen und einem kalten Zimmer durch eine Kerzen- 
flamme zu zeigen: unten wird diese nach dem warmen, oben nach 
dem kalten Raume geweht, Soll Fig. 1 die freie Atmosphäre dar- 
stellen, so beziehen sich die Ausdrücke kalt und warm übrigens nur 
auf den Vergleich horizontal nebeneinander liegender Luftmassen, 
ohne Rücksicht auf die Änderung der Temperatur mit der Höhe, die 
bekanntlich normalerweise in einer Abnahme derselben nach oben 
besteht. 
Am Boden der Säulen, also an der Erdoberfläche, haben wir 
uns in Fig. 1 rechts ein barometrisches Maximum, links ein baro- 
metrisches Minimum zu denken, 
Indessen schon im Jahre 1890 zeigte Hann, daß auch in den 
wandernden Zyklonen und Antizyklonen in Europa dieses Schema in 
der Regel nicht zutrifft, namentlich im Winter nicht. Für diesen gibt er die 
folgenden Werte der Temperaturverteilung in den Ostalpen: 
Seehöhe m 500 1000 1500 2000 2500 3000 3500 Mittel 
Barom. Maximum — 8.1 —45 —36 — 29 — 53 — 87 — 143 — 57 
<« Minimum —2,2 —5.0 —78 — 10.6 — 135 -— 162 — 19.1 — 10.6 
Unterschied —59 0.5 4.2 77 8.2 7.5 48 4.9 
Schon unterhalb 1000 m Höhe wird also das Hochdruckgebiet wärmer als 
die Depression, in etwa 2!/, km Höhe wird dieser Unterschied am größten, Die 
mittlere Temperaturabnahme zwischen 500 und 3500 m Höhe ist im Hochdruck- 
gebiet nur 0.21° auf 100 m, im Gebiet niedrigen Druckes 0.56°; im letzteren ist 
sie am größten vorne rechts und am kleinsten hinten links von einem fort- 
schreitenden Minimum. 
Fig, 2. 
—809° —709 -—80° —50° —40° —80° —20° —10° 0° 
Km 
16 
15 
A 
3 
12 
900 30° 
— 
Ö 
? 
A 
Durch die seit 1893 erwachsende Untersuchung der freien Atmosphäre mit 
unbemannten Ballons und Drachen haben diese Tatsachen ihre Bestätigung und 
umfassende Erweiterung gefunden. Figur 2 zeigt die mittlere vertikale Ver- 
teilung der Temperatur einerseits nach 23 Aufstiegen von Registrierballons in 
Batavia, anderseits nach den je 20 Aufstiegen in Deutschland, Frankreich und 
Rußland, die unter 154 bearbeiteten Aufstiegen den höchsten und den niedrigsten 
Druck in 7 km Höhe aufgewiesen haben. Man erhält ungefähr dasselbe, wenn
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.