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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

234 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1914.

wirklichen Abschluß schon beim Holton-Hafen, dem nördlichsten festen Wohnsitz
der neufundländischen Fischer.
Nördlich vom Holton-Hafen wird der Kabeljaufang von Schunern betrieben,
die dem Fische manchmal bis nördlich vom Kap Chidley folgen. Gewöhnlich ist
aber die Umgebung von Nain die nördlichste Grenze, wohin die Fischer vordringen,
Die Hudson Bay Company hat verschiedene Ansiedlungen auf Labrador,
und Stationen der Herrnhuter-Mission befinden sich in Makovik, Hopedale, Zoar,
Nain, Okkak, Hebron und Ramah. Die Hauptniederlassung ist Nain, wo der
Vorstand für Handel und Arbeiten der Mission wohnt.
Die Einheimischen wohnen mit wenigen Ausnahmen im Winter in den Ansiedelungen
 der Hudson Bay Company oder in denen der Herrnhuter-Mission
und fischen im Sommer an der Küste entlang. Die Indianer des Innern kommen
nur in strengen Wintern, wenn sie durch Hunger gezwungen werden, nach den
Ansiedlungen der Hudson Bay Company, da unversöhnlicher Streit zwischen
ihnen und den Eskimos besteht.
Halbbürtige Eskimos haben sich nördlich vom Battle-Hafen an verschiedenen
 Stellen niedergelassen, Eine größere Ansiedlung findet man jedoch nur
beim Cartwright-Hafen (53° 42’ N-Br.), wo sich in der Nähe einer Ansiedelung der
Hudson Bay Company eine Anzahl zusammengefunden hat. Eine Ansiedelung,
die ebenfalls mit der Hudson Bay Company in Verbindung steht, ist auch bei
Rigoulette in der Hamilton-Förde,
Zwischen Rigoulette, Hopedale, Davis-Förde, Zoar, Nain, Okkak, Hebron,
Ramah und Nachvak wird im Winter gelegentlich Verbindung durch Hundeschlitten
 unterhalten; Eskimos kommen auch mitunter von Ungava nach Nachvak.
Im Sommer ist der Verkehr nur zu Wasser möglich.
Die atlantische Küste Labradors ist in jedem Winter etwa von Mitte Dezember
 bis Ende Juni durch Eis gesperrt. Die großen Buchten haben dann, die
geschützten Häfen sogar schon im November, eine feste Eisdecke, im Norden
länger als im Süden und in strengen Wintern natürlich auch länger als in milden,
Vergl. auch die Angaben bei den einzelnen Häfen,
Kimmabstände können vor der nördlichen Küste Labradors wegen der
Refraktion und der Luftspiegelung oft schwer gemessen werden.
Vorsicht. Nördlich von Nain ist die Küste nur sehr roh vermessen, und
die Karten sind unzuverlässig; es sollen verschiedene Untiefen vorhanden sein,
die nicht in den Karten angegeben sind.
Nebel. An der Ostküste von Labrador ist Nebel nicht so häufig wie an
den Küsten von Neufundland. Er kommt vor mit Winden von Nord durch Ost
bis Südost, bei Winden aus anderen Richtungen ist er ungewöhnlich. Der bei
südlichem Winde auftretende trockne und dichte Nebel erstreckt sich selten über
Kap St. Lewis hinaus. Hier pflegt bei südlichen Winden klares Wetter zu sein,
dicker Nebelschwaden kann jedoch aus der Belle Isle-Straße kommen,
Eclipse-Hafen.
Quellen wie oben. Brit, Adm-Krt. Nr. 1422, Labrador, Plan: Eclipse Harbour; Nr. 863, Hudson
Bay and Strait.
Eclipse-Hafen liegt etwa 4 bis 5 Sm innerhalb der nördlichen Einfahrt der
Durchfahrt, die die Insel Aulezatvik von dem Festlande trennt. Man findet in
der 3/, bis 2 Sm breiten Durchfahrt ausgezeichneten Ankerplatz auf 7 m bis 22 m
(4 bis 12 Fad.) Wasser über gut haltendem Ankergrunde. Der Hafen hat seinen
Namen von der amerikanischen Expedition, die hier am 18. Juli 1860 eine totale
Sonnenfinsternis beobachtet hat. Die geographische Lage ihres Beobachtungspunktes
 ist 59° 48’ 0” N-Br. und 54° 7’ 15” W-Lg. Die Mißweisung für das Jahr
1914 beträgt 45.6° W, ihre jährliche Abnahme etwa 6.
Landmarken. Kap Chidley liegt am Nordostende der Insel Kikkertaksoak
auf 60°33’ N-Br. und 64° 14’ W-Lg., Kikkertaksoak ist 457 m hoch und fällt anscheinend
 unter Wasser steil ab. Vom Südosten aus gesehen erscheint Kap Chidley
als Insel mit zwei kleinen Hügeln, von denen der westliche höher ist. Die Insel nordwestlich
 davon ist etwa 305 m hoch. 5’/, Sm südöstlich vom Kap Chidley liegen
3 Klippen, von denen die mittelste etwa 15m (50°), die beiden andern ungefähr
9 m (30°) hoch sind. Eine einzelne 9m (830°) hohe Klippe liegt 3 Sm südlich
            
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