Die Häfen der britischen Kolonie Neufundland,
98383
zu grünen an den geschützten Stellen zwischen den Hügeln. Die Wassertempe-
ratur außerhalb der Bucht betrug zu der wärmsten Tageszeit 0° C, die Temperatur
der Luft +6° C.,
An den äußeren Küstenstrichen wächst Gemüse spärlich und kommt selten
zur Reife, im innersten Teil der tiefen Förden dagegen gedeihen Gemüse,
Blumen und selbst Getreide, Im Indian Harbour schneite es noch im Juli,
August und September 1875; auch lag Mitte Juli dieses Jahres in den Tälern
längs der ganzen Küste etwa 1.5 m tiefer Schnee, der an verschiedenen Stellen
auch noch nicht geschmolzen war, als im September wieder der erste Schnee fiel,
Bei Seewind fällt die Temperatur im Sommer beträchtlich. Die mittlere Luft-
temperatur betrug an der Küste zwischen Kap Porcupine und Nain nach mehr-
jährigen Beobachtungen etwa +8°C im Juli, +10° C im August, -+-7°C im
September,
Handelsverkehr. Schiffsverkehr. In den Häfen Neufundlands verkehrten
im Geschäftsjahre 1910/11 3974 Schiffe von zusammen 2251595 R-T. Größe.
Die Einfuhr besteht hauptsächlich aus Kohlen, Eisen- und Kurzwaren, Nähr-
stoffen und Textilwaren, die Ausfuhr aus getrocknetem Kabeljau, Heringen,
Hummern, Kabeljau- und. Robbenöl, Robbenfellen, Eisen- und Kupfererz, Der
Wert der Einfuhr in der Kolonie Neufundland betrug im Jahre 1910/11 £ 2 771 000,
der der Ausfuhr £ 2 479 400.
Verkehr. Dampfer. Außer den regelmäßigen Dampferlinien von Europa
und Amerika nach St. Johns (siehe unter St. Johns) unterhalten, solange Schiff-
fahrt möglich ist, Küstendampfer regen Verkehr zwischen den Häfen Neufund-
lands und Labradors. *
Eisenbahnen. Die Neufundland-Eisenbahn führt. von St. Johns über
Whitbourne nach Harbour Grace und Carbonear in der Coneception-Bucht, Eine
Zweigbahn führt nach Brigus und Tilton, eine zweite von Whitbourne aus nach
der Placentia-Bucht. Die Northern and Western-Eisenbahn zweigt westlich von
Whitbourne von der Neufundland-Eisenbahn ab, führt auf dem schmalen Land-
strich zwischen den Buchten Trinity und Placentia nordwärts quer durch die
Täler Terra Nova, Gambo und Gander, biegt beim Norris Arm in das Tal des Exploit
ein und überschreitet diesen Fluß 10 Sm von seiner Mündung. Nachher führt
sie in westlicher Richtung weiter und läuft am Nordostende des Grand Pond, an
der Südseite des Deer Pond und am südlichen Ufer des Humber entlang bis zur
Birchy-Bucht. Von hier aus wendet sie sich südwärts, führt an der Ostseite der
St. George-Bucht und im Rücken des Anguille-Höhenrückens in das Tal des
Codroy und hinunter zum Hafen von Basque, wo sie ihren Abschluß findet. Eine
Zweigbahn führt östlich vom Norris Arm nach der Burnt-Bucht, eine zweite östlich
vom Grand Pond nach Millerton am Indian-See,
Telegraphische Verbindung über Land besteht zwischen St. Johns
und allen bedeutenden Häfen Neufundlands, Vier unterseeische Telegraphen-
kabel verbinden Irland und Hearts Content an der Ostseite der Trinity-Bucht,
ein Kabel führt von Frankreich nach der Insel St. Pierre, drei Kabel verbinden
Neufundland mit Kap Breton-Eiland, ein Kabel verbindet den Hafen von Basque
mit Canso (Neuschottland) und eins Belle Isle mit der Chateau-Bucht (Labrador).
Telephonische Verbindung ist vorhanden. .
An Straßen wurden im Jahre 1905 1390 km von der Post, 3150 km von
den Landschaften unterhalten.
Zeit. In Neufundland gilt für den Eisenbahn- und Telegraphenverkehr
die mittlere Ortszeit von St. Johns. Diese ist 3 Stunden 30 Minuten 43.1 Sekunden
zurück gegen mittlere Greenwich-Zeit. Die Normalzeit in St. Pierre und Miquelon
ist 4 Stunden zurück gegen mittlere Greenwich-Zeit.
Häfen an der Küste Labradors,
Quellen: Engl. Shb. »Newfoundland and Labrador Pilot«, fourth Edition 1907 mit dem Nachtrag vom
Jahre 1910; Amerikanisches Shb. »Newfoundland and the Labrador Coast«, third Edition 1909,
D. Adm-Krt. Nr. 379, Nord-Atlantischer Ozean, Dampferwege; Brit. Adm-Krt. Nr. 1422, Labrador.
Allgemeines. Die Gerichtsbarkeit der neufundländischen Regierung reicht
von der Blanc Sablon-Bucht bis hinauf zum Kap Chidley, findet jedoch ihren
A