Die Häfen der britischen Kolonie Neufundland.
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4 Stunden vor Hochwasser bei der Forteau-Bucht südwestwärts, ungefähr 2*/,
Stunden nach Hochwasser bei dieser Bucht nordostwärts zu setzen. Die Drehung
des Stromes vollzieht sich rechtsherum oder mit dem Zeiger der Uhr. Die
mittlere Geschwindigkeit des Stromes beträgt während seiner größten Stärke 1 bis
9 Sm in der Stunde; als größte stündliche Geschwindigkeit des südwestlichen
Stromes wurden 3!/, Sm, des nordöstlichen Stromes 21/, Sm beobachtet, Richtung
und Geschwindigkeit des Stromes werden durch steife Winde, auch wenn sie
schon einige Zeit vorher geweht haben, stark beeinflußt.
An der Labrador-Seite hat der südwestliche Strom die Oberhand, namentlich
nach dem Nordostende der Straße hin und in der Nähe der Küste, wo er manchmal
so stark ist, daß die Fischer nicht mit ihren Netzen fischen können. Bei
Kap Norman an der Neufundland-Seite ist mehr Stauwasser als an der Küste
von Labrador. Der nordöstliche Strom setzt mit beträchtlicher Stärke um das
Kap Norman herum, der südwestliche ist dagegen verhältnismäßig schwach. Die
Ströme setzen nicht immer in gerader Richtung durch die Straße, und man findet
sowohl bei nordöstlichem wie bei südwestlichem Strom auch in die Buchten Cook
und Pistolet hineinsetzenden Strom.
Die Tidentafeln für die Ostküste von Kanada enthalten folgende Angaben
über den Strom in der Belle Isle-Straße.
Der Strom in der Belle Isle-Straße hat vornehmlich Tidencharakter, und
setzt, so lange er von den Tiden allein beeinflußt wird, regelmäßig und mit der
gleichen Stärke abwechselnd nach der einen oder andern Richtung, der Flutstrom
südwestwärts, der Ebbstrom nordostwärts. Es hat sich aber auch gezeigt,
daß der Strom fast immer Neigung hat, in der einen Richtung länger zu setzen
als in der andern. Dieses Überwiegen des Stromes in der einen oder in der
andern Richtung wird vorherrschender Strom genannt und hängt von der Stärke
des Tidenstromes ab.
Als Ursache des vorherrschenden Stromes kann nicht ohne weiteres der
Wind angenommen werden, denn die eine Bewegung ist nicht schlechthin von
der andern abhängig. Wind verursacht vornehmlich Oberflächenstrom, der vorherrschende
Strom dagegen bewegt die tieferen Wasserschichten. Es sind allerdings
auch schon Strömungen der tieferen Wasserschichten als reine Windtriften
festgestellt worden, jedoch sind solche Vorkommnisse im Sommer selten, da die
Winde dann nicht stark genug sind oder nicht lange genug anhalten, um den
Oberflächenstrom auch in tiefere Schichten dringen zu lassen.
Auf die wahrscheinliche Richtung des Stromes kann man aus der allgemeinen
Wetterlage und der Anwesenheit oder Abwesenheit von treibenden
Eisbergen in der Belle Isle-Straße schließen. Ist südwestlicher Strom vorherrschend,
so treiben die Eisberge, die sonst mit den Tidenströmen ostwärts von der Straße
hin und her treiben, in die Straße hinein, ist dagegen nordöstlicher Strom vorherrschend,
so ist die Straße frei von treibenden Eisbergen,
Um dieses Merkmal zur Feststellung der Stromrichtung ausnutzen zu
können, muß man aber zunächst beurteilen können, ob die Eisberge treiben oder
nicht. - Sind die Berge dicht unter der Küste an den Seiten der Straße, so kann
man sicher sein, daß sie auf Grund sitzen, sie können schon eine Woche oder
noch länger dort liegen. Sieht man einen Berg an der Nordwestseite der Straße,
so kann man eher annehmen, daß er treibt, da dort die Wassertiefe größer ist.
In der Mitte der Straße wird jeder größere Berg auf Grund kommen. Die Wahrscheinlichkeit,
daß die Berge auf Grund sitzen, hängt also hauptsächlich von
ihrer Größe ab; sie ist um so größer, wenn sich der Berg‘ an einer Stelle befindet,
wo die Wassertiefe nach Südwesten zu abnimmt, oder wenn er über der
Centre-Bank ist. Kleine Eisberge, die in gutem Abstande von der Küste sind,
treiben natürlich am ehesten,
Für die Praxis mögen folgende Regeln am besten sein:
1. Wenn die Straße frei von treibenden Eisbergen und das Barometer
schon ziemlich hoch ist und noch steigt, oder hoch und ständig ist, so setzt der
herrschende Strom wahrscheinlich nach Nordosten und mag bis zu 1'/, Sm Geschwindigkeit
in der Stunde erreichen. Der Ebbstrom wird durch den vor-Ann.
d. Hydr. usw, 1914, Heft IV.