Pettersson, O.: Studien in der Geophysik und der kosmischen Physik, 219
Die Differenz zwischen der synodischen (o) und der Draconitischen‘ (6) Mond-
periode ist
0 — 6 — 29.58 — 27.21 Tage = 2.32 Tage.
De 153 6 — 141 6 == 4163 - 4 Tagen = 11,89 Jahre
ist, so müssen nach dieser Frist die Resonanzzentren auf den höheren und
niederen Sonnenbreiten zusammenfallen (Okkultation der Erde im tropischen
Mondumlaufe). -
Da die verschiedenen Impulse, welche die Resonanz hervorrufen, nicht
gleichwertig sind, sondern an Intensität wechseln mit der Distanz der betreffenden
Himmelskörper, bewirken sie den komplizierten Gang des Sonnenfleckenphänomens,
welches in der Wolferschen Frequenzkurve seinen Ansdruck findet. Die
Periodizität wird durch die Symmetrie und Asymmetrie der Lage der Mondbahn
relativ zur Erdbahn und durch die Erd- und Sonnennähe des Mondes, also
wesentlich durch den anomalistischen Mondumlauf verursacht. Dabei spielt aber
die eben genannte 11jährige Koinzidenz der Einwirkung des tropischen und
des synodischen Mondumlaufes auf denselben heliozentrischen Meridian eine
prädisponierende Rolle auf der Sonnenoberfläche für das Auftreten einer
11jährigen Fleckenperiode, Denn es liegt in der Natur der Resonanzphänomene,
daß es nicht nur auf die von außen kommenden periodischen Impulse, sondern
auch auf den Zustand des Mediums (hier der Sonnenoberfläche) ankommt, welcher
von den möglichen Perioden bevorzugt wird. In diesem Zusammenhang ist zu
bemerken, daß die totale Sonnenfleckenfrequenz keine Periodizität zeigt, welche
kürzer als die Mondperioden (d.h. kürzer als 27 Tage) ist. Schuster äußert:
‘»The litterature connected with the relation between solar and terrestrial
phenomena is full of supposed periodiecities approximately coinciding with that
of solar rotation 26 to 27 days«
Schuster hat aber keine solche finden können. Dagegen zeigen seine
Periodoegramme große Intensitäten an für Perioden von 27 und 27.27 Tagen‘).
Intensity of Periodogram for Periode of
1886 to 1890 1890 to 1895 1895 to 1900
27.00 days . +... 2210 50 610 2550
2721 5 82 7 640 21 930 410
Es gibt aber eine Reihe von irdischen Phänomenen, wovon die bekann-
testen und gründlichst studierten die Nordlichter und die Gewitter sind, deren
Periode von Arrhenius und Ekholm®°) zu 25,945. Tagen bestimmt wurde,
welche eine kürzere Periodizität als die Mondperioden zeigen, aber dennoch
einen unverkennbaren Zusammenhang sowohl mit den Sonnenfleckenperioden als
mit den Mondkonstellationen zeigen. Für diese irdischen Phänomene ist, neben
dem Einfluß des anomalistischen Mondumlaufes, diejenige der Monddeklination
(welche für die Sonnenphänomene keine unmittelbare Rolle spielt) maßgebend,
wie ich schon in der ersten Abteilung gezeigt bei der Besprechung der Be-
wegungen in den Grenzschichten des Meeres, In der folgenden Abteilung C
werde ich den Einfluß der Mondperioden auf das Klima besprechen, )
N Schuster .. c.
27) K. Sv. Vet. Aks Handl. Bd. 31 Nr. 3. Stockholm 1898
(Schluß folgt.)