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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1914, 
(»I1 ressort de ces resultats qu’une periode de rotation du nucl&us Ggale 
a 25.14 jours environ conduit ä la repartition la plus marqu6e des groupes sur 
le nucl&us suppose. Je ferai specialement observer que par un pareil report des 
groupes sur un nucl&us anime de ce mouvement de rotation, on reconnait 
Vexistence de deux regions situges ä 180° l’une de Vautre sur V’Equateur solaire, 
ou les groupes sont representes d’une maniere tröes faible: par consequent dans 
ces rögions Vaction volcanique suppos€ serait relativement peu considerable, 
Il y a de möme deux maxima prononc€s distants aussi de 180°.«) 
Er wurde zu dieser Annahme geführt, weil das Vorhandensein von be- 
stimmt orientierten Fleckenzentren auf der Sonne unvereinbar!) erschien mit 
der Hypothese von planetarischer Einwirkung. 
Ich habe versucht, eine andere Deutung zu finden, 
Die Bipolarität gibt Aufschluß über die Natur der einwirkenden Kräfte, 
welche entweder Gravitations- oder elektrische und magnetische extensitäre Kräfte?) 
sein müssen, weil nur solche Kräfte bipolare Wirkungen hervorbringen, Diese Kräfte 
müssen von außen her auf die Sonnenoberfläche wirken, denn die Annahme 
von innerhalb des Sonnenkörpers periodisch wirkenden Vorgängen von vulka- 
nischer Natur ist nur unter so komplizierten Bedingungen mit der bipolaren und 
symmetrischen Orientierung der Flecken vereinbar, daß diese Hypothese vorläufig 
in den Hintergrund treten muß. 
Es ist einleuchtend, daß keine planetarischen Einflüsse zu der Erklärung 
dieses merkwürdigen Phänomens herbeigezogen werden können, mit Ausnahme 
von demjenigen des Mondes und der Erde, falls man nicht zu der alten, von 
Herschel zuerst eingeführten Hypothese von Meteorschwärmen usw, als Not- 
hilfe greifen will. Der symmetrische Charakter des Fleckenphänomens auf 
korrespondierenden südlichen und nördlichen Breitenzonen deutet auf eine Über- 
einstimmung zwischen den Rotationszeiten dieser Breitenzonen und der Umlaufs- 
zeit der Erde und des Mondes, Es ist wahrscheinlich, daß die Entstehung der 
Sonnenflecken in den höheren Breiten ein Resonanzphänomen von dem syno- 
dischen Mondumlauf und das schneller verlaufende Erscheinen der Fleckenzentren 
ein Resonanzphänomen des tropischen Mondumlaufs sind. Die Rotationszeit 
dieser Zentren wurde etwas kürzer gefunden = 27,01 Tage als die Draconitische 
Mondperiode = 27.21 Tage, Es muß dahingestellt bleiben, ob diese Zeitdifferenz 
als endgültig bestimmt durch die von Birkeland angewandte kumulative Methode 
zu betrachten ist oder ob die Periode bei genaueren Bestimmungen noch näher 
an diejenige der Rotationszeit der äquatorialen Sonnenoberfläche = 27.27 und 
des Draconitischen Mondumlaufs = 27.21 rücken wird. In jenem Fall muß man 
annehmen, daß der Ort, welcher dem Einfluß des tropischen Mondumlaufs aus- 
gesetzt ist, seine heliozentrische Länge langsam wechselt, 
Die Vorstellung, zu der man durch einen konsequenten Ausbau der von 
mir angewandten Arbeitshypothese geführt wird, ist also folgende: 
Das Sonnenfleckenphänomen entsteht wahrscheinlich durch eine Art von 
Resonanz, hervorgerufen durch »Symmetrie« der verschiedenen Konstellationen 
der Sonne, des Mondes und der Erde. Der Ausbruch der Flecken in den 30°- 
Breiten ist ein Resonanzphänomen in den Zwischenschichten der Sonnen- 
atmosphäre, verursacht von der Erde und dem synodischen Mondumlaufe, Die 
längs den niedrigeren Sonnenbreiten ausgebreitete Fleckenreihe unterliegt einem 
schneller rotierenden, bipolar orientierten Einfluß von dem tropischen Mond- 
umlaufe, welcher die Tendenz hat, die Flecken zu verstärken (oder auszulöschen). 
') Birkeland nimmt an, daß die Planetenstörungen nur eine auslösende Wirkung ausüben 
auf die inneren vulkanischen Spannkrüäfte. 
*) Obschon die Gravitationskräfte bei jeder Diskussion des Sonnenfleckenphänomens die Rolle 
eines Leitfadens spielen, ist damit nicht gesagt, daß sie die Hauptrolle spielen müssen. Der von 
Arrhenius und Ekholm gelieferte Beweis dafür, daß der Mond ein etwa 50mal größeres negatives 
Potential besitzt als die Erde, und die neulich publizierten eleganten Experimente Birkelands mit 
ziner elektrisch geladenen magnetisierbaren Kugelkathode im Vacuum eröffnen ein weites Feld für 
neue Arbeitshrpothesen über die physische Ursache der Sonnenaktivität. Diese Frage führt aber, wie 
schon früher erwähnt, außerhalb des Bereiches dieser Untersuchung.
	        
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