Port Nolloth (Südafrika).
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Lotsen nicht zu denken, Erst gegen 4b N konnten wir mittels Fernrohr die
Stadt und die Nordbake ausmachen«, Mehr oder weniger ähnlich lauten alle
Berichte über die Ansteuerung seitens der Segelschiffe, und es geht zu deutlich
daraus die Schwierigkeit der Navigierung an dieser Küste hervor.
Die Reede befindet sich außerhalb der Barre, etwa %, bis 1 Sm davon
entfernt; sie liegt vollständig offen gegen die vorherrschenden Winde und ist
daher stets ein unsicherer Liegeplatz. Nach Angaben der englischen Segel:
anweisung sollen Schiffe auf 23 Faden (42 m) Wassertiefe ankern in der Kreuz-
peilung: Nordbake mw. 0N0!/,O, Südbaken in mw. SO1/4S in Linie, Die deutschen
Kapitäne empfehlen jedoch alle, etwas weiter vom Lande, auf mindestens 30 Fad.,
(55 m) Wassertiefe zu ankern, sofern man längere Zeit dort zu liegen hat.
»Omega« lag sogar auf 34 Fad. (62 m) Wassertiefe über Sandgrund in der
Kreuzpeilung:‘ Nordbake mw, OzN, Südbake mw. SOzO. Wenn auch der Weg
von den äußeren Plätzen für die Leichter etwas weiter ist, als auf dem innern
Platze, so hat doch ein Schiff beim Brechen der Ankerkette hier mehr Raum;
um unter Segel gehen und von der Küste frei segeln zu können. Auf der Reede
sollen sehr viele Anker liegen, die durch Kettenbrüche verloren gegangen sind
und eine Gefahr bilden für die Ankerketten der dort liegenden Schiffe. Nach
Port Nolloth bestimmte Schiffe müssen mit gutem Ankergeschirr ausgerüstet
sein, da häufig schwerer Seegang auf der Reede herrscht. Da die starken
Winde aber ausnahmslos‘ aus südlichen und südwestlichen Richtungen wehen,
so haben Schiffe beim Brechen ihrer Ankerketten gewöhnlich Raum und Gelegen-
heit, nach See segeln zu können. Dauernde Kontrolle der Anker und Ketten
ist notwendig. Die Schiffe rollen und stampfen auf der Reede meistens stark.
Kapitän Schellhas hat während seines 52tägigen Aufenthaltes an 46
Tagen, vom 6, Dez. 1908 bis zum 31.Jan. 1909, regelmäßige Aufzeichnungen über
Wind, Wetter und Seegang gemacht. Er notierte 26mal flaue Brise, und schönes
Wetter, doch findet sich die Bemerkung »ruhige See« nur 6mal, dagegen 28mal
südwestliche bis westliche Dünung verzeichnet, darunter 7mal mit der Bemerkung
daß es kaum oder garnicht möglich sei, zu löschen. Einmal wird Gewitter an-
gegeben, das sich aus einer Wolkenwand im Westen entwickelte; zweimal findet
sich noch Blitzen im Osten bis Ostnordost verzeichnet. Nordwind ist an 10 Tagen
verzeichnet, meistens schwach, doch auch einmal frisch und einmal stürmisch.
Bemerkungen über Nebel finden sich an 18 Tagen; er ist manchmal so dicht,
daß man sich an Bord wundert, wie die vom Lande kommenden Leichter das
Schiff haben finden können, Der Nebel scheint mit Ausnahme der Stunden von
83h bis 6* N, an keine bestimmte Zeit gebunden zu sein, doch ist er an den
Morgenstunden am häufigsten verzeichnet. Steife bis stürmische S- bis SW-
Winde, ‚darunter einmal sogar von Stärke 8 bis 9; finden sich an 12 Tagen,
meistens in den Abendstunden verzeichnet, Über Seegang, den diese Winde
verursachten, sind 5mal Bemerkungen gemacht, doch wird er nur einmal als
so stark angegeben, daß das Schiff stampfte, ,
Kapitän Carlsen hat nur am 23. Dezember Aufzeichnungen über Witterungs-
verhältnisse gemacht. Dieser Tag zeichnete sich offenbar durch außergewöhn-
liche Wetterverhältnisse aus, Der Luftdruck war um 10% V 760.5 mm, die
Temperatur 24.9° C, bei dichtem Nebel und SSW-Wind von Stärke 3. Um 10%,
sprang der Wind in einer heftigen Bö nach Osten um und brachte drückend
heiße Luft und Staub vom Lande, Die Temperatur stieg bis zum Mittag auf
28.2° C, und der Luftdruck sank auf 759.7 mm. Dann sprang der Wind plötz-
lich auf NW, wobei die Temperatur ebenso plötzlich um 8° fiel; zugleich zeigten
sich Nebelstreifen, die sich bald zu dichtem Nebel verdichteten. Um 2'/,% N
betrug der Luftdruck 759,5 mm, und die Temperatur war bis zu 15.1° C gesunken.
Die Angaben des Kapitäns Schellhas decken sich mit diesen, doch findet sich
hierbei noch die Bemerkung »ruhige See«, .
Leuchtfeuer. Ein weißes Festfeuer brennt nördlich vom Orte auf oder
in unmittelbarer Nähe der Karl.von Schlick-Bake, die mit den beiden weiter landein-
wärts in mw. Ostrichtung davon stehenden Baken die Richtmarke für die Hafen-