210 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1914,
Achsen-Koinzidenz in der Ekliptik) mit möglichst nahe derselben
Richtung (Symmetrielage) wird in Intervallen von etwa 91 bis 92 und
183 Jahren eintreffen.
Rechnet man mit den Werten A=8.857 und D=18.6, so würde die
Rekurrenz nach fast genau 186, beziehungsweise 93 Jahren, eintreten. Diese sind
als Grenzwerte zu betrachten, denn die Periode wird auch durch einen anderen
Umstand verkürzt, nämlich dadurch, daß die Knotenapside jedesmal etwas früher
im Jahr eintrifft. (Siehe Fig. 2, Taf. 11.)
Die in der Figur abgebildete Konstellation bewegt sich nämlich langsam
retrograd in der Ekliptik. Im 18. Jahrhundert traf die Knotenapside im Oktober
ein, in diesem Jahrhundert im September. Falls die Sonnentätigkeit von der
Lage der Mondbahn relativ zur Erdbahn beeinflußt wird!), muß man in der
Frequenz der Sonnenflecken eine Periode von 183, beziehungsweise 91 bis
92 Jahren, nachweisen können. Denn es ist ersichtlich von der Figur, daß nach
dieser Zeit, also um 1523 bis 1525, die Perigäumspitze der Mondapside z17 den
Platz der «; Knotenapside vom Jahr 14383.0 eingenommen haben muß, was ein
sekundäres Maximum der Gravitationsstörung mitführte. Die Epochen der neuen
in Rede gestellten Mondperiode fallen also auf die Jahre:
1433.0 Perihelium-Knotenapside. Absolutes Maximum der Flutkraft des Mondes,
1523.0
2 Knotenapsiden in symmetrischer Lage zu der Erdbahnapside; sekundäre
vn Maxima der Flutkraft des Mondes
1797.0 | * +
1889.0
wenn man von dem Maximum in 1433 rechnet, das allerdings an sich unsicher
ist wegen der sekulären Änderungen der Mondkonstanten, welche sicht nicht
exakt auf so lange Zeit feststellen lassen. Gibt es eine Periode mit diesen
Epochen in der Sonnenfleckenfrequenz?
Die 92 jährige Sonnenfleckenperiode.
Das folgende Diagramm enthält unten*) eine Reproduktion der bekannten
Sonnenfleckfrequenzkurve von Wolfer in sehr verkleinertem Maßstab.
Kir, 3
FF aan =
A
U
————
ANNE
SA
. N m LS *
— Erle zT bi x
a
Schon der erste Blick auf diese Kurve zeigt, daß es in der Sonnenfrequenz
neben den kürzeren Perioden von 9, 11, 13 Jahren sekuläre Perioden gibt von
intensiver Sonnenaktivität, getrennt von längeren Ruheperioden oder Zeiten von
geringer Sonnentätigkeit. Eine solche sekuläre Aktivitätsperiode fiel in das
18. Jahrhundert und kulminierte im Jahre 1778 mit einem absoluten Flecken-
maximum von R==154.4 (in Wolfers Relativzahlen). Die nächste sekuläre
Aktivitätsperiode fiel in das 19. Jahrhundert kulminierend mit dem absoluten
Fleckenmaximum im Jahre 1870 (R=—1832). Dazwischen fiel eine Ruheperiode
von 1796 bis 1823. Die nächste Ruheperiode begann mit dem Jahre 1889 und
dauert noch immer.
') Es ist dies unsere Arbeitshypothese, welche in dem Folgenden geprüft werden soll.
') Oben ist eingezeichnet eine harmonische Rekonstruktion derselben nach Mondperioden.