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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1914,
Neuere Veröffentlichungen.
A, Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Dr. Joh. Schmidt: Report on the Danish Oceanographical expeditions 1908
to 1910 to the Mediterranean and adjacent seas. Vol. I: Introduetion,
Hydrography. Deposits of the sea-bottom. Copenhagen 1912. Andr, Fred.
Host & Son. 4°% 270 Seiten, XX Tafeln,
Es war eine glückliche und dankenswerte Idee des hervorragenden dänischen Meeresforschers
Johannes Schmidt, als ihn verschiedene rein biologische Aufgaben mit dem Forschungsdampfer »Thor«
zum Mittelmeer führten, dieses Meer auch in physikalisch-chemischer Hinsicht nach den erprobten
und strengen Methoden der Neuzeit zu untersuchen; zuerst geschah dies während einer Winterreise
1908/09, über deren ozeanographische Ergebnisse in dieser Zeitschrift Dr, Mey (1910, S, 663 ff.)
berichtet hat, Die Resultate der Winterexpedition gestalteten sich derart überraschend und neu, waren
von solch offenbarer allgemeiner Bedeutung für manche Fragen der Physik des Meeres überhaupt, daß
Dr. Schmidt eine zweite und ausgedehntere Forschungsfahrt während des Sommers 1910 anzuschließen
bemüht war und erreichte, bei der ausgesprochenermaßen die Rücksicht auf die rein 0zeanographischen
Probleme für die Wege und Stationen im wesentlichen maßgebend wurde.
So haben wir nun für die beiden wichtigsten Jahreszeiten cin modernes und in den großen
Zügen recht gesichertes Bild von den räumlich und zeitlich verschiedenen Naturverhältnissen der
mittelmeerischen Gewässer erhalten, woran es merkwürdigerweise bis 1910 fehlte, Die schon 1912
erfolgte vortreffliche Bearbeitung dieser Ergebnisse durch Schmidt und seine Mitarbeiter hat den
Berichterstatter derart immer mehr gefesselt, daß aus der ursprünglich beabsichtigten einfachen Rezension
ein recht umfangreicher Aufsatz, der von Monat zu Monat wachsend die vielen Mittelmeerfragen
in vorwiegend geographischer Darstellung hauptsächlich nach dem »Thor«-Material behandelt, entstanden
ist und deshalb gesondert in einiger Zeit erscheinen soll, Aber deshalb auch ist es Pflicht,
das Werk als solches nun hier der Fachwelt kurz anzuzeigen. Es enthält zunächst eine Kinleitung
von Schmidt selbst, in der die Ausrüstung des Schiffes, der Verlauf der zwei Expeditionsreisen
beschrieben und die Arbeitsstationen zusammengestellt sind. Darauf folgt der für uns wichtigste Teil,
die Hydrographie von Dr. J. N. Nielsen, auf über 100 Seiten; sodann nach zwei kurzen Aufsätzen
über genaue Chlorbestimmung in Proben von Mittelmeerwasser (H. Bjorn-Andersen) und über die
Methoden der Sauerstoffbestimmung (Sven Palitzsch) der ebenfalls bedeutsame Ahschnitt über die
Verteilung des Sauerstoffes in dem Mittelmeer von Dr. J. P, Jacobsen. Den Beschluß machen je
eine Darlegung von &, Palitzsch über die Bestimmung der Wasserstoffionen-Konzentration und von
O. B, Boggild über die Bodensedimente des Mittelnmeeres.
Nachdem auf der Winterreise, die im wesentlichen nur das westliche Becken einschließlich
des Jonischen Meeres berücksichtigt hatte, an 78 Stationen gearbeitet worden war, konnten auf der
Sommerreise 171 Stationen eingenommen werden, und die Reise führte bis in das Schwarze Meer
nordwärts und bis Rhodos ostwärts, Die Vollständigkeit aller Serienmessungen hinsichtlich der Faktoren
Temperatur, Salzgehalt und Sauerstoff ist außerordentlich, die (jenauigkeit und Zuverlässigkeit
der Beobachtungen so groß, daß mit Leichtigkeit sieh die Natur der Vorgänge dem erschließt, der
das Material geographisch gliedert, wie es Nielsen getan hat, Hierin liegt zugleich ein Hauptreiz,
die von den Forschern des »Thor« ohne Unterbrechung in Tages- und Nachtarbeit gesammelten
Beobachtungstatsachen noch weiter nach gleicher Richtung hin auszubauen und damit ein wenig zur
Würdigung der überaus verdienstvollen dänischen Mittelmeerarbeit beizutragen,
Sind zwar die weitaus meisten Darlegungen zunächst auf Fachgenossen in engerem Sinne
berechnet, so werden doch auch mehrere Kapitel in weiteren geographisch interessierten Kreisen
Beachtung finden müssen, so z. B. die Beschreibung des allgemeinen Systems der Oberflächenströmungen,
dann die Ober- und Unterströmungen in der Gibraltarstraße, und die neuen Berechnungen
über den gesamten Wasserhaushalt des Mittelmeeres, Alle diese von Nielsen verfaßten Abschnitte
gehen schon weit über das hinaus, was Krümmel noch 1911 im zweiten Band seines Handbuches
der Ozeanoyraphie geben konnte. G. Schott.
Bensaude, Joaquim: L’Astronomie nautique au Portugal A l’6poque des
grandes de&couvertes. Bern 1912. Akademische Buchhandlung von Max
Drechsel. 4% 28758.
Verfasser hat in der Münchener Bibliothek ein Exemplar des Almanach perpetuum von Zacuto
gefunden, dessen Vorhandensein den früheren Geschichtsschreibern unbekannt geblieben war. Dieses
Werk enthält 56 verschiedene astronomische Tafeln, die für den Gebrauch der Astrologen des 16. Jahrhunderts
bestimmt waren, Zur Zeit der großen Entdeckungen kannten die Portugiesen den Gebrauch
des Astrolabiums. Man hatte daher bislang angenommen, daß die zur Ortsbestimmung auf See noch
notwendigen Ephemeriden durch Behaim eingeführt wären. dem die Tafeln des Regiomontanus bekannt
waren. N
Nach einer ausführlichen Übersicht über den Stand der nautischen und geographischen
Wissenschaft vor den großen Entdeckungen und die Reisen der Portugiesen zur See und auf dem