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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Hänert: Graphische Lösung nautischer Aufgaben. 
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den Winkel gm bildet, und liest an der Teilung des Glasstreifens die Länge der 
Strecke MC (wo C der Schnittpunkt der auf dem Glasstreifen eingeritzten Längs- 
linie mit der Senkrechten s oder deren Verlängerung ist) in Millimetern ab; man 
erhält so den Längenunterschied in Minuten. — Das Kursdreieck wurde als 
eben angenommen. 
f. Die Mittagsverbesserung (Nautische Tafel 26). 
In der Fig. 8a bedeutet ZPS das Poldreieck bei 
der Vormittagsbeobachtung und Z PS’ das bei der Nach- 
mittagsbeobachtung. _Bezeichnet man den Winkel 
SPS’ =—ZPS-—ZPS mit At, so ist die Mittagsver- 
besserung V = — Se Ist ferner S’D ein Stück des 
durch S’ zum Äquator Äq gelegten Parallelkreises, so 
ist, wenn die Deklination der Sonne mit ö bezeichnet 
wird, S’D = At cos 6; der kleine Bogen SD ist die 
Änderung 40, welche die Deklination in der ganzen 
Zwischenzeit erfährt. In dem kleinen rechtwinkligen 
Dreieck SS’D, das man bei Vernachlässigung unendlich kleiner Größen höherer 
Ordnung als eben betrachten kann, ist der Winkel SS’D der parallaktische 
Winkel q zur Zeit der ersten Beobachtung. Es ist mithin 
wa SD _ __46 
815 5D 7 At-.cos$” 
At = 4ösecdcotgq. 
Die Mittagsverbesserung ist demnach gleich 
4t 46 & 
V = 57 = — 57 sec ö cotg q. 
Rechnet man in Zeitsekunden, bedeutet ferner u die aus dem Jahrbuch 
zu entnehmende Änderung der Deklination während 48% (24h vor und 24h nach 
dem Mittag des Beobachtungstages) und t die halbe Zwischenzeit, so ist 
22 F= UM zu setzen. Gemäß der für V erhaltenen Formel ergibt sich folgende 
Konstruktion der Mittagsverbesserung V: 
Man konstruiert zunächst den parallaktischen Winkel q; dies geschieht, da 
ja im Poldreieck die drei Seiten gegeben sind, in derselben Weise, wie oben 
(unter b1) der Stundenwinkel ermittelt wurde. [Man hat in diesem Falle (Fig. 4) 
die Bogen GC, = *6ö, GC, = @# — z, GD, = 180° — (g + z) auf- Fig. 8b. 
zutragen und erhält dann in der gleichen Weise wie oben den 
Stundenwinkel t, so hier den parallaktischen Winkel.] In 
Fig. 8b sei GC der Bogen des so gefundenen parallaktischen 
Winkels q. Man errichtet dann auf MG dasjenige Lot 1, auf 
dem durch MC das in einer geeigneten Maßeinheit (etwa 
1 cm = 1sek) zu messende Stück AE = BS- abgeschnitten wird, 
was mittels des Lineals unter Benutzung des Gleitstückes in 
einfacher Weise geschieht. Dann dreht man die Drehschiene 
derart, daß das mit dem Glasstreifen versehene Ende mit MG den Winkel ö bildet 
und liest an der Einteilung der eingeritzten Geraden die Strecke MB vom Mittel- 
punkt der Scheibe bis zu jenem Lote in der gewählten Maßeinheit ab; die Länge 
der Strecke MB gibt den absoluten Wert der Mittagsverbesserung in Zeit- 
sekunden an. Das Vorzeichen von V ergibt sich aus der obigen Formel für V, 
es hängt nur vom parallaktischen Winkel q ab, das Vorzeichen von ö spielt 
keine Rolle, Es ergibt sich sofort folgende Vorzeichenregel: Haben % und 
cotg q entgegengesetztes Vorzeichen, so ist V positiv, im anderen Falle ist V 
negativ. Die Formel für V zeigt übrigens auch, daß die Mittagsverbesserung 
gleich 0 ist, wenn die Sonne in der größten Digression steht. 
NA
	        
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