accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

"54 
Annalen der Hydrographie und .Maritimen Meteorologie, März 1914. 
Ferner hat man noch ein Lineal von 40 cm Länge (siehe Tafel 5) zur 
Konstruktion nötig. Dieses dient zunächst dazu, durch zwei Punkte auf der 
Platte möglichst genau die Gerade zu ziehen. Zu diesem Zweck ist das Lineal 
ebenso wie die Drehschiene mit einem sehr schmalen schlitzförmigen Längs- 
schnitt versehen, der sich an dem einen Ende zu einer kleinen Öffnung Ö er- 
weitert. Will man zwei Punkte durch eine Gerade verbinden, so legt man zu- 
nächst das Lineal mit der Öffung OÖ auf den einen Punkt und steckt eine 
Nadel Na mit lanzenförmiger Spitze (siehe Tafel 5) in diesen Punkt ein; man 
hält die Nadel an ihrem Kopfe fest und schiebt das Lineal so, daß das am anderen 
Ende des Lineals eingelassene, auf Glas eingeritzte Linienkreuz Lk mit dem 
anderen Punkte genau zur Deckung kommt, dann wird die Gerade entlang der 
Schlitzführung gezogen. Mit Hilfe dieses Lineals soll man auch schnell und mit 
hinreichender Genauigkeit Lote vom gegebenen Punkt auf gegebene Gerade 
fällen, Lote von gegebener Länge in gegebenen Punkten auf gegebenen Geraden 
errichten und Parallelen zu gegebener Geraden in gegebenen Abständen ziehen 
können. Hierzu trägt das Lineal ein auf ihm schlittenartig verschiebbares Gleit- 
stück G1 (siehe Tafel 5). Dieses besteht aus einem Messingrahmen Ra, in den 
eine Glasscheibe eingelassen ist; auf dieser sind mehrere zum Lineal senkrechte 
Geraden S,, 82, Sa usw. eingeritzt, Das Gileitstück Gl besteht außer aus dem 
Rahmen Ra noch aus dem Teil T, der mittels der Halteschraube Ha auf dem 
Lineal festgeklemmt werden kann und gegen den der Rahmen zur genaueren 
Einstellung durch die Stellschraube Ss verschiebbar ist. Will man das Lot von 
einem Punkt auf eine Gerade fällen, so bringt man die Mitte des Linienkreuzes Lk 
mit dem Punkt zur Deckung und verschiebt das Lineal und das Gleitstück derart, 
daß sich eine der Linien s mit der gegebenen Geraden deckt, Die im Gleitstück 
eingelassene Glasscheibe trägt noch eine zum Lineal parallele Gerade p, welche 
die Geraden s in den Punkten A,, A,, A, usw. schneidet. In Verlängerung von 
p ist am Lineal neben dem Linienkreuz Lk ein aus zwei kurzen feinen Schlitzen 
gebildetes Kreuz Sk angebracht. Will man auf einer Geraden in einem gegebenen 
Punkte das Lot von gegebener Länge errichten, so stellt man zunächst das Gileit- 
stück G1 derart, daß eine von den Linien s von der Mitte des Schlitzkreuzes Sk 
den gegebenen Abstand hat, legt das Lineal so auf, daß die betreffende Gerade s 
mit der gegebenen Geraden und der zugehörige Punkt A mit dem gegebenen 
Punkt zusammenfällt; die Mitte des Schlitzkreuzes Sk gibt das freie Ende des 
Lotes an. Damit auch eine Parallele in gegebenem Abstande zu einer Geraden 
gezogen werden kann, ist an dem einen Ende des Lineals eine Schiene r recht- 
winklig angesetzt, die längs ihrer Mitte mit einem schmalen Schlitz versehen ist, 
Zur Konstruktion der Parallelen stellt man das Gleitstück so, daß der Abstand 
zwischen dem Schlitz der Schiene r und einer der Linien s die vorgeschriebene 
Größe hat. Dann legt man das Lineal so, daß sich die betreffende Linie s mit 
der gegebenen Geraden deckt; die gesuchte Parallele verläuft längs des Schlitzes 
der Schiene s. Die beiden Spitzen Sp, von denen die eine in der Schiene r, die 
andere im Gileitstück Gl eingelassen ist, gestatten ein genaues Abgreifen und 
vermöge einer Zentimetereinteilung mit Nonius auch ein Messen von Strecken. 
II. Handhabung der instrumentellen Hilfsmittel bei der Lösung von Aufgaben, 
Die Lösungen sämtlicher Aufgaben beruhen auf den einfachsten Regeln des 
geometrischen Zeichnens und sollen nur kurz angegeben werden, Der in den 
folgenden Figuren auftretende Kreisumfang ist identisch mit dem auf der 
Celluloidplatte eingeritzten Kreise Kr (siehe Tafel 5). 
a. Astronomische Ortsbestimmung auf hoher See. 
1. Bei der sogenannten Höhenmethode kommt die Aufgabe geometrisch auf 
die Ermittelung des Schnittpunktes der beiden Höhengleichen hinaus. 
Es handele sich im folgenden um eine Ortsbestimmung auf Grund 
der Messung zweier Sonnenhöhen. Zur Zeit der ersten und zweiten Beob- 
achtung sei die Deklination der Sonne © 0, bzw. © d, die wahre Greenwicher 
Zeit w Gr Zt, bzw. w Gr Zt, und die Zenitdistanz der Sonne z, bzw. z,. Die Ver-
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.