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Annalen der Hydrographie und .Maritimen Meteorologie, März 1914.
Ferner hat man noch ein Lineal von 40 cm Länge (siehe Tafel 5) zur
Konstruktion nötig. Dieses dient zunächst dazu, durch zwei Punkte auf der
Platte möglichst genau die Gerade zu ziehen. Zu diesem Zweck ist das Lineal
ebenso wie die Drehschiene mit einem sehr schmalen schlitzförmigen Längs-
schnitt versehen, der sich an dem einen Ende zu einer kleinen Öffnung Ö er-
weitert. Will man zwei Punkte durch eine Gerade verbinden, so legt man zu-
nächst das Lineal mit der Öffung OÖ auf den einen Punkt und steckt eine
Nadel Na mit lanzenförmiger Spitze (siehe Tafel 5) in diesen Punkt ein; man
hält die Nadel an ihrem Kopfe fest und schiebt das Lineal so, daß das am anderen
Ende des Lineals eingelassene, auf Glas eingeritzte Linienkreuz Lk mit dem
anderen Punkte genau zur Deckung kommt, dann wird die Gerade entlang der
Schlitzführung gezogen. Mit Hilfe dieses Lineals soll man auch schnell und mit
hinreichender Genauigkeit Lote vom gegebenen Punkt auf gegebene Gerade
fällen, Lote von gegebener Länge in gegebenen Punkten auf gegebenen Geraden
errichten und Parallelen zu gegebener Geraden in gegebenen Abständen ziehen
können. Hierzu trägt das Lineal ein auf ihm schlittenartig verschiebbares Gleit-
stück G1 (siehe Tafel 5). Dieses besteht aus einem Messingrahmen Ra, in den
eine Glasscheibe eingelassen ist; auf dieser sind mehrere zum Lineal senkrechte
Geraden S,, 82, Sa usw. eingeritzt, Das Gileitstück Gl besteht außer aus dem
Rahmen Ra noch aus dem Teil T, der mittels der Halteschraube Ha auf dem
Lineal festgeklemmt werden kann und gegen den der Rahmen zur genaueren
Einstellung durch die Stellschraube Ss verschiebbar ist. Will man das Lot von
einem Punkt auf eine Gerade fällen, so bringt man die Mitte des Linienkreuzes Lk
mit dem Punkt zur Deckung und verschiebt das Lineal und das Gleitstück derart,
daß sich eine der Linien s mit der gegebenen Geraden deckt, Die im Gleitstück
eingelassene Glasscheibe trägt noch eine zum Lineal parallele Gerade p, welche
die Geraden s in den Punkten A,, A,, A, usw. schneidet. In Verlängerung von
p ist am Lineal neben dem Linienkreuz Lk ein aus zwei kurzen feinen Schlitzen
gebildetes Kreuz Sk angebracht. Will man auf einer Geraden in einem gegebenen
Punkte das Lot von gegebener Länge errichten, so stellt man zunächst das Gileit-
stück G1 derart, daß eine von den Linien s von der Mitte des Schlitzkreuzes Sk
den gegebenen Abstand hat, legt das Lineal so auf, daß die betreffende Gerade s
mit der gegebenen Geraden und der zugehörige Punkt A mit dem gegebenen
Punkt zusammenfällt; die Mitte des Schlitzkreuzes Sk gibt das freie Ende des
Lotes an. Damit auch eine Parallele in gegebenem Abstande zu einer Geraden
gezogen werden kann, ist an dem einen Ende des Lineals eine Schiene r recht-
winklig angesetzt, die längs ihrer Mitte mit einem schmalen Schlitz versehen ist,
Zur Konstruktion der Parallelen stellt man das Gleitstück so, daß der Abstand
zwischen dem Schlitz der Schiene r und einer der Linien s die vorgeschriebene
Größe hat. Dann legt man das Lineal so, daß sich die betreffende Linie s mit
der gegebenen Geraden deckt; die gesuchte Parallele verläuft längs des Schlitzes
der Schiene s. Die beiden Spitzen Sp, von denen die eine in der Schiene r, die
andere im Gileitstück Gl eingelassen ist, gestatten ein genaues Abgreifen und
vermöge einer Zentimetereinteilung mit Nonius auch ein Messen von Strecken.
II. Handhabung der instrumentellen Hilfsmittel bei der Lösung von Aufgaben,
Die Lösungen sämtlicher Aufgaben beruhen auf den einfachsten Regeln des
geometrischen Zeichnens und sollen nur kurz angegeben werden, Der in den
folgenden Figuren auftretende Kreisumfang ist identisch mit dem auf der
Celluloidplatte eingeritzten Kreise Kr (siehe Tafel 5).
a. Astronomische Ortsbestimmung auf hoher See.
1. Bei der sogenannten Höhenmethode kommt die Aufgabe geometrisch auf
die Ermittelung des Schnittpunktes der beiden Höhengleichen hinaus.
Es handele sich im folgenden um eine Ortsbestimmung auf Grund
der Messung zweier Sonnenhöhen. Zur Zeit der ersten und zweiten Beob-
achtung sei die Deklination der Sonne © 0, bzw. © d, die wahre Greenwicher
Zeit w Gr Zt, bzw. w Gr Zt, und die Zenitdistanz der Sonne z, bzw. z,. Die Ver-