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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Exner, F. M.: Über ‚die adiabatische Temperaturänderung trockener Luft, 151 
zwischen verschobener Luftmasse und Umgebung abhängig und nur dann 1°C 
auf 100 m, wenn diese Masse die Temperatur der Umgebung besitzt, also im 
indifferenten Gleichgewicht ist. 
Macht man die Voraussetzung, daß die Atmosphäre, in welcher Luft auf- 
steigt, eine lineage Temperaturabnahme mit der Höhe hat, so läßt sich eine ein- 
fache Gleichung für die adiabatische Temperaturänderung der vertikal ver- 
schobenen Masse aufstellen, die vielleicht hie und da brauchbar sein mag und 
daher hier abgeleitet sei: Die ruhende Atmosphäre habe in der Höhe z den 
Druck p, die Temperatur T’= Ty/— az, wo « die lineare Abnahme darstellt 
und T,’ die Bodentemperatur ist. Das vertikal verschobene Massenteilchen habe 
stets den Druck der Umgebung p, hingegen die Temperatur T, am Boden To. 
Bei adiabatischer Verschiebung ist cp zZ = ARSE3. Die Druckabnahme 
mit der Höhe ist dp = —g’gdz, da hierfür die Dichte 0’ der ruhenden Atmo- 
sphäre maßgebend ist. Somit wird A = — SE . + : Ar = y ist der bekannte 
Wert von nahe 1°C pro 100 m. ; 
Die Temperaturänderung, welche das vertikal verschobene Teilchen erfährt, 
hängt also von der Temperatur der Umgebung und der Temperatur des Teilchens 
ab. Setzt man T’= Ty— &@z, So wird durch Integration: 
y 
T! m 
T = T- (57) “, 
Diese Gleichung erlaubt, die Temperatur T einer vertikal verschobenen Luft- 
masse für verschiedene Höhen zu berechnen, wenn lineare Temperaturabnahme 
in der Atmosphäre herrscht. Ist die letztere die adiabatische, also x = 7, So wird 
rl I 
Ta Da 
To 
Ein anfängliches Verhältnis der Temperaturen des herausgehobenen Teilchens 
und der Umgebung bleibt also in allen Höhen erhalten. Dementsprechend ist 
in diesem Falle auch 
aT _ To 
ar == U 
Hat z. B. eine Luftmasse am Boden die Temperatur 283° abs. und sei sie um 
10° wärmer als die Umgebung, so steigt sie auf und kühlt sich dabei um etwa 
49% stärker ab, als gewöhnlich angenommen wird. Relativ kalte Luft, die sinkt, 
erwärmt sich schwächer. . 
Bei Isothermie (@« = 0) in der Atmosphäre wird aus der Gleichung 
I a2) G 
T=T A 
zz 
T—=TLeW. 
daraus 
aT _ To 777 
dz mr DW 
Die Temperaturänderungen infolge adiabatischer Bewegung sind somit 
recht komplizierter Natur; sie hängen von der anfänglichen Temperatur der 
verschobenen Luftmasse und auch von der Distanz ab, auf welche sie verschoben 
wird. (Beide Einflüsse entspringen allerdings demselben Umstand.) 
Steigt relativ warme Luft auf oder sinkt relativ kalte Luft, so kommt sie 
schließlich zur Ruhe, wenn ihre Temperatur der der Umgebung gleich geworden 
ist. Diese Höhe z, der Ruhelage, gerechnet von der Ausgangslage, und zwar 
positiv bei Steigen, negativ bei Sinken, ergibt sich für lineares Temperatur- 
gefälle in der Atmosphäre aus obiger Gleichung zu 
Yu 
nl [x (27) vl. 
a Ye 
) cp spezifische. Wärme bei konst. Druck, R Gaskonstante, A Wärmeäquivalent der Arbeit.
	        
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