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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1914,
a. Auf den 1000 m-Stationen
sind notwendig Messungen der Temperatur, des Salzgehaltes und an gewissen
Stationen auch des Planktons in den Tiefen 0, (25)'), 50, (75)!), 100, 200, 400,
800, 1000 m, Fakultativ sind und wünschenswert erscheinen Beobachtungen
über den Sauerstoff und die Wasserstoffionenkonzentration sowie das Sammeln
von Proben für spätere Untersuchung auf Nitrate.
An denselben Stellen, an denen eine Serie von Wasserproben für Unter-
suchung des Mikroplanktons gewonnen wird, ist ein quantitativ verwendbarer
Planktonzug von 400 m bis 0 m dringend erwünscht.
b. Die Stationen bis zum Boden.
An drei Stationen sollte — unter günstigen Wetterverhältnissen — ein
24stündiger Aufenthalt genommen werden und dabei dieselben Faktoren obliga-
torisch bzw. fakultativ, wie bei den 1000 m-Stationen, untersucht werden in den
Tiefen von 2000, 3000, 4000 m ... bis inkl. Boden; außerdem die Beobachtungen
bis 1000 m so oft als möglich innerhalb 24 Stunden wiederholt werden.
c. Oberflächenbeobachtungen.
Es sollen möglichst viele (kleine) Stromflaschen ausgesetzt, Temperatur
und Salzgehalt des Wassers bestimmt, erstere mindestens alle vier Stunden,
letzterer mindestens alle 12 Stunden, sowie auch die Stromversetzungen möglichst
genau berechnet werden,
IL Der erforderliche Zeitaufwand wird wie folgt berechnet:
Die 1000 m-Stationen erfordern etwa je 4 Stunden; bei 15 bis 20 an Zahl
ergibt dies 3'/, Tag; dazu die 3 je 24stündigen Stationen mit 3 Tagen, was
zusammen 6*/,, rund 7 Tage bedeutet. Es würde in dieser Zeit ein sehr redu-
zierter Kohlenverbrauch eintreten.
IIL Personal. Sachliche Kosten. Erforderlich erscheint für die
hydrographischen und planktologischen Arbeiten die Einschiffung von drei
Fachgelehrten. Die Kosten für Ausrüstung eines Schiffes werden im Höchst-
betrag auf 10000 M. geschätzt; davon entfallen etwa 2000 M. auf Lotmaschine
inkl. Motor. Bei den meisten Staaten dürften die Kosten, da Ausrüstung mit
Instrumenten usw, wohl geliehen werden kann, sich nur auf rund die Hälfte,
nämlich 5000 M., belaufen,
IV. Rückreise, Erwünscht wäre, falls das Schiff wieder mit den
Spezialisten die Rückreise antritt, die Wiederholung einiger 1000 m-Stationen,
um einen Einblick in die zeitlichen Veränderungen zu gewinnen. G. Schott.
Über die adiabatische Temperaturänderung trockener Luft.
Von F, M. Exner.
In der »Meteorologischen Zeitschrift« 1913, S. 99, haben Dines und Hann
wieder darauf aufmerksam gemacht, daß die Temperaturabnahme trockener,
adiabatisch aufsteigender Luft pro 100 m nicht schlechitweg 1°C betrage, wie
dies gewöhnlich angenommen wird, sondern daß die Temperaturänderung auf
dieser Strecke lediglich von der Druckänderung daselbst abhänge und mithin
bei verschiedener Temperaturverteilung in der umgebenden Atmosphäre auch
verschieden ausfalle.
Obwohl die Sache schon. von Sprung”) klargestellt wurde, worauf Hann
hinweist, sei es gestattet, mit wenigen Zeilen auf sie zurückzukommen. Denn
wenn man die Temperaturänderung von 1°C auf 100 m nur dort zugibt, wo in
der Atmosphäre diese Verteilung schon besteht, so ist auch dies noch nicht ganz
korrekt; die Temperaturabnahme ist jetzt noch von der Temperaturdifferenz
) Fakultativ.
" Meteoral. Ztschr 2 1882. SS. 460