144 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1914,
Also: nach annähernd 355 Tagen kehrt dieselbe Mondphase wieder und der Mond
erreicht annähernd dieselbe nördliche oder südliche Deklination:
12> 29.531 (synodische Umlaufsperiode) == 354.37 Tage.
13>27.322 (Deklinationsperiode) . . .= 8355.18 «
Die beiden Wellenzüge von 1909 und 1910 sind in dem Diagramm so
geordnet, daß 1. Februar 1910 unter dem 10. Februar 1909 zu stehen kommt.
Die Gleichartigkeit der Wellen kommt dann, ebenso wie ihre hauptsächliche
Ursache, zum Vorschein, Die darunter stehenden Zahlen geben an, wieviel Heringe
in HL in der betreffenden Woche gefischt wurden. Ein -+- bezeichnet das Ende
der Heringsaison. Oben sind die Deklination und die Phasen des Mondes, seine
Erdnähe (x) und Erdferne (@«) zugleich mit den entsprechenden Variationen in
der Erdschwere!) angedeutet. Die hydrographischen Verhältnisse im Gullmar-
Fjord waren verschieden in den beiden Jahren, was man daraus ersieht, daß die
[sohaline von 34%, im Jahre 1910 beträchtlich tiefer stand als in 1909 und
deshalb gar nicht zum Vorschein kommt in dem Diagramm von 1910. Aber die
Beschaffenheit der einander entsprechenden (»korrespondierenden«) Wellen ist
dieselbe, Im allgemeinen findet man, daß bei ähnlichen Konstellationen der
Gestirne gleichgeartete Wellen auftreten. Dabei ist aber zu bedenken, daß Erd-
ferne « und Erdnähe x des Mondes wegen der schnellen Bewegung der Apsiden-
linie viel unregelmäßiger wiederkehren als Mondphasen und Deklinationen und
daß eine vollkommen gleichartige Konstellation, bei der sämtliche Gestirnperioden
übereinstimmen, erst nach unermeßlich langen Zeiträumen eintreffen würde,
Übrigens ist noch zu bemerken, daß die sogenannte anomalistische Mondperiode
von 27,555 Tagen mit einwirkt und sich mit der synodischen und der tropischen
kombiniert in ihrer Gravitationsstörung. Dieselbe hat aber nicht eine jährliche
Periode von 354,3 Tagen, sondern von
27.555<13 = 358.2 Tagen
und würde also die Tendenz haben, einen um 7 Tage verfrühten Wellenzug bei
der Sonnenwende 1910 hervorzurufen. Die großen, regelmäßig entwickelten
internen Wellen von Januar, März 1909 und 1910 verdanken ihre Entwicklung
üem Umstande, daß in diesen Monaten die synodische und die tropische Mond-
periode gemeinsame Epochen hatten. Das ist aber nicht im gleichen Grade der
Fall mit der anomalistischen, wie man aus dem Diagramm ersieht. Es war daher
von größtem Interesse, zu erfahren, wie der Wellenzug von 1910 bis 1911 aus-
sieht, In dem Diagramm an Tafel 4 habe ich zum Vergleich die Wellen von
November— Februar 1910 bis 1911 in der gewöhnlichen Weise unter die von 1909
bis 1910 gestellt, so daß 1. November 1910 unter dem 10. November 1909 zu
stehen kommt. Die Korrespondenz der einzelnen »Mondwellen« ist durch Buch-
staben von a bis p angedeutet. Die Analogie ist noch deutlich zu erkennen,
aber im nächstfolgenden Jahre 1911 bis 1912, wo die Epochen & und x eine sehr
verschiedene Stellung zu den übrigen einnahmen”), waren nur schwache Spuren
davon zu erkennen.
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ty) Die gestrichelte Linie. Die Anderung wird in 10 See angegeben (Tägliches Mittel).
?) Die täglichen Beobachtungen durch titrimetrische Bestimmungen und automatische Auf-
zeichnungen des Tiefwasserstandes werden fortgesetzt, um die Interferenz der von den verschiedenen
Mondperioden hervorgerufenen Wellenzüge zu studieren. Die Wellen erscheinen in der Grenzfläche
zwischen der Oberschicht von Baltischem Wasser und dem darunter lagernden Bankwasser als große
dis zu 25 m hohe Wellenberge und Täler. Das ganze Phänomen spielt sich ab in ungefähr 30 m Tiefe,
(Dabei ist aber zu bemerken, daß sämtliche Wasserlagen von 35, 34, 33, 32 bis 30% Salzgehalt an
der Bewegung teilnchmen.) Da das Kattegat südlich von Anholt nur 20 m tief ist und die Kattegat-
rinne schon 30 Meilen nördlich von Anholt vielfach unterbrochen und gesperrt wird durch Uneben-
heiten des Bodens, dürfte es begreiflich erscheinen, daß die großen internen Tidewellen nur im Skagerrak
und dem nördlicheren Teile vom Kattexat observiert werden können, Die Leuchtschiffe von Skagen
und von Grisebadarne in der nordöstlichsten Ecke vom Skagerrak sind die einzigen Stellen, wo die in
dem Gullmarfjord eindringenden Mondwellen bisher beobachtet wurden. Sie branden gegen die
Untiefen im mittleren und südlichen Katteyat, gerade wie die gewöhnlichen Tidewellen xegen eine
Flachküste, und nur die größten Oktober- und Novemberwellen dürften den Sund und die Belte als
merkbare untersecische Wellen, wie diejenixe vom 28. Oktober 1898, erreichen. Daß jedoch der