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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1914.
Größe und Art der Einwirkung abweichende Meinungen bestehen. Die Durch-
führung einer Untersuchung in Richtung der obigen Darlegungen dürfte diese
Frage endgültig entscheiden,
Die vorstehenden Ausführungen sind bereits im Auszuge der meteoro-
logischen Abteilung der Naturforscher-Versammlung zu Wien im September v. J.
mitgeteilt worden; da ich selbst nicht in der Lage war, diese Versammlung zu
besuchen, hat Herr Dr. Perlewitz diese Mitteilungen für mich freundlichst über-
nommen. Inzwischen ist in »Svenska Hydrografisk Biologiska Komm, Skrifter«
eine Arbeit von Herrn Gustav Strömberg erschienen: »Harmonic analysis of
the air temperature in Stockholm 1894-—1911 based on the periods of move-
ments of the sun and the moon.«
Herr Strömberg verfolgt in mancher Hinsicht dieselben Grundgedanken,
die von mir im Jahre 1907 (siehe oben S. 124) entwickelt wurden. Die Dar-
stellung des Einflusses verschiedener Perioden aufeinander durch ein Produkt
trigonometrischer Funktionen und die Auflösung dieses Produkts in eine Summe
solcher Funktionen mit der Summe und Differenz der Winkelgeschwindigkeiten,
um die rechnerische Auswertung zu ermöglichen, findet sich auch in seiner
Abhandlung. Die von mir nachweislich bereits vor über zwei Jahren in Angriff
genommene Untersuchung der Jahresperiode und ihrer Störung durch die Um-
läufe der Mondknoten und des Perigäums wurden ebenfalls von ihm in den
Bereich seiner Betrachtungen und Berechnungen gezogen. Kurz, soweit wir von
denselben Erwägungen ausgegangen sind, mußten wir zu denselben Folgerungen
und Rechnungsmethoden gelangen.
In bezug auf den tropischen, synodischen und anomalistischen Mond-
umlauf nimmt Herr Strömberg den gleichen Standpunkt ein, wie ich in
meinen Ausführungen vom Jahre 1907 für den tropischen, anomalistischen und
drakonitischen, nämlich daß er jeden dieser drei Umläufe als selbständig be-
trachtet und in Rechnung zieht. Infolgedessen geht Herr Strömberg von
sechs Grundperioden aus, während ich, den anomalistischen und drakonitischen
Mondumlauf jetzt aus dem tropischen Mondumlauf und dem Umlauf des Perigäums
und dem der Mondknoten, den synodischen aber schon 1907 aus dem tropischen
Mondumlauf und dem Jahr ableitend, nur zu vier Grundperioden gelange.
Naturgemäß stimmen die beiderseits aus den Grundperioden abgeleiteten Perioden
in ihrer Länge überein. Jedoch erscheint mir die Ableitung aus vier Grund-
perioden übersichtlicher und den physikalischen Ursachen mehr entsprechend
als die Ableitung aus sechs Grundperioden, Wie ich 1907, faßt auch Herr
Strömberg die harmonischen Glieder als Ausdrücke in einer Fourierschen
Reihe auf. Ich bin von dieser Auffassung inzwischen zurückgekommen und
betrachte nur allgemein die Darstellung der Sonne-Mondwirkung in einer Reihe
von Produkten trigonometrischer Funktionen; diese Entwicklung von vornherein
speziell auf Glieder einer Fourierschen Reihe zurückzuführen, erschien mir
schließlich bedenklich,
In seinen Berechnungen der Amplituden und Phasen der einzelnen Perioden
scheidet Herr Strömberg nur allgemein die Jahresperiode aus, Nicht aber
zieht er, wie es nach der vorstehenden Ausführung notwendig erscheinen dürfte,
den Umstand in Rechnung, daß in den für die einzelnen Perioden der har-
monischen Analyse zugrunde gelegten Werten noch andere Perioden, besonders
die der berechneten sehr naheliegenden, sich bemerkbar machen.
Herr Strömberg bedient sich zur Auswertung fünftägiger Mittel, die er
dann als Ordinaten für eine fortlaufende Kurve einträgt und die Kurve selbst
danach zieht. Diese Kurve teilt er dann in Abschnitte von der Länge der be-
irachteten Periode und diese Längen wieder in zwölf Teile, Für jeden dieser
Teile wird aus der Kurve der Ordinatenwert entnommen; die zu dem gleichen
Teile gehörigen Werte werden addiert. Die Mittel dieser Summen dienen dann
als Grundlage für die harmonische Analyse, Gegenüber dem sehr umfangreiche
und zeitraubende Zusammenstellungen der beobachteten Werte für jede einzelne
Periode erfordernden Verfahren, wie ich es angewendet, bietet dies Verfahren