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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Herrmann, E.: System der Einwirkung von Sonne und Mond usw.

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In der folgenden Tabelle sind der Gang der Differenzen (D) der beobachteten
nach der Formel rs ausgeglichenen Monatsmittel der Jahre 1874 und 1905
und die Differenzen (D’) der nach der Formel des Mondeinflusses für die Mitte
der Monate dieser Jahre errechneten Werte untereinandergestellt:;

I Il. un av VvV VL VII vM_ 1x X XI XI
D —30 | +13 |-+39 | -H08 | +14! +26 | 15 | —0.1 | — 54 | —5,9 | +03 | +48
VD +07|430|- +43 | +44 | E34 413 | — 10 | —3.0|—41|—41|—258 | —09

Der Gang der beobachteten und der errechneten Differenzen dieser Jahre
erweist sich im großen Zuge also gleich. Die Abweichungen in einigen Einzelheiten
 mußten erwartet werden, da nur einige wenige Perioden und noch dazu
nur der einfache Winkel der Jahresperiode in Rechnung gezogen worden sind,
nicht aber auch der doppelte Winkel dieser Periode, also Halbjahresperioden,
Ich übersehe nun keineswegs, daß aus irgendeiner Reihe von Werten
durch die harmonische Analyse die Konstanten einer diese Werte darstellenden
trigonometrischen Reihe sich ableiten lassen. Unter Umständen können solche Konstanten
 auch in gewissen Grenzen zu einer annähernden Extrapolation der Funktion
 dienen, wenn die Funktion keinen sprungweisen, sondern nur stetigen Verlauf
hat, wie dies für den Luftdruck jedenfalls der Fall ist. Die hier erhaltenen Werte
erfüllen aber die Bedingung der allgemein gemachten Voraussetzung, sie zeigen
gleiche Werte der Amplituden für die aus denselben Winkelgeschwindigkeiten
durch Summation oder Differenz erhaltenen Perioden und außerdem in den Phasen
einfache Beziehungen zu den Phasen der Mondbahnelemente. Zum mindesten
dürften die vorstehenden Ergebnisse die Durchführung der Untersuchungen nach
dem dargelegten System nicht von vornherein als sinnlos von der Hand weisen
lassen. Auch die Kleinheit der einzelnen Amplitudenwerte kann wohl eine weitergehendere
 Untersuchung nicht als bedeutungslos und nur von theoretischem
Interesse erscheinen lassen, Erstens ist zunächst nicht zu übersehen, daß hier
nur’ ganz wenige der vielen in Betracht kommenden Perioden ausgewertet sind,
daß insbesondere die kürzeren Schwingungen, die in der Jahresperiode nach den
erhaltenen Kurven enthalten sind, noch nicht untersucht sind. Diese werden
vielleicht in Verbindung mit dem tropischen Umlauf des Mondes beträchtlichere
Schwankungen des Luftdrucks ergeben. Zweitens zeigt eben die Jahresperiode
durch den hier berechneten Einfluß der Mondbahnelemente bereits recht wesentliche
 Veränderungen. Den jeweiligen Anderungen stehen naturgemäß allgemein
entgegengesetzte Änderungen in anderen Teilen der Erde gegenüber, so daß die
jeweiligen jahreszeitlichen Luftdruckverteilungen doch größere und bedeutungsvolle
 Verschiedenheiten aufweisen werden, wie eben bereits bemerkt worden ist.
Zudem muß beachtet werden, daß zum Zustandekommen der gleichsinnigen Luftdruckänderungen
 auf großem Gebiete sehr erhebliche Lufttransporte erforderlich
sind, die in den verschiedenen Jahren also verschiedene allgemeinere Luftströmungen
 ergeben, Die Verschiebung der Extreme des Luftdruckganges z. B.
in der Jahresperiode bedingt das frühere oder spätere Einsetzen einer der Zuoder
 Abnahme des Luftdrucks entsprechenden Luftströmung; dies dürfte insbesondere
 für die Gebiete von größter Wichtigkeit sein, in denen die Winde vom
jährlichen Gange der Luftdruckverteilung fast ausschließlich abhängen, wie dies
in den Monsungebieten der Fall ist.
Aus der oben aufgestellten Reihe für den Gang der meteorologischen
Elemente unter dem Einfluß von Sonne und Mond ergeben sich auch die verschiedenen
 Perioden, auf die hin dieser Gang bereits untersucht worden ist. Wie
schon im Jahre 1907 (s. oben S. 124) erwähnt, stellt die als Sonnenfleckenperiode
angesprochene 25.5tägige Periode den einen Teil des Jahreseinflusses auf die
tropische Umlaufszeit des Mondes dar. Auch die 11jährige Sonnenfleckenperiode
läßt sich u. a. auffassen als der Einfluß von !/, der Umlaufszeit des Perigäums
auf das Jahr, da in dessen Ausdruck durch cos (nt + @n) cos (4 ot -- A1o) in Berücksichtigung,
 daß 5 X 2.212 Jahren = 11.060 ist, die beiden Faktoren nach 11 Jahren
etwa den gleichen Wert annehmen, wie auch O. Pettersson bemerkt hat. Ebenso
Ann. d. Hydr. usw., 1914, Heft III.
            
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