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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1914.
Am 13. Juni kam gegen 10h 30min V der Leuchtturm auf der Diaz-Spitze
in Sicht, um 12b 30mian mittags ankerte S. M. S. »Panther« im Roberts-Hafen, Um
10» V am 17. Juni ging S. M. S, »Panther« nach Kapstadt in See.
Zunächst wurde mit westlichem Kurse die Diaz-Spitze gerundet und dann
Paternoster Point angesteuert, Am 19. Juni 10® V befand sich das Schiff auf
etwa 32° 56’ S-Br. und 17° 41’ O-Lg. Dort wurde etwa zwei Stunden lang nach
der 1911 vom Dampfer »Hanau« gemeldeten Untiefe (N. f. S. 1911, Nr. 2750)
gesucht, doch wurden in der Nähe nur Tiefen von 90 bis 100 Faden und darüber
gelotet. Um 12% wurde die Reise längs der Küste fortgesetzt und zwischen dem
Festlande und der Dassen- und der Robben-Insel die Tafel-Bucht angesteuert,
Am 19. Juni 8 52"PN ging S. M. S. »Panther« im Schutz der Wellenbrecher
von Kapstadt zu Anker.
Auf der Strecke von Lüderitz-Bucht bis Kapstadt wehte mit Stärke 4 bis 6
nördlicher bis nordwestlicher Wind, wodurch hohe Dünung entstand, die das Schiff
merklich nach Land zu versetzte. Der Strom lief mit etwa 1Sm Geschwindigkeit
in nördlicher Richtung, so daß das Schiff trotz des achterlichen Windes im
Durchschnitt etwa 8 Sm in der Stunde machte. Der südlich setzende Strom
zwischen der Dassen- und der Robben-Insel und dem Festlande wurde nicht
beobachtet, Am 20. Juni 84 15%in V lief S. M. S. »Panther« nach Abgabe des
Landessaluts in das Victoria-Bassin ein und machte daselbst am Kai fest.

1:4

Neuere Veröffentlichungen.
A, Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Scott, Kapitän: Letzte Fahrt. 2 Bde. mit zahlreichen Abbildungen und 2 Kartenbeilagen.
 8° u. 744 $S. F. A. Brockhaus, Leipzig 1913, Preis 20 X.
Die Reisebeschreibung der zweiten Polarexpedition von Scott ist eine wertvolle Bereicherung
der Polarliteratur und gibt einen guten Überblick über die Leistungen der Expedition, ;
Der erste Band stammt ganz aus der Feder Scotts, er ist die Wiedergabe seines Tagebuches,
Dies fesselt von Anfang bis zu Ende und hinterläßt einen tiefen Kindruck von der hervorragenden
Persönlichkeit dieses Forschers. Überall in seinem Tagebuch tritt uns Scott als cin Mann entgegen,
der nicht nur den einen Gedanken hat, den Pol zu erreichen, sondern der mit umfassendem Wissen
ausgestattet, die geographische Forschung in Viktorja-Land leitet, der allen Problemen ein lebhaftes
Interesse entgegenbringt, sie zu fördern sucht und nicht nur Leiter der Expedition, sondern auch warmherziger
 Kamerad von allen ist. Wie er die Leistungen seiner Kameraden anerkennt, das zeigt u. a,
seine Tagebuchnotiz über Wilson. den Leiter des wissenschaftlichen Stabes, der mit ihm den Heldenlod
 starb:
„Der Vortrag war in der gewöhnlichen bescheidenen Weise des Redners gehalten, aber ihm
selbst unbewußt, war sie ein völliger Ausdruck seiner selbst und seiner durch und durch ehrlichen
Persönlichkeit. Wie hoch Wilson als Mensch steht, ist mir erst in den letzten Monaten bewußt geworden.
 Kein Mitglied unserer Gesellschaft erfreut sich so allgemeiner Achtung ... Das Oberhaupt
unseres wissenschaftlichen Stabes ist ein leuchtendes Beispiel für die auffallend gute Kameradschaft,
die unsere Gemeinschaft stärker zusammenhält als irgend ein anderer Faktor.«
Der zweite Band des Werkes schildert die zahlreichen kleineren Expeditionen, die neben der
Fahrt zum Pol gemacht wurden, und gewährt uns namentlich einen Kinblick in die geographischzeologische
 Forschungstätigkeit der Expedition, Zwei größere Schlittenreisen wurden von der sogenannten
Westabteilung nach dem Ferrar- und Koettlitz-Gletscher und längs der Küste bis zum Granithafen
ausgeführt; sie werden anschaulich von dem Geologen Taylor beschrieben. Sodann erfahren wir von
Kapitän Campbell, dem II. im Kommando, die Erlebnisse der Nordabteilung. Diese sollte, wenn
möglich, auf König Eduard VIL-Land gelandet werden; da die Eısverhältnisse dies nicht gestatteten,
ging das Schiff nach der Walfischbucht, traf dort aber Amundsen schon, so daß schließlich nur eine
Verlegung des Arbeitsgebietes nach Kap Adare übrig blieb, Nach Verlauf eines Jahres wurde die
Nordabteilung Anfang Januar hier von der »Terra Nova« abgeholt und mit einem kleinen Depot bei
Evanshafen an der Ostküste von Vietoria-Land ausgesetzt, am 18. Februar sollte sie hier vom Schiff
wieder aufgenommen werden. Schweres Eıs hinderte aber die »Terra Nova« an der Ausführung, so
daß die sechs Teilnehmer der Nordabteilung eine 2. Überwinterung in einer Schneehütte ausführen
mußten. Dies geschah unter den primitivsten Verhältnissen wie s, Zt. bei Gunnar Andersson und
Duse, aber 10 Grad südlicher; ein Marsch über das Moecereis im Oktober-November 1912 vereinigte die
Nordabteilung wieder mit der Hauptexpedition.
Zu erwähnen sind schließlich noch eine wagemutige Schlittenreise mitten im Winter nach
Kap Crozier, bei der ein Temperatur-Minimum von — 60.5° beobachtet wurde, ferner eine Besteigung
des Mount Erebus sowie die Suchexpeditionen nach dem verunglückten Führer und seinen Kameraden,
Der wissenschaftliche Anhang enthält folgende Abhandlungen:
Kapitän Scott: Die Roßeisbarriere. — F. Griffith Taylor: Physiographie und Glazialgeologie
 des Südviktoria-Landes in der Antarktis. — F, Debenham: Geologische (Geschichte des Südviktoria-Landes.
 — E. W. Nelson: Biologie des Meeres. — D. G. Lillice: Biologische Arbeiten an
            
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