110 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1914.
Leitungen entnommen; man bezahlt für die ersten 1000 Gallonen 3 sh, für jede
folgenden 1000 Gallonen 1sh 6d. Flußwasser wird nicht mehr benutzt, Ballast
kostet 3 sh die Tonne; 200 t können täglich geliefert werden.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Es gibt in Burnie weder einen deutschen
Konsul, noch Vertreter der Versicherungsgesellschaften, Mannschaftsentweichungen
kommen vor.
Frontera, Mexiko, Golf von Campeche.
(Amtlich)
Quellen: Fragebogen Nr. 6433 von Kapt. J. Gebauhr, D. »Sibiria«, vom November 1913. Engl.
Shb. »The West Indies Pilot«, Vol. I, 191%. Brit. Adm-Krt. Nr. 392, Gulf of Mexiko; Nr. 2626,
Bay of Campeche, Zeichnungen und Arbeitskarten der »North American Dredging Co.« vom Jahre
1913, eingesandt von Kapt. J. Gebauhr.
(Hierzu Tafel 3.)
Frontera liegt an der Südseite des Golfs von Campeche, etwa 5 Sm innerhalb
der Mündung des Flusses Tabasco, der oberhalb der Stadt Frontera auch
Grijaloa genannt wird. Der Zugang zum Flusse wird größeren Schiffen durch
einen Kanal ermöglicht, der etwa 1!/, Sm südlich von der eigentlichen Flußmündung
quer durch die niedrige Landzunge am westlichen Flußufer durchgebaggert
ist. Es sollen darin 5.5 m (18'’) Wasser sein, doch war er im Herbst
1913 auf 4.6 m (15) bei Niedrigwasser versandet. Der Leuchtturm an der Ostseite
der Tabasco-Mündung liegt auf etwa 18° 29’ N-Br. und 92° 42’ W-Lg. Die
Mißweisung ist im Jahre 1914 etwa 6,5° O und nimmt jährlich annähernd 3’ ab.
Landmarken. Die Küste Östlich und westlich von der Tabasco-Mündung
ist niedrig und bewaldet, ohne besondere Landmarken, wenn nicht die 40 bis
60 Sm landeinwärts liegenden San Gabriel-Berge zu sehen sind. Bringt man die
Spitze des mittelsten Berges in die Peilung rw. 158° (mw. SSO!/,O), so sieht
man schon auf etwa 8 Sm Abstand von der Küste die Tabasco-Mündung offen.
Kommt man näher, so wird man den Leuchtturm, dessen Laterne über die Bäume
emporragt, auf etwa 5 Sm Abstand davon und dann auch den Ausguck erkennen,
Ansteuerung. Wenn man von Norden kommt, sollte man einen Punkt
ansteuern, von dem der Leuchtturm oder nachts sein Feuer rw. 135° (mw. SO05/,O)
peilt und etwa 5 Sm entfernt ist. Von da aus steuere man rw. 202° (mw. SzW%,W)
etwa 4 Sm und dann etwas östlich von rw. 180° (mw. S!/„O), bis man den
Leuchtturm rw. 61° (mw. NO”7/,O) und die Kanalmündung rw. 90° (mw. O0'!/„N)
peilt. Hier ankere man auf 8.2 m (4!/, Fad.) oder etwas weniger Wasser recht
vor der Kanalmündung.
Leuchtfeuer siehe Lfv, 1914, Tit. VII, Heft VI. Kapt. Gebauhr bestätigt,
daß das Feuer alle 40s% einen Blink zeigt.
Lotsen, Ein Lotse kommt heraus, wenn ein Schiff das Lotsensignal zeigt,
läßt aber zuweilen auf sich warten. Ob Lotsenzwang besteht, ist nicht ersichtlich,
doch kann man nach Kapt. Gebauhr ohne Lotsen nicht einlaufen, Die Lotsen
sind bisher nur gewohnt gewesen, kleine Fahrzeuge einzubringen; das Lotsengeld
beträgt 2!/, $ mex. für jeden Fuß Tiefgang beim Einlaufen und ebensoviel
beim Auslaufen.
Schleppdampfer. Es sind 3 Schleppdampfer von je 100 bis 120 Pferdestärken
vorhanden, sie dienen aber in der Hauptsache dem Leichterverkehr
flußaufwärts,
Quarantäne. Schiffe, die auf der Reede ankern, werden dort vom Gesundheitsbeamten
überholt. Der Quarantänearzt hat von 6% V bis 6% N, Sonntags
von 6b V bis mittags Dienst; ehe ein Schiff von ihm freigegeben ist, darf es
nicht mit dem Lande verkehren. Eine Quarantänestation befindet sich am
Flusse, etwa !/, Sm unterhalb der Stadt. In Frontera ist auch ein Gesundheitsbeamter
der Vereinigten Staaten, und alle Schiffe, die vom 1. April bis 1. November
von Frontera nach den Vereinigten Staaten abgehen, werden als in
Quarantäne befindlich angesehen.